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Sterbebegleitung

Hospiz-Arbeit im Hohenlohekreis bald noch besser aufgestellt 

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Stationäres Hospiz in Künzelsau ergänzt ab März die Arbeit der ambulanten Hospizdienste Öhringen und Kocher-Jagst. Noch sind einige Fragen zu klären.

Sterbende in der letzten Lebensphase zu begleiten, ist eine herausfordernde Aufgabe, der sich Ehrenamtliche der Hospiz-Dienste im Kreis stellen.
Sterbende in der letzten Lebensphase zu begleiten, ist eine herausfordernde Aufgabe, der sich Ehrenamtliche der Hospiz-Dienste im Kreis stellen.  Foto: Daniel Karmann

Das neue St. Elisabeth-Hospiz in Künzelsau öffnet im März seine Türen. Damit erhält der Hohenlohekreis eine weitere tragende Säule, die das Angebot in der Begleitung sterbenskranker Menschen stützt. Das stationäre Hospiz ergänzt dann die Arbeit der ambulanten Hospizdienste Öhringen und Kocher-Jagst. Um die Zusammenarbeit aller Beteiligter auf ein möglichst solides Fundament zu stellen, treffen sich die Verantwortlichen bereits seit einem Jahr regelmäßig zum Austausch in einem Kooperationskreis. Denn allen geht es darum, dass die Menschen, die in ihrer letzten Lebensphase begleitet werden, bestmöglich versorgt sind. „Netzwerke spinnen ist sinnvoll, und das Wissen umeinander ist enorm wichtig“, sagt Thomas Wigant, Regionalleiter der BBT-Gruppe und Geschäftsführer des St. Elisabeth-Hospizes. 

Wie sich die Angebote der Hospiz-Arbeit unterscheiden

Doch auch wenn die Angebote aneinander anknüpfen, sich sinnvoll ergänzen, unterscheiden sich die Zuständigkeitsbereiche. Das stationäre Hospiz nimmt unheilbar kranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase auf, deren Pflege zu Hause nicht ausreichend gesichert, eine pflegerische und medizinische Versorgung jedoch notwendig ist. Die Krankheit ist meist weit fortgeschritten und die Lebenserwartung beträgt nur noch wenige Tage oder Wochen. Dafür gibt es in dem Gebäude am Rösleinsberg acht Plätze.

Die ambulanten Hospizdienste hingegen betreuen Sterbenskranke und deren Angehörige zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Ein ambulanter Hospizdienst kann bereits in Anspruch genommen werden, sobald die Diagnose vorliegt. Er kann mehr Menschen gleichzeitig begleiten. 35 bis 50 sind das durchschnittlich pro Jahr und ambulantem Dienst im Hohenlohekreis. Wenngleich viele Menschen erst sehr kurzfristig das Angebot in Anspruch nehmen. „Manche denken, sie müssen alleine klarkommen“, sagt etwa Andrea Wolf, Vorsitzende des Ökumenischen Hospizdiensts Region Öhringen. „Viele verdrängen auch und haben die Situation noch nicht akzeptiert“, ergänzt Tanja Gabel, Koordinatorin des Vereins. Wieder andere wissen womöglich nicht von dem Angebot, vermuten die Verantwortlichen.

Ehrenamtliche in der Hospiz-Arbeit werden intensiv vorbereitet

Wenngleich die ambulanten Hospizdienste im Hohenlohekreis in Beziehung zu den christlichen Kirchen stehen, „begleiten wir natürlich jeden Menschen, egal welcher Konfession genauso wie Konfessionslose“, betont Nils Neudenberger, Vorstandsvorsitzender beim Hospizdienst Kocher-Jagst und Gemeindereferent von St. Paulus in Künzelsau. „Es ist vor allem ein durch und durch menschlicher Dienst“, ergänzt Jörg Hübner, Pfarrer und Administrator im Evangelischen Kirchenbezirk Künzelsau. Dabei sind „die Ehrenamtlichen das Herzstück“, sagt Carmen Landwehr, Leiterin des Hospizdienstes Kocher-Jagst. Träger ist hier die evangelische Kirche, in Kooperation mit der katholischen Kirche. Alle Ehrenamtlichen, etwa 70 sind es hier derzeit, werden in Vorbereitungskursen für die Tätigkeit mit Sterbenden qualifiziert.

„Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod, die eigenen Kraftquellen, Glaube, belastende Symptome der Erkrankten und die ganz grundsätzliche Frage: Wie sieht sterben aus?“, erklärt Tanja Gabel vom Öhringer Verein. Dort sind aktuell 43 Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung von Erwachsenen aktiv, 13 im Bereich Kinder- und Jugendhospizdienst. Derzeit seien für diese beiden Bereiche weitere sieben, beziehungsweise drei Ehrenamtliche in der Ausbildung.

Ambulante Hospizdienste und stationäre Einrichtung hoffen auf Synergien

Gerade in Sachen Qualifikation und Fortbildung der Sterbebegleiter verspricht man sich im Kooperationskreis Synergien. Bereits jetzt sei ein Teil der Ausbildung der Ehrenamtlichen, ein stationäres Hospiz zu besuchen, um diese Arbeit vor Ort zu erleben. Dafür musste man bislang etwa nach Weinsberg, zuletzt ging es ins vor rund einem Jahr eröffnete Haus in Schwäbisch Hall. Künftig kann das in Künzelsau stattfinden. Dort werden rund 20 Menschen arbeiten. 

Noch Klärungsbedarf gibt es in einer Sache: Kommt ein Sterbenskranker ins Hospiz, der bereits von einem Ehrenamtlichen eines ambulanten Dienstes betreut wird, soll diese Begleitung sinnvollerweise fortgeführt werden. Doch welcher Kostenstelle wird das dann zugerechnet? Das Thema des nächsten Koordinationstreffens steht somit bereits fest. 

Das im Bau befindliche, neue St. Elisabeth-Hospiz in Künzelsau im November 2024. Am 14. März soll die Einrichtung am Rösleinsberg eröffnen.
Das im Bau befindliche, neue St. Elisabeth-Hospiz in Künzelsau im November 2024. Am 14. März soll die Einrichtung am Rösleinsberg eröffnen.  Foto: privat

Kontakt

Informationen zum Hospizdienst Kocher-Jagst gibt es unter www.hospizdienst-kocher-jagst.de sowie telefonisch unter 07940 9395012. Neben der ambulanten Begleitung in der letzten Lebensphase bietet der Hospizdienst auch Palliativberatung und Trauerbegleitung an.

Der Verein Ökumenischer Hospizdienst Region Öhringen ist erreichbar unter 07941 64 80 26 sowie online unter www.hospizdienst-oehringen.de. Das Angebot umfasst Erwachsenen- wie auch Familienbegleitung. Außerdem Trauerbegleitung für Erwachsene wie auch für Kinder- und Jugendliche.

Die Dienste können kostenfrei in Anspruch genommen werden. Sie werden vorrangig durch Spenden finanziert. Wer sich ehrenamtlich in der Sterbebegleitung engagieren möchte, findet dazu auf den Webseiten ebenso Informationen.

Unter www.hospiz-hohenlohe.de ist das neue stationäre St. Elisabeth-Hospiz in Künzelsau erreichbar. Auch der Aufenthalt im Hospiz ist kostenlos. Die Krankenkasse und die Pflegekasse übernehmen die Kosten zu 95 Prozent. Fünf Prozent muss der Träger stemmen, deshalb ist man auf Spenden angewiesen. 

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