Barrierefreiheit in den Städten muss besser bedacht werden
Immer mehr Menschen sind auf Barrierefreiheit angewiesen. Das muss dringend besser in die Planungen einfließen.

Der Spaziergang durch Künzelsau war teilweise sichtlich unangenehm für Stefan Neumann. Dass die Vertreterinnen für Menschen mit Behinderungen schon im Foyer seines Rathauses so viele Barrieren gefunden haben, hat ihn wohl überrascht. Allerdings: Wahrscheinlich hätten die beiden Frauen auch in den Häusern und Orten seiner Amtskollegen vieles gefunden, dass aus deren Sicht kritisch beäugt worden wäre.
Menschen vereinsamen durch mangelnde Barrierefreiheit
Eine fahrende Rampe und ein unterfahrbarer Tisch im Nebenraum eines Amtszimmers sind besser als nichts. Aber Barrieren sind nicht erst dann ein Problem, wenn ein Mensch tatsächlich vor ihnen steht. Sie sind es schon, bevor ein Betroffener überhaupt das Haus verlässt. Wenn sich jemand nicht sicher ist, dass er an seinem Ziel ankommt, ohne mit dem Fuß an einer Stufe hänge zu bleiben. Oder wenn er erwartet, dass er auf die Hilfe von anderen angewiesen ist, mancher sogar befürchtet, dass er anderen zur Last fällt. Denn dann trauen sich Menschen nicht mehr oder gar nicht raus – und vereinsamen.
Viele Menschen sind schon darauf angewiesen und es werden mehr
Das ist gerade in Zeiten alarmierend, in denen immer mehr Menschen älter werden und deren Fitness und Mobilität nachlässt. Menschen mit Behinderung sehen sich dieser Benachteiligung schon heute ausgesetzt. Dabei ist es oft gar nicht so schwierig, wenn von Vornherein richtig geplant wird. Und das heißt vor allem: Auch aus Sicht der Betroffenen. Wir können uns hierzulande einiges vom Vereinigten Königreich und von Spanien abgucken. Da funktioniert genau das bereits gut.
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