Vorfälle an Silvester: Grundfalsche Analyse
Angesichts der Vorfälle an Silvester von einem ruhigen Jahreswechsel zu sprechen klingt wie Hohn, sagt unser Autor.
400 Festnahmen in Berlin, fünf Tote durch Feuerwerke, zwei Amokläufe bundesweit, davon einer im Main-Tauber-Kreis, der zum Polizeipräsidium Heilbronn gehört. In Heilbronn organisieren Pro-Palästina-Aktivisten auf dem Marktplatz eine Spontandemo und hetzen gegen Israel. Das Feuerwerk, das rund 2000 meist Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Kilians- und Marktplatz sowie entlang der Kaiserstraße teilweise ohne Rücksicht auf Verluste abbrennen, bleibt glücklicherweise ohne Verletzte, obwohl einzelne Böller bewusst in die Menschenmenge geworfen werden. Wer will da noch über eher harmlose Verstöße wie das Abbrennen von Raketen direkt an der Kilianskirche sprechen, was eigentlich verboten ist. Dafür hat inzwischen sogar die Amtskirche Verständnis.
Doch angesichts dieser Ereignisse von einem ruhigen Jahreswechsel zu sprechen, wie Politiker und Polizei jetzt wieder bundesweit verkünden, klingt wie Hohn. Diese schlichtweg falsche Analyse ist Teil einer Entwicklung, die die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens seit Jahren immer weiter in eine bedenkliche Richtung verschiebt. Wer das hundertfache Beschießen von Einsatzkräften mit Raketen unter einem ruhigen Jahreswechsel abhakt, nur weil er sich noch einigermaßen zufrieden zurücklehnen will, spielt nicht nur mit dem Feuer. Er nimmt in Kauf, dass der Point of no Return, an dem diese gefährlichen gesellschaftspolitischen Entwicklungen unumkehrbar werden immer näher rückt. Der rechtsfreie Raum, den viele Gruppen inzwischen an Silvester für sich reklamieren wird dann zum Alltag, an 365 Tagen im Jahr.
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