Zu viele Anmeldungen: Welche Heilbronner Realschule wohl nicht alle Vierer aufnehmen kann
Die Eltern der Viertklässler haben ihre Kinder an weiterführenden Schulen angemeldet. Gymnasium, Gemeinschaftsschule, Realschule: Stimme.de hat einen ersten Trend bei den Anmeldezahlen.

Hunderte Familien haben eine wichtige Entscheidung für ihre Kinder getroffen, die die vierte Klasse besuchen: Nach Test und Elterngespräch haben die Eltern ihre Söhne und Töchter an einer weiterführenden Schule angemeldet. Nun zeichnet sich ab: Nicht allen kann der Wunsch gewährt werden, auch tatsächlich die Lieblingsschule nach den Sommerferien zu besuchen.
Die genauen Zahlen sind wie in den Vorjahren auch noch unter Verschluss, es zeichnen sich aber Trends ab. Details nennt Markus Wenz auf Anfrage, er leitet das Staatliche Schulamt in Heilbronn, das für alle Schulen in der Stadt und im Landkreis Heilbronn verantwortlich ist – bis auf die Gymnasien.
Anmeldung an Realschule Heilbronn: Wo der Platz ausgeht
„Der Bedarf an Schulplätzen im Bereich der von uns bewirtschafteten Sekundarschulen wuchs an, und wir rechnen auch in den nächsten Jahren noch mit Zuwachs“, sagt Markus Wenz. Er spricht unter anderem über Gemeinschafts- und Realschulen. Das heißt allerdings: Es könne dazu kommen, dass die Anmeldezahl die vorhandene Kapazität für die Aufnahme von Schülern in Klasse fünf übersteige. Einen Fall gibt es bereits: „Im Bereich der Realschulen betrifft dies für das kommende Schuljahr die Heinrich-von-Kleist-Realschule Heilbronn.“
Nicht nur an Realschulen wird es eng. „Auch die Gemeinschaftsschulen werden sehr stark nachgefragt, und auch dort ist zum Teil Schülerlenkung erforderlich“, so Markus Wenz. Details nennt er allerdings nicht.
Schulamt Heilbronn muss Kinder an andere Schulen verweisen
Andere Realschulen in der Stadt Heilbronn haben laut Markus Wenz noch freie Plätze. „Hier findet aktuell ein Lenkungsprozess statt.“ Das bürokratische Wort bedeutet: Die Kinder müssen andere Schulen besuchen. Abgewiesene Schüler könnten dann an anderen Realschulen, die noch freie Kapazitäten haben, oder auch an einer anderen Schulart angemeldet werden, so Markus Wenz.
Zugleich weist Markus Wenz auf die rechtlichen Hintergründe des Übergangs hin: Eltern können entsprechend der Übergangsregeln ihrer Kinder eine weiterführende Schulart aussuchen. „Es besteht dann ein Anspruch für die gewählte Schulart, jedoch nicht für die gewählte Schule.“
Gymnasium als Wunsch: Was für den Wechsel nötig ist
Hintergrund sind die neuen Übergangsregeln an Gymnasien. Nicht mehr Eltern allein entscheiden, ob ihr Kind an ein Gymnasium wechseln darf. Seit vergangenem Schuljahr gilt: Zwei der drei Kriterien Elternwunsch, Schulempfehlung und Testergebnis müssen für das Gymnasium sprechen.
Die Gymnasien spüren einen Rückgang, das sei schon im vergangenen Jahr so gewesen, sagt Antje Kerdels. „Es war ein relevanter Einschnitt“, sagt Kerdels, die das Robert-Mayer-Gymnasium in Heilbronn leitet und als Sprecherin die Direktoren im Hohenlohekreis sowie in der Stadt und im Landkreis Heilbronn vertritt. Es sei um den Anteil jener Kinder zurückgegangen, die bis zu den veränderten Regelungen auf Wunsch der Eltern mit Real- oder Werkrealschulempfehlung auf ein Gymnasium gewechselt hätten.
Gymnasien in der Region Heilbronn: So viele Fünfer gibt es
Das Regierungspräsidium in Stuttgart ist für die Gymnasien in der Region zuständig, und das RP nennt auf Anfrage ebenfalls keine schulspezifischen Übergangszahlen. Es nennt allerdings Prognosen fürs kommende Schuljahr: Demnach sinkt in der Stadt Heilbronn die Anzahl der Fünfer von 445 (Schuljahr 2025/2026) auf 440 Kinder, auch in Hohenlohe ist es rückläufig von 242 auf 237 Mädchen und Jungen. Anders die derzeitige Erwartung für den Landkreis: Dort nimmt die Anzahl der Fünfer deutlich zu: von 947 im Herbst 2025 auf 986 ein Jahr später.
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