Bei der Digitalisierung der Ämter ist Geduld gefragt

  
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Die Digitalisierung der Behörden schreitet langsamer voran als gedacht. Das hat gute Gründe, meint unser Autor. 

Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei den digitalen Behördengängen noch weit auseinander.
Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei den digitalen Behördengängen noch weit auseinander.  Foto: Uli Deck

Es gibt zwei Schlagworte in der öffentlichen Debatte, die suggerieren, dass der Abbau hier und der Aufbau dort alles zum Besten wendet: Bürokratie und Digitalisierung. Dabei ist das eine weder ganz schlecht noch das andere so komplett gut. Und ja, beide Bereiche bedingen und beharken sich. Weil die Deutschen in ihrer eigenen Gesetzesflut schier ertrinken und EU-Verordnungen haarklein ins Nationale verrechtlichen.

Föderalismus stiftet viel Verwirrung 

Hinzu kommt der Föderalismus, der in seiner dezentralen Machtverteilung nicht nur Segensreiches bewirkt, sondern auch viel Verwirrung stiftet. Jede Landes-Administration hat ihre eigenen IT-Systeme, die mit denen des Bundes oftmals nicht kompatibel sind, von jenen der Kreise und Kommunen ganz zu schweigen.

Rechtsunsicherheit und Schnittstellenchaos

Dieses gesetzliche und technische Durcheinander hat die Digitalisierung vieler Behördengänge lange arg ausgebremst. Erst nach und nach gelingt es, die Rechtsunsicherheit und das Schnittstellenchaos aufzulösen. Das macht Hoffnung.

Auch die Bürger müssen aktiver mitmachen

Ein Ruck ist in den hiesigen Landratsämtern tatsächlich zu erkennen. Doch auch die Bürger müssen aktiver mitmachen. Allzu viele scheuen sich, ihre persönlichen Daten digital preiszugeben. Oder sind gar nicht in der Lage, diese online einzustellen. Der strenge staatliche Datenschutz tut sein Übriges. Die Digitalisierung der Ämter kostet überdies viel Geld und – ja – braucht auch weiter Personal: Beides geht den Kreisen gerade aus. Ein schneller digitaler Schub lässt so wohl weiter auf sich warten. 

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