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Herzensangelegenheit von Carmen Würth

Barrierefreies Haus für Kinderdorf eingeweiht

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Zwei große Spenden haben es möglich gemacht: In Waldenburg wurde in 560 Tagen Bauzeit ein integratives Haus für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf gebaut. Spenden des in Südafrika lebenden Helmut Amos und von Carmen und Reinhold Würth haben es möglich gemacht, dass künftig auch Kinder mit Behinderungen aufgenommen werden können.

Ein barrierefreies Haus für eine Kinderdorf-Familie ist in schönster Lage im Waldenburger Neubaugebiet entstanden. Die Stadt hat die Grundstückssuche unterstützt.
Ein barrierefreies Haus für eine Kinderdorf-Familie ist in schönster Lage im Waldenburger Neubaugebiet entstanden. Die Stadt hat die Grundstückssuche unterstützt.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Kinderlachen hallt durch das neue Haus. Die untergehende Sonne scheint vom Wald herüber ins Wohn- und Esszimmer. Die Gläser sind gefüllt, um auf ein neues Projekt des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs in Waldenburg anzustoßen: Das Haus „Afrika“ wird eingeweiht. Es soll behinderten und nicht-behinderten Kindern das Leben in einer Kinderdorffamilie ermöglichen. Wer das sein wird, entscheidet sich in diesen Tagen, lässt Arne Höller, pädagogischer Vorstand des Kinderdorfs, wissen. Im Frühjahr dann könnte der Einzug der neuen Familie beginnen, die erst ihre Zelte an anderer Stelle abbrechen muss. Die Kinderdorf-Eltern öffnen ihre Kernfamilie für bis zu acht weitere Kinder. Sie werden Spaß im Haus haben. Das zeigten die mitfeiernden Kinder am Freitag, die den Lift im Haus liebten.

Carmen Würth schickt Grüße und Geschenke zur Hauseinweihung

Das Haus ist ein Herzensanliegen von Carmen Würth. Sie selbst konnte am Freitag nicht dabei sein, wolle es aber in kleinerem Rahmen möglichst bald nachholen, sagt Dr. Ulrich Roth von der Stiftung Würth. Dafür hat er zehn Rosensträucher mitgebracht, die den Namen von Carmen Würth tragen und den Eingangsbereich bunt und duftend machen sollen. Roth verspricht: „Man kann sie nicht kaputt pflegen.“Die Blumen werden gedeihen. Wie die Kinder, die in dem inklusiven Zuhause nach den Plänen der Architekten Zentler/Speckmaier ihre Zimmer haben werden. Je zwölf Quadratmeter hat mindestens jedes Kinderzimmer, die im ersten Stock untergebracht sind. Mehrere Bäder und separate Toiletten sorgen dafür, dass morgens, wenn alle in den Kindergarten und zur Schule müssen, wenig Stau entsteht.

Carmen Würth hat großes emotionales Interesse an barrierefreiem Haus

In nur 560 Tagen wurde das Haus gebaut, erinnert Roth an den Spatenstich am 10. Mai 2024. Die Suche des Kinderdorfs nach einem Grundstück hatte deutlich länger gedauert, erinnert Höller an die Vorgeschichte und dankt Bürgermeister Bernd Herzog, der das Kinderdorf informierte, als ein Grundstück zurückgegeben wurde. Ein Grundstück in Randlage. Hervorragend geeignet für die künftige Großfamilie – das aber trotzdem eine Herausforderung für die Architekten darstellte, darauf 220 Quadratmeter unterzubringen. Tetris für Profis.Initialzündung für das integrative Kinderdorfhaus war die Spende von Helmut Amos, der in Südafrika lebt und einen Teil seines Vermögens für Kinder einsetzen wollte.

Stiftung Würth gibt 400 000 Euro

Mit 400 000 Euro hat die Stiftung Würth dafür gesorgt, dass das Gebäude komplett barrierefrei sein kann, nicht nur das Erdgeschoss, wie gefordert. „Die vielleicht im Rollstuhl sitzenden Kinder sollen auch in die Zimmer der anderen kommen können“, betont Roth, der den Anwesenden berichtet, wie ihn Carmen Würth im Vorfeld gefragt habe, ob er auch an Geschenke für die Kinder gedacht habe.

Bernd Herzog, Dr. Ulrich Roth, Arne Höller, Wolfgang Bartole und Johannes Schmalzl (von links) freuen sich mit den Kindern über das neue Haus.
Bernd Herzog, Dr. Ulrich Roth, Arne Höller, Wolfgang Bartole und Johannes Schmalzl (von links) freuen sich mit den Kindern über das neue Haus.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Carmen Würth habe auf ihr Geschenk zum 85. Geburtstag verzichtet und damit die Spende durch die gemeinnützige Stiftung Würth in dieser Höhe möglich gemacht, ergänzt Johannes Schmalz. Sozialdezernentin Yvonne Bader verfolgt das Projekt seit dem windigen Richtfest im September vergangenen Jahres. Sie verweist auf die Reform, die besagt, dass ab 2028 auch Kinder mit Behinderung nach dem Jugendhilferecht unterstützt werden.

50 Kinder leben im Albert-Schweitzer-Kinderdorf

Seit der Vereinsgründung 1957 durch Margarete Gutöhrlein konnten über 600 Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, im Albert-Schweitzer-Kinderdorf leben. Aktuell sind 50 Kinder in acht Familien und der Mädchenwohngruppe, sagt Wolfgang Bartole, wirtschaftlicher Vorstand vom Kinderdorf. Die Hauseltern werden von einem Team unterstützt.

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