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Gehen im Alltag stärken: Hohenlohekreis will dran bleiben

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Mehr Bewegung, mehr Sicherheit: Das Land hat vor kurzem die erste Fußverkehrsstrategie vorgestellt. Möglichst viele Kommunen sollen den Kernzielen folgen. Der Hohenlohekreis kommentiert das wohlwollend. Der Verband AGFK fordert, noch konkreter zu werden.      

Kinder sollen ihren Weg zur Schule sicher und selbstständig meistern können. Das ist eines der Leitziele des Landes. Auch der Hohenlohekreis arbeitet daran.
Kinder sollen ihren Weg zur Schule sicher und selbstständig meistern können. Das ist eines der Leitziele des Landes. Auch der Hohenlohekreis arbeitet daran.  Foto: Patrick Pleul

Baden-Württemberg will das Gehen im Alltag stärken. Die erste landesweite Fußverkehrsstrategie soll den Weg weisen. Ende Januar wurde das Konzept vorgestellt. Der Hohenlohekreis veranstaltete 2024 erstmals eine Schritte-Challenge. Parallel dazu fanden im Rahmen der Mitmach-Aktion „Alles geht“ sieben öffentliche Events statt. 2025 war der Kreis nicht dabei, auch sonst hörte man wenig von der Stärkung des Fußverkehrs.

Sicherheit auf Schulwegen ist dem Kreis besonders wichtig

Jetzt hat das Verkehrsministerium die nächste Stufe gezündet. Was sagt das Landratsamt? „Grundsätzlich begrüßen auch wir die Fußverkehrsstrategie“, sagt Sprecherin Pia Schmitt. Zuletzt wollte der Hohenlohekreis die Fußmobilität anhand konkreter örtlicher Einzelfälle und im Schulterschluss mit den 16 Städten und Gemeinden voranbringen. Eines der wichtigsten Ziele ist die Förderung der Verkehrssicherheit – vor allem auf den Schulwegen. Der Kreis setzt dabei auf das Landesprogramm „Movers“.

Das soll noch mehr Menschen zum Gehen im Alltag animieren

Mehr Lebensqualität, mehr Bewegung, mehr Gesundheit: Das Ministerium zielt mit diesem Leitbild auch auf die Erleichterung längerer Fußstrecken ab. Sichere Schulwege, Ortsmitten und Hauptwege: Ein Kernziel dabei ist, die Anzahl der Elterntaxis bis 2030 zu halbieren. Kinder sollen ihren Weg zur Schule sicher und selbstständig meistern können. Und: „Fußgängerfreundliche Orte“ mit „lebendigen Ortsmitten“ und „durchgängigen Netzen von Hauptfußwegen“ sollen zum Gehen und Verweilen animieren.

Kommentar des Hohenlohekreises klingt verhaltener

Der Hohenlohekreis hat wie andere Kommunen noch kein eigenes Fußverkehrskonzept. Die strategische Lücke rührt wohl daher, dass er erst seit 2023 Mitglied in einem Verbund von rund 120 Kreisen, Städten und Gemeinden ist. Der Name: Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW). „Wir empfehlen unseren Mitgliedskommunen ausdrücklich, die Strategie als Orientierungsrahmen zu nutzen. Wir werden tatkräftig mitwirken, damit der Fußverkehr spürbar vorankommt“, sagt Vorstandschef Günter Riemer. Der Kommentar des Hohenlohekreises klingt verhaltener: Der „Orientierungsrahmen“ könne „durchaus als Grundlage“ für weitere Schritte dienen und als Basis „für die Gespräche in der AGFK, um gegebenenfalls vereinzelte Ideen zur Förderung des Fußverkehrs umzusetzen“.

Verband fordert weitere Konkretisierungen 

Die AGFK fordert vom Land, noch konkreter zu werden, damit Verwaltungen die Inhalte rechtssicher und flächendeckend umsetzen könnten. „Kommunen brauchen klare Handlungsgrundlagen, etwa über Verwaltungsvorschriften oder Erlasse. Nur so kann die Verwaltung gegenüber Gemeinderat und Straßenverkehrsbehörde sauber argumentieren.“

Ein Beispiel: längere Grünphasen an Fußgängerampeln 

Ein Beispiel: Die Strategie fordere „ausreichend lange“ Grünphasen an Ampeln für den Fußverkehr. In der kommunalen Realität stelle sich sofort die Frage: Was heißt „ausreichend“ konkret – in Sekunden, bezogen auf Straßenverhältnisse und Gehgeschwindigkeiten? 

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