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We-Flytour beantragt Insolvenz: Heilbronner Reiseveranstalter sagt weitere Reisen ab

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Der Heilbronner Reiseveranstalter We-Flytour ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und hat Insolvenz beantragt. Nun äußert sich die Insolvenzverwalterin.


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Der recht junge Heilbronner Reiseveranstalter We-Flytour hat Insolvenz beantragt. Reisen wurden bereits Ende November storniert, damals war von 1500 betroffenen Urlaubern die Rede gewesen. Es ging vor allem um Flüge in die Türkei und nach Ägypten. Nun folgen die nächsten Absagen.

We-Flytour beantragt Insolvenz – Gespräche mit potenziellen Interessenten

Als vorläufige Insolvenzverwalterin ist die Heilbronner Rechtsanwältin Heike Metzger für das Unternehmen zuständig. Laut einer Pressemitteilung hat sie bereits einen Investorenprozess gestartet und führt Gespräche mit potenziellen Interessenten, die We-Flytour übernehmen wollen. Ziel sei es, so die Mitteilung, eine Lösung für den gesamten Betrieb zu erreichen oder einzelne Bestandteile des Unternehmens zu veräußern. We-Flytour  beschäftigt den Angaben zufolge 18 Mitarbeiter, deren Gehälter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Außerdem habe der Reiseveranstalter beschlossen, alle gebuchten Reisen mit Reisebeginn ab Januar 2025 abzusagen. Kunden und Reisebüros seien informiert. Der Deutsche Reisesicherungsfonds sei ebenfalls über die Situation informiert worden.

Heilbronner Reiseveranstalter We-Flytour hat Probleme: Das soll ein Grund sein

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage soll unter anderem der plötzliche Rückzug des bisherigen Kreditkartenanbieters gewesen sein. Das hatte die Unternehmensführung Ende November mitgeteilt. Der Kreditkartenanbieter GetNet (Santander Bank) ging auf Anfrage von stimme.de nicht näher auf We-Flytour ein. Ein Sprecher betonte jedoch: Im Juni sei angekündigt worden, die GetNet-Platttform in Deutschland abzuschalten. Seither seien Kunden und Partner beim Wechsel unterstützt worden. So habe es unter anderem Hilfe beim Umzug zu neuen Anbietern gegeben.

Geschäftsführerin von We-Flytour war zuletzt eine Leingartenerin, Gesellschafterin ist ein Unternehmen aus Luxemburg, AAH Management Company. Ihm gehören zudem noch weitere Firmen, wie dem zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht fürs Jahr 2022 zu entnehmen ist. Die Luxemburger Firma ist noch im Besitz der deutschen Unternehmen AA GmbH sowie Atacon-Bildung GmbH, We-Flytour in Luxemburg und We-Fly Turizm in der Türkei.

Urlaub hinüber? Wenn der Reiseveranstalter Insolvenz anmeldet, ist Vorfreude auf Erholung dahin.
Urlaub hinüber? Wenn der Reiseveranstalter Insolvenz anmeldet, ist Vorfreude auf Erholung dahin.  Foto: Jens Büttner

Die Reisefirma We-Flytour gehört einem Luxemburger Unternehmen

Atacon-Bildung GmbH hat seinen Sitz ebenfalls in Heilbronn. Laut Unternehmensregister ist der Betrieb tätig in den Bereichen: der Betrieb eines IT-Systemhauses, die Personalvermittlung sowie der Betrieb eines Bildungsinstitutes einschließlich der Durchführung von Seminaren, Schulungen und Umschulungen, insbesondere EDV-Schulungen, Sprachkursen, Weiterbildungen und Berufsausbildungen.

Insolvente Reiseveranstalter verunsichern Urlauber. Das hatte nach Bekanntwerden der We-Flytour-Schwierigkeiten Andreas Kühner vom Reisebüro Gross gegenüber stimme.de gesagt. Natürlich hätten Urlauber stets Fragen, wenn ein Anbieter zahlungsunfähig werde. „Eine gewisse Verunsicherung ist immer da.“ Erst im Juni hatte der Münchner Reiseveranstalter FTI Insolvenz angemeldet. Zu We-Flytour sagte Andreas Kühner nichts. „In der Branche gibt es viele kleine.“




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