Zusätzliche Professuren vom Land: Hochschule Heilbronn setzt auf Stellen für Transformation
Das Land greift Hochschulen und Universitäten unter die Arme, damit sie schwache Studiengänge schneller umwidmen können. Auf solche Transformationsstellen setzt auch die Hochschule Heilbronn. 100 Professuren gibt es in den nächsten Jahren insgesamt.

Das Land hat die Hochschulfinanzierungsvereinbarung für die Jahre bis 2030 auf den Weg gebracht. Teil davon sind auch sogenannte Transformationsstellen, mit denen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums rund 100 neue Professuren samt Ausstattung finanziert werden können.
„Damit ermöglichen wir den Hochschulen, die Herausforderungen der Transformation, die sich auch im Wissenschaftsbereich stellen, gezielt, wirksam und schnell anzugehen“, so Wissenschaftsministerin Petra Olschowski laut einer Pressemitteilung. Beispielsweise dadurch, dass sie Professuren vorziehen können, um neue Schwerpunkte in Lehre und Forschung schneller voranzutreiben und ihre Studiengangportfolien weiterzuentwickeln.“
Neue Professuren für Forschung und Lehre: Hochschule Heilbronn rechnet mit acht Stellen
Die Hochschule Heilbronn (HHN) hofft, ebenfalls in den Genuss solcher Stellen zu kommen. Rektor Oliver Lenzen geht davon aus, dass bis zu acht Professuren für Heilbronn und seine vier Standorte Techcampus Sontheim, Bildungscampus Heilbronn, Reinhold-Würth-Hochschule Künzelsau und Schwäbisch Hall abfallen könnten. Die Hochschulen müssen entsprechende Anträge stellen, die beim Land geprüft werden.
Vorteil dieser Professuren: Bis zu sieben Jahre übernimmt das Land die Kosten. Danach sollte dann eine Stelle an der entsprechenden Hochschule frei werden - beispielsweise durch Pensionierung.
Schnell die Veränderungen anstoßen: Das ist ein Vorteil der zusätzlichen Stellen
Mit solchen Vorgriff-Professuren hat die HHN schon selbst Erfahrungen gemacht, beispielsweise würden neue Stellen im Quantencomputing so geschaffen. Oliver Lenzen begrüßt dennoch den Vorstoß des Landes: Hochschulen könnten so schneller neue Bereiche besetzen. Im üblichen Verfahren können Professuren erst besetzt werden, wenn ein bisheriger Stelleninhaber geht.
Oliver Lenzen sieht die Hochschule ohnehin auf einem guten Weg, wenn es um Veränderungen geht. „Der Transformationsprozess ist Tagesgeschäft des Rektorats.“ Dennoch will auch er, dass die Hochschule vom Land profitiert. „Ich will an bestimmten Stellen schneller werden.“ Wo genau er sich neue Schwerpunkte vorstellen kann, lässt er im Detail offen. Möglich sind für ihn aber Themen wie Quantencomputing, Künstliche Intelligenz oder Cyber Security.
Unterdessen spürt bereits die HHN, dass Wissenschaftler die USA verlassen wollen, weil sie dort nicht mehr so frei arbeiten könnten wie zuvor. Das gehe aus aktuellen Bewerbungen hervor, sagt er.
Unterdessen begrüßt Oliver Lenzen die Hochschulfinanzierungsvereinbarung des Landes. „Wir haben Sicherheit über fünf Jahre.“
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare