Auf der CMT: Vereinter Norden macht sich schick
Besucher der Tourismusmesse in Stuttgart betreten in Halle 6 Neuland und erleben sechs Ferienregionen aus einem Guss. Wie kommt das bei den Besuchern an? Warum passierte das alles so flott?

Anne-Luise Müller war früher Gästeführerin und ist Stammgast auf der CMT. Sie betritt am Montag wie viele andere Insider Neuland in Halle 6, wo Baden-Württemberg und Bayern ihre touristischen Schwergewichte auffahren. Der Norden gehört seit diesem Jahr auf jeden Fall dazu. Erstmals haben die sechs Ferienregionen einen gemeinsamen Stand aufgeschlagen, der veritable 400 Quadratmeter misst. Und er kommt sehr gut an.

Zumindest, wenn man sich an das neue Konzept gewöhnt hat. Der eine oder andere sucht noch seine regionale Marke und findet sie nicht wie sonst auf den ersten, sondern zweiten oder dritten Blick. Weil diesmal vier Themen im Mittelpunkt stehen, die jene Allianz von Rhein-Neckar übers Heilbronner Land bis Hohenlohe verbinden. Auch Anne-Luise Müller muss sich erstmal vortasten. Dann aber ist das Eis gebrochen.

„Der Stand gefällt mir sehr gut. Er ist überschaubar und wertig, und man findet alles, was man sucht“, sagt die Frau aus Crailsheim. Ihre Heimatstadt ist eine von zwölf Unterausstellern: so wie Bad Wimpfen und Eppingen, das Weinsberger Tal und Neckar-Zaber, die Burgfestspiele Jagsthausen und die Hohenloher Perlen.

Dass sich der Norden zusammengeschlossen hat, sei auch „wirtschaftlich“ ein Gewinn: „Dann muss nicht jeder extra alles für sich teuer bewerben.“ Der Werbeslogan „Im Süden ganz oben“ ist unübersehbar: „Das finde ich sehr gut, denn so kann sich jeder für sich schon mal ganz oben fühlen.“

Besser hätten es die Werbeprofis der Agentur Pilum aus Österreich auch nicht formulieren können, die das Tempo loben, mit der dieser Marketing-Claim umgesetzt werden konnte. „Dies ging nur, weil alle an einem Strang zogen“, sagt Geschäftsführer David Osebik. „Wofür andere drei bis vier Jahre brauchten, haben wir in eineinhalb Jahren geschafft.“ Dass man „so toll und so einheitlich agiert, sucht seinesgleichen“.

Die Tourimia GmbH als Bindeglied und die regionalen Touristikgemeinschaften hätten einen Super-Job gemacht. Deren Leiterinnen Sarah Schmidt (Hohenlohe) und Magdalena Schmidt (Heilbronner Land) geben das Lob prompt weiter. Die Stadt Heilbronn ist zwar Mitglied besagter TG, hat aber einen eigenen Stand, direkt daneben. „Wir haben unser Design bewusst angepasst“, schließt Steffen Schoch, Chef der Heilbronn Marketing GmbH, nicht aus, künftig noch enger heranzurücken.

Denn der Norden ist noch nicht ganz vereint. Auch Mannheim und Heidelberg scheren noch mit Solo-Ständen aus, genauso wie Bad Mergentheim oder Schwäbisch Hall. Aber, so lautet die Hoffnung: Kommt Zeit, kommt Tat.
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