Reue des Wollhaus-Rasers kommt zu spät
Das Urteil zur Abschiebung des Wollhaus-Rasers bringt den Heilbronner Familienvater nicht zurück, aber es lässt Hinterbliebene auf Gerechtigkeit hoffen. Und: Im Löwensteiner Rathaus könnte nach einem Jahr endlich Ruhe einkehren.

Der Fall hat die Stadt erschüttert: Ein junger Mann, der gedankenlos durch die Wollhausstraße rast, ein Familienvater, der deshalb sein Leben verliert. Ein folgenschwerer Unfall hat an einem Sonntagnachmittag im Februar 2023 das Leben vieler Menschen schlagartig verändert. Der Täter hat jetzt sein Schweigen gebrochen und im Prozess um seine Abschiebung am Dienstag in Stuttgart erstmals eine Erklärung abgegeben. Doch die Reue kommt zu spät, die Folgen seiner Tat wirken lange nach, die Zweifel bleiben, dass künftig keine Gefahr mehr von ihm ausgehen könnte.
Seine Klage gegen eine Ausweisung in die Türkei ist sein gutes Recht, dass das Gericht selbige abwies, ein deutliches Zeichen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, aber für seine Taten muss jeder Verantwortung übernehmen. Der Witwe des Unfallopfers bringt das nicht den Mann zurück, ihren Kindern nicht den Vater. Sie haben sich zusammen tapfer zurück ins Leben gekämpft – und sind noch lange nicht angekommen.
Gerade deshalb ist für die Familie das Urteil wegen Mordes ebenso wichtig wie die aktuelle Entscheidung zur Abschiebung des Täters. Beides macht den Unfall nicht ungeschehen. Aber es steht für die Hoffnung auf Gerechtigkeit, und das ist in einer solch lebenserschütternden Ausnahmesituation vielleicht ein kleiner Trost.
Am 3. Mai wird ein neuer Bürgermeister in Löwenstein gewählt
Nach einer langen Phase der Ungewissheit über die Zukunft an der Rathausspitze ist Löwenstein nun auf der Zielgeraden. Das vergangene Jahr war geprägt von Kritik am Bürgermeister und dessen Amtsführung, einem Haushaltsplan, der erst nach dem Ultimatum des Landratsamtes fertig wurde, und einem „Entwicklungsstillstand“, wie es im Gemeinderat hieß. Damit soll bald Schluss sein: Rund vier Monate nach seinem Rücktritt wurde Bürgermeister Eberhard Birk am 1. März in den Ruhestand versetzt, am 3. Mai wird sein Nachfolger gewählt.
Schon bevor es einen Wahltermin gab, hatte Bürgermeister-Stellvertreter Harald Koppendörfer seinen Hut in den Ring geworfen. Der Winzer kennt den Job inzwischen, schließlich führt er seit Monaten im Rathaus die Amtsgeschäfte. Sein Herausforderer Frank Menzel ist ebenfalls aus Löwenstein, hat nach eigenen Angaben in Garching, München und Tamm gearbeitet. Viel verrät der Verwaltungsfachangestellte nicht auf seiner Homepage. Dabei hat er mehr Bezug zur Region als nur den Wohnort, er war in Nordheim tätig und zuletzt im Gemeindevollzugsdienst in Ilsfeld – eine Station, die er nach Stimme-Informationen auf eigenen Wunsch nach zweieinhalb Jahren verlassen hat. Zwei Löwensteiner mit Erfahrung treten also an, um Bürgermeister zu werden. Eine gute Nachricht für die Einwohner.
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