Bildung braucht Unterstützung
Die Forderungen der Lehrer machen mehr als deutlich: Das Berufsbild des Lehrers hat sich gewandelt. Wie die Gesellschaft auch. Das verlangt Konsequenzen, findet unsere Autorin.

Die Klagen der Lehrer werden von Jahr zu Jahr lauter. Und das mit Recht. Wer einen Blick auf die Gesellschaft wirft, egal, ob auf dem Spielplatz, im Verein oder in den Familien, stellt Ähnliches fest: Kinder mit herausforderndem Verhalten, wie es so nett heißt, werden mehr. Kinder, die schlecht oder nur wenig reden, die sich entweder unter dem Rock der Mutter verstecken oder mit der Schaufel das Recht des Stärkeren einfordern. Kinder, die daheim weder Schuhebinden noch Radfahren oder Schwimmen lernen, dafür mit Handy und TV stummgeschaltet werden. Das ist ein Teil aus dem Lehrer-Alltag. Der andere: Helikopter-Eltern, die sich beklagen, wenn ihre für den Nachwuchs gemachten Hausaufgaben zu schlecht benotet werden, und die eine seitenlange Liste mit vermeintlichen Unverträglichkeiten auf den Ausflug mitgeben.
Lehrer brauchen Unterstützung im Klassenzimmer
Es wird schwieriger in den Schulen, von Schuljahr zu Schuljahr. Die Gespräche, die Lehrer mit allen möglichen Stellen führen wollen und müssen werden mehr. Wie es mehr und mehr Verzweigungen im Schulsystem gibt, um allem und jedem gerecht zu werden.
Vielleicht müssten einige Dinge wieder auf Null gestellt und Auswüchse bereinigt werden. Und vielleicht sollte in Klasse eins der Grundschule nur, wer Mindestanforderungen in Sprache und Verhalten erfüllt. Und ja, vielleicht muss dafür nicht über die Qualität des Unterrichts und wie der verbessert werden könnte, geredet werden. Es beginnt in der Kita. Dort – und in der Familie – entwickeln die Kinder die ersten sozialen Fähigkeiten. Dort beginnt der Spracherwerb. Deshalb muss die Politik sicherstellen, dass dort ausreichend qualifiziertes Personal ist, um das zu vermitteln. Es gibt Nachbarländer, in denen muss man studieren, ehe man in Kitas arbeiten darf.
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yvonne.tscherwitschke@stimme-mediengruppe.de
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