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Stadt ist pleite

Bangen hat ein Ende: Freibad Langenburg öffnet wohl 2025

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Vor allem durch das Engagement von Ehrenamtlichen kann die Saison in diesem Jahr wohl gestemmt werden. Kommunen aus dem Hohenlohekreis beteiligen sich an Kosten.

von Oliver Färber und Götz Greiner
Der erfrischende Spaß für Alt und Jung im Langenburger Freibad scheint durch das große ehrenamtliche Engagement des Fördervereinsmitglieder für 2025 gesichert zu sein.
Der erfrischende Spaß für Alt und Jung im Langenburger Freibad scheint durch das große ehrenamtliche Engagement des Fördervereinsmitglieder für 2025 gesichert zu sein.  Foto: Färber, Oliver

Der Zuschauerraum im Saal des Langenburger Feuerwehrmagazins ist am vergangenen Donnerstag voller Menschen. Es sind vor allem die unermüdlichen Ehrenamtlichen der Freibadfreunde.

Sie hängen Bürgermeisterin Petra Weber bei der Sondersitzung des Gemeinderats an den Lippen, als sie verkündet, dass es nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht im Landratsamt Schwäbisch Hall „äußerst wahrscheinlich“ sei, dass das Freibad doch in dieser Saison öffnen kann.

Freibad Langenburg öffnet wohl 2025: Bürgermeisterin hat befürchtet, das Freibad werde nicht öffnen

„Ich habe phasenweise schon gedacht, das wird nichts“, gibt die Rathauschefin zu. Dass es nun klappe, sei nur den Aktiven der Freibadfreunde zu verdanken. Auf Nachfrage von Stadtrat Friedrich Rath, wie wahrscheinlich das grüne Licht der Kommunalaufsicht sei, antwortet sie: „Zu 99 Prozent. Man ist dort sehr wohlwollend.“ Im Landratsamt sei man auch froh darüber, dass der große Kostenfaktor Freibad so schnell aus dem Langenburger Kommunalhaushalt verschwinde. Wegen der schlechten Zahlen dort, hatte der Kreis darauf gedrängt, dass im Luftkurort nur noch Pflichtaufgaben finanziert werden – das Freibad zählt dazu nicht (wir berichteten). Weber stellt allerdings klar, dass die Einrichtung auch während der Saison sofort geschlossen werden könne, wenn sich herauskristallisiere, dass es Finanzierungslücken gibt.

Konkret geht es darum, den für 2025 geschätzten Abmangel von rund 180.000 Euro für den Betrieb zu eliminieren, was die Freibadfreunde zugesichert haben. Das soll vor allem erfolgen, indem Ehrenamtliche Aufgaben wie die Badeaufsicht übernehmen. Es sollen aber auch Gelder generiert werden.

Mulfingen und Künzelsau beteiligen sich mit Betrag pro Einwohner

Zwei Kommunen aus dem Hohenlohekreis beteiligen sich bereits: Der Gemeinderat der Stadt Künzelsau hatte im Dezember entschieden, das Freibad einmalig mit knapp 16 500 Euro zu unterstützen – das entspricht einem Euro pro Einwohner (wir berichteten). Im Januar hat der Mulfinger Gemeinderat beschlossen, jährlich 7500 Euro zu geben – das ist etwa einmal pro Einwohner die Hälfte des bisherigen Eintrittspreises. Das Geld ist für drei Jahre zugesichert, „das war dem Gemeinderat wichtig“, sagt Bürgermeister Sören Döffinger. Je nach dem, ob das Freibad dann noch betrieben wird, werde der Zuschuss gegebenenfalls auch darüber hinaus bezahlt. „Wir haben natürlich ein Interesse, dass es geöffnet hat“, sagt Döffinger. Im Juli und August 2024 waren die Künzelsauer die drittgrößte, die Mulfinger die sechstgrößte Gruppe der Besucher des Langenburger Freibads. Weitere Kommunen und Firmen seien angesprochen worden, auch wegen Werbung auf dem Gelände.

„Aktuell bekommen wir 3200 Euro für Bandenwerbung. Da geht sicher noch mehr“, fügt Rathauschefin Petra Weber hinzu. Dass sich der Langenburger Gemeinderat wegen Beschlüssen zum Freibads extra zu einer Sondersitzung getroffen hat, begründet Weber mit der Dringlichkeit. Zunächst geht es um den Auftrag an die Verwaltung, mit den Freibadfreunden eine Vereinbarung für den weiteren Betrieb aufzusetzen. Sie waren die einzigen, die sich bei einer öffentlichen Ausschreibung beworben hatten, sich um den Fortbestand der Einrichtung zu kümmern. Einstimmig beschließen die Räte, einen Vertrag mit dem Verein aufzusetzen – vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunalaufsicht.

Fachkraft für Bädertechnik muss eingestellt werden

Weiter geht es um den Auftrag eines externen Dienstleisters. „Bei einem Bad dieser Größe müssen wir eine Fachkraft für Bädertechnik haben“, erklärt Weber. Auf der Suche nach einer Lösung sei man auf die Firma Bäderlife in Walldorf gestoßen, die dies als Dienstleistung anbietet. Maximal rund 97 000 Euro werde sie dafür verlangen. „Die Kommunalaufsicht hat das schon gesehen und gibt wohl ihr Go“, so die Bürgermeisterin. Der Auftrag gehe über eine Saison. Es werde noch geprüft, ob eine Unterbrechungsversicherung abgeschlossen werden kann, falls doch während der Saison die Notbremse gezogen werden muss. Der Gemeinderat ist einstimmig dafür.

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