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Keine Wahl-Werbung erwünscht

Mulfinger Verein sagt wegen AfD-Infostand Monatsmarkt ab

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AfD-Landtagskandidat Anton Baron ist verwundert: Eine Woche vor dem geplanten Termin wird der Monatsmarkt in Mulfingen abgesagt. Grund ist der geplante AfD-Infostand. Auch eine andere Partei wollte einen Stand aufbauen. Das sagen die Organisatoren vom Verein ProMu.

Auf seinen sozialen Kanälen hat der Verein ProMu die Absage des Monatsmarktes öffentlich gemacht.
Auf seinen sozialen Kanälen hat der Verein ProMu die Absage des Monatsmarktes öffentlich gemacht.  Foto: Götz Greiner

Anton Baron ist verwundert: Der geplante Info-Stand des AfD-Direktkandidaten für den Wahlkreis Hohenlohe ist der Grund, weshalb der Monatsmarkt in Mulfingen abgesagt wurde. Der war geplant für Freitag, 6. März. Die Organisatoren vom Verein ProMu schreiben nun: Weil der Markt von der AfD für eine Wahlkampfveranstaltung genutzt werden soll und „wir auf öffentlicher und gemeindlicher Fläche kein Teilnahmeverbot für die AfD erwirken können“, habe man sich entschieden, den Markt abzusagen. Unterzeichnet ist das Schreiben von Ortsvorsteher Johann Dirnberger und Markus Reinauer, dem Vorstand von ProMu. Der Monatsmarkt stehe ausschließlich für „Mulfingen mehr Miteinander“. Das widerspreche sich mit den Inhalten der AfD, sagen Reinauer und Dirnberger im Gespräch mit unserer Redaktion.

Spaltung der Gesellschaft und politische Narrative

Anton Baron, der schon für Hohenlohe im Landtag ist und dort nach dem 8. März bleiben möchte, bedauert das. Er sagt: „Demokratie lebt vom Austausch der Argumente. Wer das verhindern möchte und den Bürgern vorenthält, dass auch die Grünen einen Infostand machen wollten, trägt bewusst zur Spaltung der Gesellschaft bei.“

Eine Spaltung der Gesellschaft fürchten Dirnberger und Reinauer hingegen durch die AfD: „Wir wollen nicht, dass unser Markt mit den politischen Narrativen und der Härte der AfD in Verbindung gebracht wird“, sagt Reinauer im Gespräch mit der Hohenloher Zeitung. Diese Ansicht sei einhellig im Vorstand des Vereins ProMu. Die Absage des Marktes sei das Recht des Vereins.

In der AfD hätten Verfassungsgegner Funktionärs-Posten inne, sagt Reinauer. „Der Verdacht, dass diese Partei verfassungswidrig ist, besteht.“ Der ProMu-Vorsitzende betont: Es ist die Meinung über die Partei. „Das richtet sich nicht gegen die Menschen, die die AfD wählen.“ 

Markt soll nun keine Plattform für den Wahlkampf bieten – auch andere Partei betroffen

Er werde aus Reihen der AfD als Demokratiefeind und Hetzer bezeichnet, sagt Reinauer. „Ich setze mich gerne nach der Wahl mit Herrn Baron zusammen und erkläre meinen Standpunkt.“ Mit der Absage des Marktes wolle der Verein aus dem Schneider sein, erklärt Reinauer. So werde der Markt nicht als Plattform für den Wahlkampf genutzt. 

Denn mit der Absage fällt auch eine Plattform für eine weitere Partei weg: Die Grünen wollten einen Stand auf dem Markt am Freitag aufbauen, „da hätten wir auch nichts dagegen gehabt“, wie Dirnberger bestätigt. „Gegen einen Auftritt von Parteien in der demokratischen Familie ist nichts einzuwenden“, findet auch Reinauer. Der Infostand in der „Ortsmitte“ sei in der Werbung der AfD schon angekündigt worden, bevor ProMu davon wusste.

Die Reaktionen aus der Bürgerschaft zur Absage seien im Großen und Ganzen positiv – dem Vorstand werde auch Respekt für die Entscheidung bekundet. Der nächste Markt ist nun am 10. April – nach der Landtagswahl. Und vor Ostern.

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