Stimme+
Förderung

Vorlesen als Pflicht: Eine Erfolgsgeschichte an der Heilbronner Wartbergschule

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Auf Vorlesen setzen Grundschulen schon lange. Vor einigen Monaten machte das Kultusministerium Angebote zur Verpflichtung. Ähnliches könnte es bald auch in einem anderen Fach geben.

Zusammen in der Wartbergschule Heilbronn: Thomas Riecke-Baulecke, der das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) leitet, und Rektorin Tina Riek-Hessenthaler.
Zusammen in der Wartbergschule Heilbronn: Thomas Riecke-Baulecke, der das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) leitet, und Rektorin Tina Riek-Hessenthaler.  Foto: Gajer, Simon

Anderen Menschen vorlesen, in der Gruppe gemeinsam lesen, darauf setzt die Wartberggrundschule in Heilbronn schon lange. Das Kultusministerium hat vor gut zwei Jahren ein verpflichtendes Lesetraining in den Grundschulen eingefordert. An allen Bildungsstätten wird nun zwei Mal wöchentlich für 20 Minuten laut gelesen.

Das auch an der Wartbergschule aus den freiwilligen Ideen eine Pflicht wurde, hat zu Erfolgen geführt, erzählt Rektorin Tina Riek-Hessenthaler, als sie kürzlich hohen Besuch durch die Schule begleitet: Unter anderem schaut sich Thomas Riecke-Baulecke, der das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) leitet, die Leseförderung an.

 Wartberggrundschule Heilbronn: Aus dem Vorlesen wird soziales Lernen

Vom Weg der Wartbergschule ist Thomas Riecke-Baulecke begeistert. Als vorbildlich bewertet er beispielsweise Lese-Tandems. Ein guter Schüler und ein schwacher lesen sich gegenseitig vor. Klappt etwas nicht, verbessern sie sich. So wird Vorlesen zu mehr als reiner Lektüre: Die Kinder reden miteinander, sie haben „soziales Lernen beim Lesen“, sagt er.

An der Wartbergschule lesen Kinder auch in der ganzen Klasse zusammen. Von „Lernen im Gleichschritt“ möchte Thomas Riecke-Baulecke nicht sprechen. „Alle Schüler werden aktiviert, alle müssen lesen.“ In spielerischer Form würde an der Wartbergschule vorgelesen. Auch der Beamer an der Tafel kommt zum Einsatz. „Das aktiviert alle.“

Nachholbedarf in Mathe: Möglicherweise auch hier die Pflicht zum Üben

Riecke-Baulecke möchte schauen, wie sich die Lesebänder entwickeln. Bislang gibt es solche verpflichtende Übungen nur in Deutsch. Denkbar sind für ihn ähnliche Angebote ebenfalls in Mathe, denn auch in diesem Fach schnitten Schüler zuletzt bei Leistungsvergleichen sehr schlecht ab. Das ZSL tauscht sich mit dem Kultusministerium in Stuttgart über die Mathe-Angebote aus. Verpflichtende Mathe-Angebote wie schon jetzt beim Vorlesen würde Rektorin Riek-Hessenthaler begrüßen – nicht nur, weil sie selbst Mathe unterrichtet. „Hier ist noch viel Luft nach oben.“

Sorgenkind, das weiß Thomas Riecke-Baulecke, sind in Mathe aber nicht nur die Grundschulen. An weiterführenden Schulen sagten viele Kinder: „Mathe kann ich nicht.“ Die Motivation nehme ab, sagt der Leiter des ZSL. Er selbst nutzt deshalb Möglichkeiten, die Jugendlichen vom Gegenteil zu überzeugen. Einen Hauptschüler ließ er kürzlich nach einem ähnlichen Zitat kurz im Kopf rechnen – klappt doch, merkten sie.




Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben