Für neuen Funkturm in Ingelfingen werden Bäume gefällt
Der erste geförderte Funkturm in Baden-Württemberg wird in einem Waldstück gebaut. Die staatliche Firma für die Förderung ist allerdings Geschichte.

Etwa 50 Meter soll der erste geförderte Mobilfunkmast in Baden-Württemberg hoch sein. Damit wird er die Bäume überragen, zwischen denen er stehen wird. Nun werden die Vorbereitungen für die Baustelle in einem Waldstück oberhalb des Ingelfinger Teilorts Eberstal getroffen.
Gefällte Bäume in Ingelfingen: Größter Teil der Fläche wird wieder bepflanzt
Dafür hat der Bauherr eine sogenannte Waldumwandlungsgenehmigung beantragt: Nicht nur für den Standort des Masts, sondern auch für die Zufahrt und die Aufstellfläche eines Krans müssen Bäume gefällt werden. Dafür werden etwa in dem Wald an der Kreisstraße 2361 Bäume gefällt, in deren Nähe der Turm aufgestellt werden soll. „Die Zufahrtsfläche wird wieder aufgeforstet oder es werden Fettwiesen angelegt“, sagt Bauamtsleiter Roman Maier im Gemeinderat. Ein Teil der Zufahrt sei bereits ein Forstweg und geschottert. Der müsse allerdings verbreitert werden.
Am Ende bleibe für den Mast und technische Einrichtungen am Boden eine etwa 15 Quadratmeter große Fläche in dem Wald, erläutert er auf Nachfrage von Stadträtin Birgit Federolf (Unabhängige Bürgerliste). Der betroffene Wald gehört der Stadt. Als Ausgleich werde auf Vorschlag des Revierförsters ein Feuchtbiotop im Stadtwald angelegt, erläutert Maier.
Ingelfinger Funkturm-Bau verzögert sich durch Haselmaus
„Wir würden uns freuen, wenn der Mast schon stehen würde“, kommentiert er weiter. Denn er werde ein Funkloch über Diebach beseitigen. Eigentlich sollte das Bauwerk nach der Übergabe der Förderzusage innerhalb von 16 Monaten in Betrieb gehen – die Feier war im August des Jahres 2023. Die Verzögerung komme von einer „sehr aufwendigen Kartierung der Haselmaus, die uns von der Naturschutzbehörde vorgegeben wurde“, teilt Lena Naber, Sprecherin der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG), mit. Die Tochterfirma der Telekom baut den Funkturm. Derzeit warte das Unternehmen auf die Baugenehmigung.
Das Förderprogramm, mit dem der Mast finanziert wird, unterstützt den Ausbau des Mobilfunknetzes an Orten, „wo der privatwirtschaftliche Ausbau an seine Grenzen stößt“, wie es in der Pressemitteilung zum Förderbescheid im August 2023 hieß.
Förder-Unternehmen wurde vom Bundesrechnungshof beanstandet
Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (Mig), die das Förderprogramm im Auftrag des Bundes durchgeführt hat, wie auch die Förderung, sind allerdings Geschichte. Der Bundesrechnungshof hatte beanstandet, dass das von Verkehrsminister Andreas Scheuer gegründete Unternehmen doppelte Strukturen geschaffen hatte. Die Förderzusage gelte aber weiterhin, sagt Bastian Pauly, Sprecher des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr. Die verbliebenen knapp 270 geförderten Projekte werden von einer „noch zu bestimmenden Behörde im nachgeordneten Bereich“ des Ministeriums betreut.
Notruf soll auf Kreisstraßen möglich sein
Durch den Mast sollen auch drei bisher nicht mit einem Mobilfunknetz versorgte Kreisstraßen abgedeckt werden. Dadurch werde dort ein Notruf bei Unfällen möglich. Insgesamt können von dem Turm aus 110 Haushalte versorgt werden, eine Fläche von 52 Hektar werde abgedeckt, heißt es in der Pressemitteilung zum Förderbescheid.
Auch wenn der Mast Eigentum der DFMG ist, werden nicht nur Antennen der Telekom installiert. Auch Vodafone und Telefonicá wollen vertreten sein. An der Planung hat sich auch, trotz der Verzögerung, „nichts geändert“, so Naber. Damit werden alle drei in Deutschland angebotenen Netze von dem Turm gesendet.
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