Bahnzubringer von Dörzbach nach Möckmühl soll bis Ende 2029 rollen
Die erweiterte Regiobuslinie 11 ist ein Erfolg. Sie verbindet Dörzbach mit dem Bahnhof in Möckmühl und ersetzt den fehlenden Schienenanschluss im Jagsttal. Jetzt beschloss der Kreistag, das Angebot für weitere drei Jahre beizubehalten und einen Förderantrag zu stellen.

Mittel- und Unterzentren ohne Bahnanschluss können seit 2015 auf stark erweiterte und vom Land geförderte Regiobuslinien zurückgreifen, um verlässlich im Stunden- oder Halbstundentakt von früh morgens bis spät abends an den Schienenverkehr angebunden zu sein. Die Linie 11 zwischen Dörzbach und dem Bahnhof in Möckmühl, wo die Frankenbahn hält, wurde im Dezember 2021 aufgewertet. Die Landesförderung war zunächst bis Ende 2026 gesichert und soll nun bis Ende 2029 verlängert werden. Der Fachausschuss des Kreistags genehmigte jetzt den Weiterbetrieb und ermächtigte die Verwaltung, den Förderantrag zu stellen. Wird der bewilligt, muss der Hohenlohekreis wie bisher keinen Cent zusätzlich berappen.
Fahrgastzahlen sind seit 2022 um 20,7 Prozent gestiegen
Das Angebot kommt sehr gut an, die Zahl der Fahrgäste ist zwischen 2022 bis 2024 von 174.025 auf 219.377 gestiegen. Das ist ein Zuwachs von 20,7 Prozent. Es gibt 29 Haltestellen, die Strecke misst 38,1 Kilometer, die durchschnittliche Fahrzeit beträgt 53 Minuten. Anschlüsse in Möckmühl bestehen zum Regional Express RE 8 nach Würzburg und Stuttgart und zum MEX 18 Richtung Osterburken sowie Stuttgart und Tübingen.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Während AfD-Kreisrat Anton Baron den Fahrbetrieb auf der Frankenbahn als „unterirdisch“ kritisiert, betont Grünen-Kreisrat Heinrich Schüz: „Der Regiobus funktioniert sehr gut als Zubringer zur Bahn.“ Vor allem die steigenden Fahrgastzahlen seien „positiv“ und zeigten, dass genügend Leute bereit seien, auf den ÖPNV umzusteigen. Anton Baron hingegen erklärt, er steige gerade deswegen lieber aufs Auto um, weil auf der Bahnstrecke von seinem Wohnort Öhringen über Heilbronn nach Stuttgart seit Jahren das pure „Chaos“ herrsche. Baron sitzt für die AfD im Landtag und ist jüngst wiedergewählt worden.
Thomas Dubowy: Echte Alternative zur Jagsttalbahn
FWV-Kreisrat Thomas Dubowy meint: „Die Regiobuslinie 11 hat noch mehr Potenzial, nur mit der Frankenbahn klappt das nicht so wie gedacht.“ Sie sei ein „echter Zubringer zur Bahn“ und erfülle damit genau den vom Verkehrsministerium beabsichtigten Zweck. „Das zeigt, wie eine Buslinie ganz hervorragend den Schienenverkehr ersetzen kann.“ Dubowy spielt dabei auf die Jagsttalbahn an, die früher genau auf dieser Strecke zwischen Dörzbach und Möckmühl fuhr, aber nun stillgelegt ist und anders als ein Teil der Kochertalbahn nicht mehr reaktiviert werden soll. Was übrigens ganz im Sinne Dubowys ist, der als Krautheimer Gemeinderat exakt dagegen kämpft, um die Entwicklung der dortigen Ortsmitte nicht zu gefährden.
Rüdiger Volk: In Jagsthausen gibt es Probleme beim Umsteigen
CDU-Kreisrat Rüdiger Volk moniert, dass es „in Jagsthausen größere Probleme gibt beim Umsteigen von der Linie 17 auf die Linie 11“. Die eine kommt aus Richtung Öhringen, die andere hält dort auf ihrem Weg durchs Jagsttal, „und die Linie 11 fährt den Schülern von Linie 17 immer wieder vor der Nase weg“. NVH-Chef Alexander Wolf kontert: „Die immer wieder vorkommenden Verspätungen der Linie 17 haben wir schon korrigiert.“ Der Grund seien die längeren Wartezeiten in Öhringen, um so viele Schüler wie möglich von dort Richtung Jagsttal transportieren zu können. Diese seien seit zwei Wochen „ein bisschen korrigiert“ worden. Rüdiger Volk antwortet: „Nein, das funktioniert immer noch nicht.“
Auch wichtig für den Schülerverkehr
Fakt ist: „Die Linie 11 sichert insbesondere die Verbindung der Gemeinden nach Öhringen/Künzelsau und gewährleistet so den werktäglichen Schülerverkehr durch das Erreichen passender Anschlüsse: zum Beispielzur Regiobuslinie 19 Richtung Künzelsau und Bad Mergentheim, zur Linie 9 Richtung Künzelsau und Osterburken und zur Linie 17 Richtung Öhringen“, wie es in der Beschlussvorlage heißt.
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