Feier in Heilbronn

Württemberger Landesweinprämierung macht Wengertern Mut

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Trotz der Krise lassen etliche Wengerter den Kopf nicht hängen. Das zeigte sich beim Ehrungsabend zur Württemberger Landesweinprämierung im Heilbronner Parkhotel. Viele fanden demonstrativ Mut machende Worte.


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Die farbenprächtigen Weinberge, aber auch die Weine in den Gläsern muten wie Kunstwerke an. Und Winzer sind die Künstler, denen wir das zu verdanken haben.“ Mit salbungsvollen Worten wie diesen würdigte Isabell Kling vom Stuttgarter Agrarministerium am Dienstag gegen Ende eines langen Ehrungsabends zur Württemberger Landesweinprämierung (LWP) die Leistung der Wengerter. Und sie zollte ihnen Respekt. „Sie sind derzeit in einer schwierigen Lage, aber ich habe heute keinen jammern oder schimpfen gehört.“ In der Tat.


Wie ein roter Faden zogen sich durch den Ehrungsreigen im zehnten Stock des Heilbronner Parkhotels ausgesprochen Mut machende Worte: von der Begrüßung durch Weinbaupräsident Dietrich Rembold über die Moderation von Weinkönigin Kim Weißflog bis hin zu 14 Laudatien von Ehrenpreis-Stiftern und Dankesworten von deren Empfängern. Zur guten Stimmung trugen neben dem Ehrungs- und Medaillensegen ein dreigängiges Menü von Marcel Küffners Küchenteam bei, neun korrespondierende Weine, zwei Sekte, eine geistreiche Kabarett-Einlage von Thomas Breuer sowie Violinist Jan Vajs und Gitarrist Ben Wormser.

Wengerter machen sich Mut: Jede Krise birgt auch Chancen

Allen voran hob Präsident Rembold den – trotz des auf 60 Betriebe mit 1500 Tropfen geschrumpften Teilnehmerfeldes – nach wie vor hohen Stellenwert der LWP hervor: „Bei uns geht es nicht ums Etikett oder um den Flaschenpreis.“ Vielmehr gehe es darum, die Leistungen der Winzer umfassend zu würdigen – und den Verbrauchern glaubhaft zu vermitteln: vom Weinberg über den Keller bis hin zur nachhaltigen Pflege der Kulturlandschaft.

Nach dem viel zitierten Motto „Jede Krise birgt auch Chancen“ nutzten etliche Preisträger das mit vielen Ehrengästen gespickte Forum, um sich und den Kollegen Mut zu machen. „Weinbau gibt es bei uns schon weit über 1000 Jahre, und wir haben schon viele Höhen und Tiefen erlebt“, betonte etwa Rolf Weibler vom breit aufgestellten Familienbetrieb aus Bretzfeld-Siebeneich.

„Es wird auf jeden Fall weitergehen“, in anderen Strukturen, mit neuen Standbeinen, mit weniger Wein, aber vielleicht gerade deshalb mit auskömmlichen Flaschenpreisen. Ähnlich äußerte sich die für ihre „Frauenpower“ gelobte Anita Landesvatter aus Brackenheim: „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, wir müssen einfach für den Wein leben. Dann klappt es.“ Und während Ute Bader vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV) den genossenschaftlichen Geist beschwor und Immanuel Gröninger von den Bottwartaler Winzern den „Familienzusammenhalt“, meinte Martin Currle von der im Aufbruch befindlichen Remstalkellerei: „Wir müssen als Teamplayer an uns, unsere Weine und unser Terroir glauben und dies nach außen tragen.“

„Wir dürfen nicht jammern, sondern müssen die Ärmel hochkrempeln“

„Die goldenen Zeiten sind vorbei, umso mehr müssen wir trommeln“, mahnte der ehemalige Weinbauberater Hanns-Christoph Schiefer an. „Es ist derzeit nicht leicht“, gab Michael Schmidt von den Weingärtnern Markelsheim zu, die dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiern, „aber unsere Vorfahren haben sowas auch schon durchgemacht. Wir dürfen nicht jammern, sondern müssen die Ärmel hochkrempeln und zuversichtlich sein, dass wir es schaffen“. In diesem Sinne wünschte nicht zuletzt Reinhold Friz von der Weinkellerei Hohenlohe „uns allen Mut, Zuversicht und Kreativität – so wie früher.“

14 Ehrenpreisträger der Württemberger Landesprämierung für Wein und Sekt

Ehrenpreise Als personifizierte Mutmacher von 14 Stiftern mit Ehrenpreisen bedacht wurden bei der Feier Vertreter folgender Betriebe: Weingut Katzer, Sachsenheim, vom Verein Württemberger Weingüter; Kilburger Früchtemarkt, Weinstadt, vom Landesbauernverband Baden-Württemberg, Weingut Landesvatter, Brackenheim, vom Landratsamt Heilbronn; Gebrüder Weibler, Bretzfeld, vom Landratsamt Hohenlohekreis, Matthias und Christine Holzwarth, Aspach, vom Weinbauverband Württemberg, Weingut Kurz-Wagner, Talheim, von der Heilbronn Marketing GmbH, Weingärtnergenossenschaft Aspach vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband; Remstalkellerei, Weinstadt, vom Landratsamt Rems-Murr-Kreis; Weingärtner Markelsheim vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis; Weingärtner Horrheim-Gündelbach vom Landratsamt Ludwigsburg; Bottwartaler Winzer vom Regierungspräsidium Stuttgart. Staatsehrenpreise bekamen das Weingut Kurt und Dietmar Ott aus Sachsenheim-Hohenhaslach, die Privatkellerei Eberbach-Schäfer aus Lauffen und die Weinkellerei Hohenlohe.

Die Goldene Verbandsehrennadel für besondere Verdienste um den Weinbau bekamen Karlheinz Vollert aus Weinsberg, Hanns-Christoph Schiefer aus Heilbronn und Fritz- Jürgen Volp aus Ingelfingen.

Im Rahmen der LWP als „Beste Württemberger“ besonders hervorgehoben wurden acht Weine, die in der neuen Weinstimme am 6. November näher beleuchtet werden.




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