Hohenlohekreis spart zehn Millionen Euro ein
Vor Verabschiedung des Haushaltsplans 2026 entscheiden die Hohenloher Kreisräte: Die Straßenmeisterei Amrichshausen wird für rund 1,3 Millionen Euro gekauft. Das Projekt ist finanziert.

Das ging schnell: 17.11 Uhr ist der Haushaltsplan 2026 beschlossene Sache. Nach Landrat Ian Schölzel, bei der Einbringung, und Kreiskämmerer Michael Schellmann, bei der ausführlichen Erläuterung, hatten am Montag in der Zweiflinger Gemeindehalle die Kreisräte das Wort. Mehr oder weniger ausführlich loben sie den im Haushaltsplan an den Tag gelegten eisernen Sparwillen der Landkreisverwaltung. Ausdrücklichen Dank sprechen die Kreisräte dabei Kämmerer Michael Schellmann aus, der trotz aller Widrigkeiten das Planwerk so vorbereitet hatte, dass es wie gewohnt in der Jahresendsitzung verabschiedet werden konnte. Mit Ausnahme der AfD stimmten alle Fraktionen dem Zahlenwerk zu. Vier AfD-Räte stimmten dagegen, einer enthielt sich. Der Haushaltsplan 2026 schließt trotz der immensen Sparbemühungen – es wurden im laufenden Betrieb zehn Millionen Euro zusammen gestrichen – mit 1,9 Millionen Euro Fehlbetrag.
Prüfantrag: Personalkosten sollen um zehn Prozent gesenkt werden
Einen Prüfauftrag hat die AfD-Fraktion im Rahmen der Haushaltsberatungen gestellt. Und zwar sollten die Personalkosten kritisch betrachtet und möglichst um zehn Prozent gesenkt werden. Man werde das Thema Personal unter die Lupe nehmen, sichert Landrat Ian Schölzel zu. Auch in allen Gesprächen zum Haushalt mit den Fraktionen und Gruppen habe man über das Personal und Einsparungen gesprochen. Im Haushaltsplan 2026 seien anders als in den Vorjahren explizit keine neuen Stellen finanziert. Im Rahmen der Haushaltssicherung Teil zwei, verbunden mit einer Klausur Mitte Mai, werde man sich mit dem Thema weiter beschäftigen, sichert Schölzel zu. Dabei werde man auch einen Blick auf Aufgaben und Prozessoptimierungen werfen. Die Klausur ist für Mitte Mai 2026 terminiert.
Kaufauftrag: Straßenmeisterei kostet Geld
Ehe der Haushaltsplan verabschiedet wurde, stimmten die Räte mit Ausnahme von Rainer Züfle (FWV) dem Kauf der Straßenmeisterei Amrichshausen zu. Kosten von rund 1,3 Millionen Euro verursacht die Immobilie im Haushaltsplan 2026 inklusive der Grunderwerbssteuer und Notarkosten. Christian Wolz, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, erläutert den Erwerb: Schon im Frühjahr habe der Kreistag die Verwaltung beauftragt, in die Verhandlungen mit dem Land einzusteigen, dem Grundstück und Gebäude gehörten.Das Land beabsichtige nämlich, sich von solchen Immobilien zu trennen. Der Hohenlohekreis wolle die Straßenmeisterei. Denn würde man nicht kaufen und sollte sich das Land später entscheiden, das Areal anderweitig zu nutzen oder zu verkaufen, müsste sich der Kreis nach einem anderen Standort für die Straßenmeisterei umsehen und das könnte teurer kommen als der Erwerb nun. Als Eigentümer, so Wolz, könnte man schneller auch bei notwendigen Reparaturen reagieren.
Immobilie kostet alles in allem etwa 1,3 Millionen Euro
2001 habe das Land die Straßenmeisterei in Amrichshausen gebaut. Durch die Strukturreform sei schon bald der Landkreis Mieter der Immobilie geworden. Auf rund 15 000 Quadratmeter Fläche seien die Fahrzeuge, die Werkstatt und das Streugut untergebracht, erklärt Wolz. Er erinnert: Schon 2008 habe es – ergebnislose – Gespräche mit dem Land gegeben. Es sollte erst ein Wertgutachten erstellt werden. Das habe sich gezogen bis Herbst 2024. Das Gutachten bewertet das Grundstück mit 922 000 Euro und den Restwert der Bauten mit 382 000 Euro. Rainer Züfle ist prinzipiell nicht gegen den Kauf. Er findet allerdings den Restwert für die Gebäude zu hoch, da seit der Erstellung des Gutachtens bereits wieder eineinhalb Jahre ins Land gegangen seien. Man bezahle nun 30 000 Euro zu viel. Deshalb stimmt Züfle dagegen, ein AfD-Rat enthielt sich.
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