Dörzbacher Spielplatz muss umziehen: Kosten doppelt so hoch wie geschätzt
Die Angebote für neue Parkplätze und Spielplatz-Verlegung sorgen für eine böse Überraschung im Rathaus. Nun soll bei dem Projekt Geld gespart werden, damit Parkplätze den alten Spielplatz ersetzen können.

Der Spielplatz am Dörzbacher Feuerwehrhaus muss weichen. An dem Ort sollen entlang der Friedhofstraße 14 Parkplätze entstehen. Die Spielgeräte sollen in der Nähe wieder aufgebaut werden: An der Ecke Friedhofstraße und Birkenhofstraße – also auf der anderen Straßenseite. Die Kosten für das Projekt sind allerdings viel höher als erwartet.
In der Gemeinderatssitzung im vergangenen Dezember beschlossen die Räte eine beschränkte Ausschreibung, für die neun Firmen angefragt wurden. Die geschätzten Kosten lagen bei 60.000 Euro, sagt Daniel Gerhardt vom Planungsbüro Walter Ingenieure. Das günstigste der sechs Angebote beträgt 116.646,07 Euro. Zwar habe man mit höheren Kosten gerechnet. Denn nach der Dezember-Sitzung seien weitere Wünsche dazugekommen: zum Beispiel ein zwei Meter breites Tor, um den Spielplatz mit breiten Arbeitsmaschinen befahren zu können. Oder eine Einfassung der Zonen der Spielgeräte mit Robinienholzzäunen – allein diese koste 8000 Euro. Gerhardt sei aber bei den Angeboten „sehr erschrocken“. Bürgermeister Andy Kümmerle sagt, ihm sei „die Kinnlade heruntergefallen“.
Diesel-Preise und „Mann- und Handstunden“ sorgen für hohe Kosten
Gerhard nennt mögliche Ursachen für die Preissteigerung. Allen voran die gestiegenen Diesel-Preise. Die Lkw-Stunde sei um zehn Prozent teurer geworden, und die Kosten werden an den Auftraggeber weitergegeben, erklärt er. Auch gehe es bei dem Projekt vor allem um „Mann- und Handstunden“ und um wenig Materialverbrauch, bei dem mehr eingespart werden könnte.
Bei den Zusatzwünschen könnte man zurückschrauben. Aber der Gemeinderat will weder das Tor einsparen noch Hackschnitzel statt des geplanten Sands als Fallschutz verwenden. Bei der Geräte-Einfassung sehen die Mitglieder allerdings Spielraum. „Robinie ist der Mercedes, wir können vielleicht auch mit dem VW leben“, sagt Kümmerle. „Es geht ja auch Douglasie“, sagt Uwe Kerian (CDU), der bei „meinen Holzhändlern“ nach Alternativen fragen will.
Kein Einsparpotenzial, indem der Bauhof Arbeiten übernimmt
Sowohl die Parkplätze als auch der neue Spielplatz sollen gefördert werden. Die Räte beschließen dafür in derselben Sitzung die Erweiterung des Sanierungsgebietes. Dadurch werden 60 Prozent der Kosten gefördert. Allerdings nur für die Arbeiten, die von beauftragten Firmen erledigt werden. Diese Tatsache macht einige Sparvorschläge zunichte, die von Ratsmitgliedern kommen. Zum Beispiel, dass der Bauhof einige Arbeiten erledigen könne oder dass die Stadt Freelancer beauftrage, die mutmaßlich günstiger seien. „Wir müssten 30.000 Euro einsparen, damit das interessant wird“, sagt Gerhard. Auch sei es möglich, die Arbeiten erneut und öffentlich auszuschreiben – Hoffnung auf günstigere Angebote könne er allerdings nicht machen.
Bauarbeiten sollen bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein
Kümmerle drängt: „Nein, das muss jetzt gemacht werden!“ Die Feuerwehr brauche die Parkplätze. Inklusive der Baunebenkosten liege der Eigenanteil für das Projekt bei knapp 65.000 Euro. Die Räte beschließen den Auftrag einstimmig.
Wenn die Arbeiten noch im April beginnen, können sie bis Ende Juli fertig sein, berichtet Gerhard – das habe die Firma Schwarz aus Stachenhausen, die das günstigste Angebot abgegeben hat, erklärt. Wichtig sei, dass die Arbeiten bis zu den Sommerferien fertig sind, sagt Kümmerle. Er werde das Angebot unterschreiben, sobald die Erweiterung des Sanierungsgebietes gültig ist – bei der Veröffentlichung im Gemeindebote am Freitag.
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