Bahn-Fiasko: Pendler in Öhringen wartet ganze Nacht vergeblich auf Ersatzbus
Wegen eines Oberleitungsschadens war die Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Öhringen tagelang gesperrt. Der Ersatzverkehr lief zunächst nicht rund: Ein Bahnkunde wartete die ganze Nacht auf den Bus.
Tagelang hatte eine Eisenbahnsperrung auf der Hohenlohebahn für Umut unter den Pendlern gesorgt. Wegen eines Oberleitungsschadens nach dem Unwetter am Samstagabend, 31. Mai, war die Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Öhringen bis weit in den Montagnachmittag hinein gesperrt.
Oberleitungsschaden auf der Hohenlohebahn zwischen Öhringen und Heilbronn: Pendler stundenlang ohne Ersatzverkehr
Ein Bahnkunde ärgerte sich so sehr, dass er sich an die Hohenloher Zeitung wandte: Die ganze Nacht auf Sonntag habe er in Öhringen am Bahnhof auf den Schienenersatzbus (SEV) gewartet - der jedoch nicht kam. Erst morgens um 5.30 Uhr sei der erste Bus gekommen, obwohl ein SEV ab 21.30 durch Durchsagen am Bahnsteig angekündigt gewesen sei. Das sei ihm auch auf mehrmalige telefonische Nachfrage versichert worden.

Der Kunde möchte anonym bleiben - die Redaktion hat dennoch den Stadtbahnbetreiber der Linie S4, die AVG in Karlsruhe, mit den Vorwürfen konfrontiert: Was lief da schief?
AVG räumt Probleme beim Ersatzverkehr ein und verweist auf kurzfristige Organisation
AVG-Sprecher Michael Krauth bestätigt: Ab etwa 19 Uhr gab es Witterungsschäden auf dieser Bahnstrecke. „Von unserer Leitstelle wurden alle Busunternehmer abtelefoniert, die für uns regelmäßig fahren, und daher auf der Strecke ortskundig sind. Aufgrund der Kurzfristigkeit war es leider sehr schwierig, ausreichend Ersatzverkehr bereitzustellen.“
Ab 22.20 Uhr seien dann endlich zwei Ersatzverkehrsbusse auf den Straßen entlang der Strecke unterwegs gewesen. Das bestätigen auch andere Bahnkunden, die der Redaktion bekannt sind: Sie berichten von einem Ersatzbus, der gegen 23 Uhr von Öhringen-Cappel Richtung Heilbronn gefahren sei, der allerdings nicht in Öhringen am Bahnhof gehalten habe. AVG-Sprecher Michael Krauth erklärt das so: „Da die Fahrer nur kurzfristig mit der Haltestellenfolge informiert werden konnten, kann es sein, dass einzelne Haltestellen nicht ordnungsgemäß angefahren wurden.“ Dafür bitte die AVG um Entschuldigung.
Bahnkunde widerspricht AVG: Auch an anderen Haltestellen sei kein Bus angekommen
Besagter Kunde allerdings gibt sich mit dieser Erklärung von AVG nicht zufrieden: Er stehe über Facebook mit anderen Bahnnutzern in Verbindung, die beteuern, dass in der Nacht überhaupt kein Bus aus Öhringen in Weinsberg am Bahnhof angekommen sei - von hier hätten die Fahrgäste wieder auf die S-Bahn umsteigen sollen.
Dass ein Bus die Endhaltestelle seiner Tour verfehle, sei ja kaum möglich - es müsse vielmehr so sein, dass eben kein Bus bis morgens um 5.30 Uhr gefahren sei. Mit diesem sei der Bahnkunde, mit dem die Redaktion gesprochen hat, dann gefahren. Er habe am Sonntag in Heilbronn arbeiten müssen - und habe das nun notgedrungen ohne Schlaf getan.
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