Hitze hoch zwei im eingeheizten Backhaus
Zum 24. Mal wird rund um die Siebeneicher Kelter das Backhausfest gefeiert. Im Backhaus wird für das Wochenende mächtig eingeheizt. Um die 450 Kuchen werden an den beiden Tagen gebacken. Eine schweißtreibende Angelegenheit bei den wieder sommerlichen Temperaturen.

Die Glocke am Alten Rathaus schlägt 17 Uhr. Die ersten Gäste haben sich schattige Plätze unter den großen Bäumen gesucht. Kühle Getränke aller Art sind heiß begehrt an diesem sonnigen Wochenende.„Viel trinken“, lautet denn auch der Rat von Friederike Rembold-Fromm an ihre Mitstreiterin Marion Kunz. Die beiden Frauen heizen im Backhaus in der Ortsmitte kräftig ein, damit pünktlich zur Eröffnung die ersten Zwiebel-, Peterling- und Rahmkuchen für die Gäste bereit sind.
Fest rund ums Backhaus alle zwei Jahre
Gerade werden die ersten zwölf Bleche mit duftenden Kuchen auf den Bärn gestellt, wie Friederike Rembold-Fromm das hölzerne Tragegestell nennt, mit dem Lina Jung und Thea Fromm die Kuchen durch den Ort vor zur Kelter und den hungrigen Gästen tragen.Marion Jung holt eines der Rebenbündel vom Anhänger, der hinter dem Backhaus steht. „Damit wird kurz zwischengefeuert“, erklärt Friederike Rembold-Fromm. Die Reben dafür hat die Dorfgemeinschaft einige Tage vor dem Backhausfest gesammelt und zu den Büschen gebunden.

Schnell sind die dünnen Reben zu Asche verbrannt. Marion Jung öffnet das linke Backfach und schiebt die nächsten Kuchen ein. Um die 450 Kuchen werden an zwei Tagen im Backhaus gebacken.
Fest ums Backhaus mit geheimen Rezepten
Dafür ist einige Meter entfernt in einer Doppelgarage die große Teigmaschine im Dauereinsatz. Zweieinhalb Kilogramm Mehl schafft der robuste Teighaken. Die Rezepte für die einzelnen Kuchen hängen an den Wänden.

„Die sind aber geheim, dürfen diesen Raum nicht verlassen“, mahnt Hedi Rehn inmitten der Berge von Zutaten. Kistenweise warten Eier, Margarine, Mehl, Zwiebeln und literweise Sahne darauf, zu köstlichen Kuchen verarbeitet zu werden. Pro Blech werden beispielsweise 700 Gramm gedünstete Zwiebeln gebraucht. „Zwischenzeitlich kaufen wir die geschnitten“, verzichten die Landfrauen in 2025 auf das tränentreibende Schneiden.

Die Landfrauen Schwabbach-Siebeneich sind ein eingespieltes Team. Auch wenn das Siebeneicher Backofenfest nur alle zwei Jahre stattfindet. „Damit ich nicht aus der Übung komme, habe ich auch beim Fest in Schwabbach gebacken“, erklärt Friederike Rembold-Fromm. Die benachbarten Orte Schwabbach und Siebeneich heizen im jährlichen Wechsel die Backhäuser ein und laden zum Fest.
Fest ums Backhaus wird abwechselnd gefeiert
Immer wieder werden junge Helferinnen angelernt. „Es braucht schon ein wenig Übung“, findet auch Marion Jung. Nach zwölf Minuten bei etwa 230 Grad öffnet sie das erste Mal die Luke und schaut, ob die Kuchen schon fertig sind. „Die grünen Kuchen sind am schnellsten fertig“, hat Friederike Rembold-Fromm beim Einschießen darauf geachtete, dass die weiter vorne stehen. „Die Petersilienkuchen gehen gerade sehr gut“, sagt am Verkaufshäuschen Petra Schüll, während Susanne Hamann-Eurich einen neuen Kuchen in neun Stücke aufschneidet.
Fest ums Backhaus wird von Weinhoheiten eröffnet
Die Rathausglocke schlägt 17 Uhr. Mit dem Glockenschlag kommen die 51. Hohenloher Weinhoheiten Simela Koyunseven und Luna Dietle auf das Festgelände vor der Kelter. „Wir hatten einen Platten“, ist Simela Koyunseven froh, es noch pünktlich geschafft zu haben, um mit Luna und Bürgermeister Martin Piott das Fest zu eröffnen. „Es ist eines der schönsten Feste, die ich kenne“, sagt Piott mit ein wenig Stolz in der Stimme. Die Siebeneicherin Claudia Knorr ergänzt: „Du fühlst Dich wie im Himmelreich, trinkst Du Wein aus Siebeneich.“
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