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Große Aktionswoche „Gutes Klima für Hohenlohe“ feiert Premiere

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56 Veranstaltungen vom 10. bis 18. Mai: Ein breites Bündnis will Klimaschutz im Hohenlohekreis so konkret wie möglich erfahrbar machen. Auf moralische Appelle will man dabei bewusst verzichten. 


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Das Klima im Hohenlohekreis soll noch besser werden und die Lebensweise noch nachhaltiger. Der Klimabegriff soll möglichst weit gefasst und jede Generation aktiviert werden. „Ohne moralische Apelle und ohne erhobenen Zeigefinger, sondern auf eine offene und freundliche Art und Weise“, sagt Annette Braun vom Netzwerk Nachhaltigkeit Hohenlohe.

Sie ist Teil einer zwölfköpfigen Steuerungsgruppe, hinter der neun Akteure stehen. Sie haben etwas geplant, das es so noch nie gegeben hat: eine Aktionswoche vom 10. bis 18. Mai unter dem Label „Gutes Klima für Hohenlohe“ mit 36 Teilnehmern und 56 Terminen. Schirmherr ist Landrat Ian Schölzel.

Aktionswoche „Gutes Klima für Hohenlohe“: So konkret und lebensnah wie möglich

Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf regionaler und lokaler Ebene hätten unheimlich viele Facetten. Das Bündnis will diesen bunten Strauß so konkret und lebensnah wie möglich erfahrbar machen. Beteiligt sind Landkreis und Klima-Zentrum, Kommunen und Kirchen, Vereine und Verbände, Gewerbe und Industrie. Die Aktionswoche soll keine Eintagsfliege bleiben, sondern möglichst jedes Jahr fortgesetzt werden.

„Wir wollen ein Fundament schaffen und zeigen, wie viele Akteure bei uns im Kreis schon mit diesen Themen unterwegs sind“, sagt Joachim Schröder, Geschäftsführer des Klima-Zentrums Hohenlohekreis. „Wir wollen dynamisch bleiben und alle mitnehmen.“ Und vor allem: noch mehr miteinander vernetzen.

Akteure im Hohenlohekreis noch besser vernetzen

„Es gibt hier schon einige Initiativen, von denen die einen in der Ecke nicht wissen, was die anderen in jener Ecke tun“, präzisiert Priscilla Reinauer vom Netzwerk Nachhaltigkeit Hohenlohe. Der fortlaufende Austausch sei enorm wichtig, „denn nicht jeder muss das Rad neu erfinden“. Mitstreiterin Annette Braun präzisiert: „Die Gruppen brauchen einander in der Gestalt, dass nicht jeder vor sich hin wurstelt. Das kann sonst sehr zermürbend sein.“ Die Aktionswoche ist also auch wichtig, um den Teamgeist und das kollektive Selbstbewusstsein zu stärken.

Das Wetter schlägt infolge des Klimawandels auch in Hohenlohe so seine Kapriolen. Das Bild entstand vor kurzem bei Dörzbach, wo die Aktionswoche endet.
Das Wetter schlägt infolge des Klimawandels auch in Hohenlohe so seine Kapriolen. Das Bild entstand vor kurzem bei Dörzbach, wo die Aktionswoche endet.  Foto: Reichert, Ralf

Klimaschutz im Hohenlohekreis: Blutleere Begriffe mit Leben füllen

Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Diese Begriffe werden häufig gebraucht, sind in ihrer Bedeutung aber weit interpretierbar. Sie wirken deshalb zuweilen schwer fassbar oder gar blutleer. Das Bündnis will sie mit Leben füllen und mit ganz leibhaftigen Projekten und Menschen in Verbindung bringen. Wichtig ist den Protagonisten, einen Bezug zur Alltagswirklichkeit zu schaffen, nicht zu viel zu wollen und vor allem nicht belehrend von oben herab aufzutreten.

„Gesellschaftliche Veränderungen beginnen immer in den Köpfen jedes Einzelnen“, meint Öhringens Klimaschutzmanagerin Sophie Strecker. „Wenn wir vor allem positive Geschichten erzählen und nur einen kleinen Tick weiterkommen, haben wir schon viel erreicht.“

„Wir schützen nicht das Klima, sondern unseren Lebensraum“

Priscilla Reinauer ist überzeugt: „Die wichtigste Botschaft ist die, vor allem auch den Skeptikern zu vermitteln: Wir schützen nicht das Klima, sondern unseren Lebensraum.“ Klimaschutz sei nichts „Abstraktes und Ideologisches“, sondern etwas sehr Praktisches und Konkretes „für unser aller Leben“. Wenn dies von immer mehr Bürgern erkannt werde, sei eine stabile Basis gelegt.

Ökologie, Ökonomie und Soziales sind gleich wichtig

Die ökologische Komponente sei genauso wichtig wie die ökonomische und soziale, denn: Auf genau diesen drei Säulen ruhe seit rund 30 Jahren der viel weiter gefasste Nachhaltigkeits-Begriff.  Und jeder sei gleich bedeutend und beeinflusse die jeweils andere Säule.  Auch die Aktion „Gutes Klima für Hohenlohe“ nimmt diesen Ball spielerisch auf: Eine Auswahl der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele wurde ins Hohenlohische übersetzt und auf bunte Postkarten gedruckt, die mitgenommen werden können.

Das sind die Höhepunkte der Aktionswoche in Hohenlohe

Die Aktionswoche startet am 10. und 11. Mai bei der Jagsttal-Wiesen-Wanderung zwischen Mulfingen und Krautheim. Allein 21 Termine wird es meist in freier Natur geben. Die zentrale Informationsveranstaltung des Bündnisses „Gutes Klima für Hohenlohe“ findet am 15. Mai von 17 bis 21 Uhr in der Öhringer Kultura statt: mit einem „Markt der Möglichkeiten“ sowie einem Vortrag von Professor Dr. Henning Austmann von der Hochschule Hannover über „Einfach besser leben“ mit anschließender Podiumsdiskussion.

Am 17. Mai werden die Marktplätze in Künzelsau und Öhringen zu quirligen Schauplätzen nachhaltiger Projekte, bevor die Aktionswoche am 18. Mai in Dörzbach mit einer Wanderung samt Picknick, einer Fahrradsternfahrt und einem Ökumenischen Gottesdienst endet.

Mitglieder der federführenden Steuerungsgruppe sind die Klimaschutzbeauftragten von Künzelsau, Öhringen und Schöntal, die Katholische und Evangelische Erwachsenenbildung, der Evangelische Kirchenbezirk, das Netzwerk Nachhaltigkeit, die Ländliche Heimvolkshochschule Hohebuch und das Klima-Zentrum Hohenlohekreis. Übersicht aller Termine und Veranstaltungen: „www.gutesklimahohenlohe.de

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