Asphalt-Recycling im Rüblinger Steinbruch: Transparenz ist und bleibt unbedingt erforderlich

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Dass die zwei Vorhabenträger - Strabag und die Paul Kleinknecht AG - nun auf eine Kernforderung der Kritiker eingehen, ist richtig. Jene sollten sich gegebenenfalls aber auch durch Fakten überzeugen lassen, kommentiert unser Autor.

von Christian Nick
Nicht nur in Braunsbach-Döttingen fordern die Projektkritiker den Stopp der geplanten Asphalt-Recyclinganlage. Um den Konflikt zu lösen, sollten sich beide Seiten bewegen.
Nicht nur in Braunsbach-Döttingen fordern die Projektkritiker den Stopp der geplanten Asphalt-Recyclinganlage. Um den Konflikt zu lösen, sollten sich beide Seiten bewegen.  Foto: Götz Greiner

Es war mit Ansage: Kaum mehr ein größeres Infrastrukturprojekt lässt sich heutzutage realisieren, ohne dass sich Opposition in Form einer Bürgerinitiative regt. Zumal nicht, wenn neben Lärm- oder Geruchsbelästigung auch gesundheitliche Risiken in Rede stehen – oder zumindest eifrig behauptet werden.

Von der durch die Kritiker ins Feld geführten Emission teils krebserregender Substanzen, wie etwa Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Stickstoffe, Feinstäube, Dioxine oder Furane kann zwar – folgt man den Beteuerungen der Projektierer und setzt auf die Funktion der Genehmigungsbehörde – keinerlei Rede sein. Dennoch gibt es vor Ort in den nur 900 Meter vom avisierten Standort des Pilotprojekts entfernten Ortschaften mannigfaltige Bedenken und Sorgen.

Auf beiden Seiten muss man sich bewegen

Nicht nur, weil voraussichtlich rund 1,7 Tonnen CO2 je Stunde Anlagen-Laufzeit emittiert werden, sondern auch, weil man aufseiten der Vorhabengegner – auch dies ein durchaus üblicher Vorwurf bei solchen Großprojekten – bereits wieder Mauscheleien zwischen Unternehmen und Behörden wittert. 

Jene Eindrücke zu entkräften: Dafür hat die neu gegründete Firma NovoRock besagte „Runden Tische“ ins Leben gerufen und einen Mediator engagiert. Nach der Premiere muss man sagen: Bisher ist dies ganz offenkundig nicht ausreichend gelungen.

Transparenz ist und bleibt wichtig

Daher ist es gut, dass die Projektierer nun auf eine zentrale Forderung der Skeptiker eingehen – und sich dazu entschieden haben, auf freiwilliger Basis den sogenannten Scoping-Termin beim Regierungspräsidium zu beantragen. 

Ob sich die Kritiker indes dann von Fakten überzeugen lassen oder sich wiewohl unbelehrbar in populistische Fake News flüchten? Auch dies bleibt eine Entwicklung, die – wie in vergleichbaren Fällen – abzuwarten sein wird. Möglichst große Transparenz ist bei dem umstrittenen Modellversuch jedenfalls ganz sicher angeraten. 

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