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Weiterführende Schulen in Heilbronn: Nicht alle Schüler können warm zu Mittag essen

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Für den Mittagstisch in Heilbronner Schulen gibt es verschiedene Konzepte. Nicht an allen Schulen wird jeden Tag ein vor Ort ein warmes Essen angeboten. Die Stimme hat sich umgehört.

Mal liefert ein externer Caterer, mal wird vor Ort mithilfe von Ehrenamtlichen gekocht. Aber nicht jeder Schüler in Heilbronn kann jeden Tag warm vor Ort essen.
Mal liefert ein externer Caterer, mal wird vor Ort mithilfe von Ehrenamtlichen gekocht. Aber nicht jeder Schüler in Heilbronn kann jeden Tag warm vor Ort essen.  Foto: Jens Kalaene

Wenn am Sontheimer Justinus-Kerner-Gymnasium (JKG) um 13.05 Uhr oder am Heilbronner Robert-Mayer Gymnasium (RMG)  fünf Minuten früher der Gong zur Mittagspause läutet, knurren die Mägen der hungrigen Schüler schon. Um sich vor dem Nachmittagsunterricht zu stärken, können die Schüler in die Mensa gehen. Nur unterscheiden sich die Konzepte der beiden Schulen stark bei der Schülerverpflegung.

Während am RMG ein paar angestellte Kräfte gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern vor Ort zweimal die Woche kochen, wir am Justinus-Kerner-Gymnasium jeden Tag von einem Caterer geliefert. Ein Blick auf weitere Bildungseinrichtungen der Stadt zeigt: Jede Schule regelt die Verpflegung anders. Teils gibt es unter den weiterführenden Schulen große Unterschiede – manche haben keine Mensa. Die Heilbronner Stimme hat sich umgehört.

Die Schüler des JKGs teilen sich eine Mensa mit der benachbarten Mörike-Realschule, wobei unterschiedliche Pausenzeiten die Essensausgabe entlasten. Am JKG gibt es außerdem noch Frühstück über einen Kioskverkauf mit Brezeln, Brötchen, Porridge, Obst und mehr in der großen Pause, heißt es von der Schule auf Stimme-Anfrage.

Förderverein initiierte Mittagessen an Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasium

Am Robert-Mayer-Gymnasium kochten ursprünglich nur Mütter. Vom damaligen Schulleiter und dem Förderverein organisiert gab es ab 1995 Essen in der Schule. Heute besteht das Team aus fünf angestellten Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Helfern, die dienstags und donnerstags 200 bis 250 Essen zubereiten und ausgeben, wie der Förderverein erklärt.

An den anderen Tagen wird am RMG kein warmes Essen gekocht. Die Unter- und Mittelstufe hat an den anderen Tagen aber auch keinen Regelunterricht – die Oberstufe aber schon. Außerdem gibt es montags, mittwochs und freitags eine Hausaufgabenbetreuung für Schüler der Klassen 5, 6 und 7. Hier müssen sich die Kinder und Jugendlichen genug Essen einpacken oder Geld, um sich etwas zu kaufen, wie es auch in einem Elternbrief der Hausaufgabenbetreuung empfohlen wird. In der großen Pause verkauft am RMG zudem ein Bäcker seine Produkte an die Schüler.

Essen am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Heilbronn: Über 800 Mittagessen die Woche

Wiederum an jedem Wochentag mit warmem Essen versorgt sind die Schüler des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums und der -Gemeinschaftsschule. Caterer ist Arkus, ein Anbieter der zu den Paritätischen Sozialdiensten Heilbronn gehört. Das fertige Essen wird am Elly-Campus nur noch ausgegeben, gekocht wird in Großküchen des Caterers.

Wöchentlich werden über 800 Portionen Essen ausgegeben, heißt es von der Mensachefin auf Anfrage der Stimme. Mit 85 Portionen sei der Freitag der Tag mit den wenigsten Essen, montags, dienstags und donnerstags sind es über 220. Von 9.30 bis 9.45 Uhr verkauft ein Bäcker seine Produkte in der Aula des Gymnasiums.

Wartbergschule in Heilbronn: Kein Mittagessen für Werkrealschüler

Die Wartbergschule (WBS) wird von keinem Caterer beliefert. Die Grund- und Werkrealschüler der WBS bekommen bis zur Klassenstufe 6 ein Frühstück über „Brotzeit“, erzählt Schulleiterin Tina Riek-Hessenthaler. Für ältere Schüler gibt es keine Verpflegung an der Schule. Früher habe es einen Bäcker für einen Pausenverkauf gegeben, so Riek-Hessenthaler, doch es finde sich keiner mehr.

Die Grundschüler der WBS gehen in der Mittagspause in der Genusswerkstatt im Atriumhaus wenige Meter von der Schule entfernt essen. Für die rund 150 Werkrealschüler gibt es kein warmes Essen. „Ein Dilemma“, sagt Riek-Hessenthaler. Die Schule habe keine Mensa. In einem Klassenzimmer habe man eine Mikrowelle aufgestellt.

Mittagessen gibt es an den meisten Schulen in Heilbronn – aber nicht an allen

Eine Anfrage der Stimme bei der Stadt ergab, dass an 33 von 36 städtischen Schulen ein Mittagessen angeboten wird. Nur an drei weiterführenden Schulen gibt es wegen fehlender Räumlichkeiten kein Mittagessen, wie Katharina Harein vom Schul-, Kultur- und Sportamt antwortete. Die Belieferung durch einen externen Caterer trifft dabei auf den überwiegenden Teil der Schulen in der Stadt zu.

Die Entscheidung über die Mittags-Verpflegung trifft die Stadt als Träger, die Schulen werden aber in den Prozess im Vorfeld mit einbezogen und bekommen Gestaltungsmöglichkeiten, wie „an wie vielen Tagen in der Woche Fleischgerichte angeboten werden sollen oder ob Nachtisch gewünscht ist“, heißt es von der Stadt.




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