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Fasching in Schöntal

Galaktisch guter Frauenfasching in Westernhausen

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Wenn die Westernhäuser Houlzschläichl Frauenfasching feiern, kann es gar nicht peinlich werden. Das Thema im Jahr 2026 lautet „Weltall“.

Von Yvonne Roth
Fast bis zum Himmel reicht die menschliche Pyramide, die junge Frauen des SV Westernhausen bauen. Schließlich lautet das Faschingsthema „Weltall“.
Fast bis zum Himmel reicht die menschliche Pyramide, die junge Frauen des SV Westernhausen bauen. Schließlich lautet das Faschingsthema „Weltall“.  Foto: Roth, Yvonne

Im Festsaal der Westernhäuser Halle gibt es allerlei intergalaktische Kostüme zu sehen: Frauen mit WLAN-Empfang auf dem Kopf, haufenweise Aluboppel an Haarreifen, glitzernde Umhänge – Perücken in Grell-Pink und Neon-Grün, Silberröcke und solche, die bunt schimmern, silberne Anzüge, die glitzern, Lamettaschals und -perücken. Und vor allem gibt es „über-all“ gutgelaunte Frauen, denn das ist das Thema des Frauenfaschings: Die Westernhäuser feiern im All. Es kann gar nicht peinlich werden, denn es sind ja nur Frauen da.

Claudia kommt mit ihrer Tochter Klara seit vier Jahren aus Pfedelbach nach Westernhausen zum Weiberfasching. Die Tochter hat dieses Mal Freundin Emelie mitgebracht, weil sie ihr zeigen möchte, „wie cool es auf dem Altweiberfasching in Westernhausen zugeht“. Auch Claudias Mutter ist seit über 20 Jahren Stammgast, sie lebt in Westernhausen – wie alle Tanten von Claudia, die natürlich auch anwesend sind. „Das ist so ein Generationending“, meint Claudia und lacht.

Die Frauen in Westernhausen suchen den Mann im Mond

Auf der Bühne wird so einiges geboten. Es wird zum Beispiel meditiert, „um innere Befriedigung zu finden“, und Frauen folgen dort dem Aufruf „Suche Mann im Mond – mit Glied und auch ohne“: Hauptsache, der Mann kann Energiezentren aufladen. Einer der Programmpunkte ist die Fuchsiagarde aus Westernhausen, die heute zu fünft auftritt und die mächtig Stimmung macht in ihren rot-weißen Kostümen. Dann gibt es einen Mitmach-Balztanz um den einzigen Mann im Raum – dem DJ im Nonnenkostüm. Dieser legt dazu „Blue (Da Ba Dee)“ auf, zu dem freudig getanzt wird.

Die beiden Sternschnuppenfrauen Blinki und Sterni moderieren den nächsten Programmpunkt. „Du blinksch ja garnet. Du heisch Blinki und blinksch net.“ Sie blinkt aber dann doch gleich wieder, es gibt „Sternenmilch“ und einen gemeinsamen „Houlzschläichl Ferschi!“, den Slogan beim hiesigen Fasching, bevor die zehn Damen des Turnvereins „Fit und Fun“ begrüßt werden.

Frauenfasching in Westernhausen hat eine Menge Sketche über lokale Eigenheiten und Probleme parat

Irmgard Retzbach, 70 Jahre alt, kommt ebenfalls seit über 20 Jahren regelmäßig zum Feiern. Und nicht nur das: Sie und ihre Generation hat den Altweiberfasching hier ins Leben gerufen. An diesem Abend hat Retzbach eine wichtige Aufgabe: Sie ist dafür zuständig, dass die Rakete genügend „Sprit“ hat. Die Rakete mit zehn Insassen schafft es nach der Schlauch-Trichter-Betankung dann doch gemeinsam auf die Bühne in ihrem Alugeschoss. Sie ernten damit eine „Stimmungsrakete“.

Die Moon Dancer sind die jüngste Tanzgruppe. Diese geht „ab auf die Piste“ – mit leuchtenden Skistöcken. Die elf werden von Jeannette Puchler trainiert. In der improvisierten Vorstandssitzung der Faschingsjugend geht es um Urlaub und das Gute aus der Region wie den Wein von hier. Obwohl: Zählt Netto auch zu „aus der Region“? Außerdem geht es um den örtlichen Zebrastreifen und um Glasfaserkabel in Winzenhofen.

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