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Hohenloher Sport Award

Große Emotionen in der Kultura bei der Auszeichnung der Hohenloher Sportler des Jahres 2025

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Die Hohenloher Sportler des Jahres 2025 wurden am Samstag in der Öhringer Kultura gekürt. Gewonnen haben Benjamin Weichwald, Bera Wierhake und die VSG Öhringen/Untersteinbach

Von unserem RedakteurMarc Schmerbeck
Rope Skipping im Oktoberfest-Style präsentierten die Blaue Blitze des TSV Niedernhall auf der Bühne der Öhringer Kultura.
Fotos: Schmerbeck.
Rope Skipping im Oktoberfest-Style präsentierten die Blaue Blitze des TSV Niedernhall auf der Bühne der Öhringer Kultura. Fotos: Schmerbeck.  Foto: Herbert Schmerbeck

Es war ein Abend großer Gefühle, bewegender Geschichten und verdienter Auszeichnungen: Beim Hohenloher Sport Award hat der Sportkreis Hohenlohe am Samstagabend in der Öhringer Kultura seine erfolgreichsten Athletinnen, Athleten und Mannschaften ausgezeichnet. Höhepunkt der Veranstaltung, die wie immer einen Spagat zwischen Ehrungen und Darbietungen bot, war die Proklamation der Sportlerin, des Sportlers und der Mannschaft des Jahres 2025.

Hohenloher Sport Award in der Öhringer Kultura: Bera Wierhake (mit Pokal von links) wurde Hohenloher Sportlerin des Jahres 2025, die Volleyballerinnen der VSG Öhringen/Untersteinbach Mannschaft des Jahres 2025 und Benjamin Weichwald wurden Sportlern des Jahres 2025.
Hohenloher Sport Award in der Öhringer Kultura: Bera Wierhake (mit Pokal von links) wurde Hohenloher Sportlerin des Jahres 2025, die Volleyballerinnen der VSG Öhringen/Untersteinbach Mannschaft des Jahres 2025 und Benjamin Weichwald wurden Sportlern des Jahres 2025.  Foto: Herbert Schmerbeck

Herzerfrischender Jubel

Jubel hatte es dabei schon immer gegeben – spitze Schreie, erleichterte Siegerfäuste oder ungläubiges Staunen. Doch die ausgelassene Freude von Benjamin Weichwald (ASV Scheppach-Adolzfurt), dem Sportler des Jahres, war wohl einzigartig in der 33-jährigen Geschichte der Wahl.

Benjamin Weichwald jubelt ausgelassen: Der Leichtathlet mit dem Down Syndromwurde zum Hohenloher Sportler des Jahres 2025 gewählt.
Benjamin Weichwald jubelt ausgelassen: Der Leichtathlet mit dem Down Syndromwurde zum Hohenloher Sportler des Jahres 2025 gewählt.  Foto: Marc Schmerbeck

„Manchmal reichen eben 50 Meter, um einen ganzen Saal zu begeistern.“

Steffen Neumann

Der Leichtathlet mit dem Down Syndrom zeigte das ganze Repertoire an Emotionen. Ein Jubel, der den Saal ansteckte. Herzerfrischend, begeisternd und einfach sympathisch freute er sich über seinen Titel. Nominiert war er , weil er bei den Special Olympics Landesspielen Baden-Württemberg Gold über 50 Meter gewann, und im Weitwurf Platz zwei belegte. Es sind scheinbar kurze Distanzen – doch ihre Wirkung ist groß. „Manchmal reichen eben 50 Meter, um einen ganzen Saal zu begeistern. 50 Meter voller Energie und Leidenschaft“, sagte Laudator Stefan Neumann, Bürgermeister von Künzelsau.

Bera Wierhake hat eine außergewöhnliche Geschichte

„Das hat mich berührt“, meinte Bera Wierhake über die Freude Weichwalds. Kurz zuvor war die für den VfB Stuttgart startene Zweiflingerin selbst als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet worden – zum dritten Mal nach 2018 und 2022.

Ihre Geschichte ist außergewöhnlich: Nach einer Lebertransplantation im Alter von neun Monaten hat sie sich an die Weltspitze der Transplantierten-Sportler gekämpft. „Sie sieht das Leben als Geschenk – und jede Medaille als Antwort darauf“, sagte Laudator Sören Döffinger, Bürgermeister von Mulfingen. Sportlich setzte Wierhake im vergangenen Jahr erneut Maßstäbe: Bei den World Transplant Games gewann sie Gold über 5000 Meter und stellte über 1500 Meter einen Weltrekord auf. Auch bei weiteren internationalen Wettbewerben stand sie ganz oben auf dem Podium. „Es ist einfach eine große Wertschätzung“, sagte sie sichtlich bewegt zu der erneuten Auszeichnung. Nun hofft Wierhake, dass die Transplantierten ins Programm der Paralympics aufgenommen werden.

Beweglichkeit und Kraft: Taekwondo von Budokwai Öhringen.
Beweglichkeit und Kraft: Taekwondo von Budokwai Öhringen.  Foto: Marc Schmerbeck

Punktlandung der Volleyballerinnen der VSG Öhringen/Untersteinbach

Gerade noch reichte es den Volleyballerinnen der VSG Untersteinbach/Öhringen zur Proklamation. Am Nachmittag sicherten sie sich den Klassenerhalt in der Verbandsliga, in die sie erst aufgestiegen waren. Am Abend hatte das Team von Trainer Konstantin Schneider dann noch ihr letztes Saisonspiel. Doch der Weg von Untersteinbach in die Kultura ließ sich gut bewältigen. In seiner Laudatio blickte Öhringens Oberbürgermeister Patrick Wegener auf die Anfänge zurück: „Was 2013 aus der Not entstand, weil zwei Vereine nicht genügend Spielerinnen hatten, ist heute eine echte Erfolgsgeschichte.“

Sport Award bildet ab, was Sport in Hohenlohe bedeutet

Aus der Spielgemeinschaft des TSV Untersteinbach und der TSG Öhringen sei weit mehr geworden als ein Sportteam: „Eine Gemeinschaft, Freundschaften, ein Stück Heimat.“

Insgesamt zeigte der Hohenloher Sport Award einmal mehr, was Sport in der Region bedeutet. Zum Auftakt mit der Jugendehrung. Dazwischen sportliche Darbietungen, die das breite Spektrum in Hohenlohe zeigen. Beispielsweise die Blauen Blitze des TSV Niedernhall mit Rope Skipping im Oktoberfest-Style, Budokwai Öhringen mit Kampfsport oder Jazztanz mit Amité der DJK-TSV Bieringen und Dancing Ovation des TSV Dörzbach.

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