Bürgermeisterwahl Pfedelbach: Jens Müller mit einem Faible für Wirtschaft
Der Exot unter den Bewerbern: Jens Müller möchte Bürgermeister von Pfedelbach werden.

Weder Verwaltungstätigkeit noch einheimisch: So gesehen ist Jens Müller der Exot unter den Bewerbern, die Bürgermeister in Pfedelbach werden wollen. Vielleicht sei das sogar sein Vorteil, überlegt er. Mit Ideen, einem neutralen Blick, ohne in irgendwelchen Vereinen oder Ortsteilen gebunden zu sein, damit möchte er überzeugen.
Anstoß von Pfedelbacher Bürgern
Ein Unbekannter ist er dennoch nicht. Der Anstoß für seine Bewerbung kam von Pfedelbacher Bürgern. „Ich habe es mir eine ganz Weile überlegt und natürlich mit meiner Frau gesprochen, die mich bestätigt hat“, erzählt er.
Dann ging es an die Vorbereitungen für Wahlprogramm und Co, erst dann gab er seine Kandidatur bekannt. Denn: „Wenn ich was angehe, dann mache ich es wohlüberlegt und mit Plan“, erklärt er.
Seit Jugend politisch interessiert
Der 38-Jährige arbeitet als Beamter und Lehrer an einer Berufsschule in Ludwigsburg. Dort unterrichtet er Betriebs- und Volkswirtschaftslehre für zukünftige Meister, Gesellen und Fachangestellte. Wirtschaft, das ist sein Thema und Politik, schon seit der Jugend, erinnert sich der Familienvater: „Man kann nicht nur meckern, sondern man muss auch was machen.“
In seiner Jugend hat der passionierte Hobbyflieger sich in der Jungen Union engagiert, wo er heute noch ist und also Einblicke in die Kommunalpolitik habe. Das Bürgermeisteramt sehe er jedoch überparteilich, betont er.
Laufbahn und mehr
Seit rund fünf Jahren lebt Jens Müller mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Öhringen, aufgewachsen ist er ländlicher. Geboren in Bad-Friedrichshall-Kochendorf, zog es die Familie kurze Zeit später nach Bretzfeld-Adolzfurt, wo auch die Großeltern lebten. „Also bin ich ein Hohenloher durch und durch.“
Müllers Schullaufbahn ging schrittweise Richtung Ziel: Von der Hauptschule zur Realschule und schließlich zum Abitur am Wirtschaftsgymnasium. „Was mit Wirtschaft und Politik machen“, das war sein Plan. Und weil ihm Menschen am Herzen liegen, zog es ihn zum Lehramtsstudium nach Konstanz. Als Wirtschaftspädagoge arbeite man mit der ganzen Bandbreite zusammen, Junge und Ältere, gerade das sei auch in der kommunalen Politik gefragt. Und: Schule heute sei viel Verwaltungsarbeit.
Begeistert von Vereinsarbeit
Pfedelbach kenne er von früher, ist zum Beispiel beim Spendenlauf für das Spielplatzprojekt in Untersteinbach mitgelaufen. Was ihm gegenüber den anderen Kandidaten an Ortskunde fehlt, holt der Hobbyläufer im Wahlkampf in einem Sprint durch die Gemeinde nach und hat in den letzten Wochen Ortsteile, Unternehmen und Ehrenamtliche abgeklappert.
Er schwärmt: „Jetzt, wo ich so rumkomme, merke ich erst, was es alles Besonderes gibt.“ Sei es landschaftlich oder mit Blick auf die Dorfgemeinschaft. „Es ist toll, was die Vereine auf die Beine stellen.“
Ziele für die Verwaltung
Als künftiger Rathauschef möchte er die Probleme angehen, nicht Aktenverwalter sein, mit den Menschen arbeiten, die „Brücke sein zwischen Verwaltung und Bürgern.“ Ideen habe er genug. Er überlegt kurz. Pfedelbach stehe gut da in vielen Dingen, auch wirtschaftlich besser als viele andere Kommunen. Doch im Hinblick auf die Zukunft, im Zuge von Einbruch bei Gewerbesteuer und Einkommenssteuer, sei Sparen „das Gebot der Stunde.“ Die Ausgabenseite anschauen und verantwortungsvoll mit Vermögen umzugehen, sei die Devise. Zweiter Punkt in seinem Wahlprogramm ist der demographische Wandel.
Jüngere sollen sich mehr für Ältere einsetzen, denn „ihnen haben wir viel zu verdanken“. Einen Träger für ein neues Seniorenheim zu finden, stehe oben auf der Agenda. Wichtig ist ihm auch die Mensa. „Bildung ist die beste Rendite“, findet er. Und dazu gehöre nun mal auch dass Essen für die Schüler. Um sich besser mit der Wirtschaft zu vernetzen, plant er zudem, einen Wirtschaftsstammtisch einzurichten. Doch nicht nur die wirtschaftlichen Themen sollen eine Rolle spielen, auch die Selbstvermarkter und die Förderung des Tourismus sind ihm ein Anliegen. Und wenn er Freizeit hat, verbringt er sie am liebsten draußen und geht neben dem Fliegen gerne Angeln, Rad fahren oder joggen.
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