Vereinsgründung in Heilbronn: Deutsch-Ukrainischer-Verein will Brücken bauen
Verein will kulturellen Austausch fördern und Integration erleichtern. Aufruf zur Demonstration am 8. Mai zum Jahrestag des Kriegsendes an der Heilbronner Harmonie.

Es sind Zeiten zwischen Hoffen und Bangen, in denen sich die Deutsch-Ukrainische-Gesellschaft Heilbronn (DUG) Ende April im Haus der Heimat in Horkheim erstmals als Verein der Öffentlichkeit präsentierte. Der Verein selbst hatte sich bereits am 23. Dezember 2024 offiziell gegründet und ist aus dem Kreis der Demonstrationsteilnehmer hervorgegangen, die seit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022, regelmäßig in Heilbronn für Frieden und die Freiheit des Landes demonstriert hatten. „Wir wollen eine neue Plattform für kulturellen Austausch und den Dialog zwischen Deutschen und Ukrainern fördern und die Integration ukrainischer Geflüchteter unterstützen“, nennt die Vereinsvorsitzende Anastasia Kosak die wichtigsten Vereinsziele.
Freundeskreise und interkulturelle Veranstaltungen
Deshalb plant die DUG künftig verstärkt die Umsetzung interkultureller Veranstaltungen, von Bildungsprojekten und Hilfsaktionen für die Ukraine. Im Rahmen dieser Aktionen soll den Menschen in der Stadt Heilbronn und im Landkreis auch die Geschichte und Kultur der Ukraine nähergebracht werden. Ein Schwerpunkt liegt auf einem ukrainische Bildungsprogramm für Kita und Schulkindern. „Wir wollen Brückenbauer zwischen den Kulturen sein“, betont Kosak. Aber auch Freundeskreise zum Singen, Wandern, Diskutieren und zur Pflege des Europagedankens, schwebt den Vereinsmitgliedern vor. „Auch deshalb arbeiten wir derzeit an einem Vereinsstatut, um diese Ideen besser umsetzen zu können“, sagt die Vereinsvorsitzende.
Hilfsaktionen für die Ukraine
Darüberhinaus sind konkrete Hilfsaktionen geplant. „Wir sammeln für die ukrainische Bevölkerung und für Verwundete in Saporischschja“, erklärt DUG-Vorstandsmitglied Anna Fedorenko, die selbst aus der umkämpften Stadt stammt und deren Mann vor wenigen Wochen bei Kämpfen gefallen ist. Im Sommer 2024 hat sie das Leid der Verletzten und Verwundeten in den Krankenhäusern der Stadt mit eigenen Augen gesehen. „Ich habe eine Reha-Klinik besucht mit vielen jungen Menschen deren Arme oder Beine amputiert waren. Dort fehlt es an vielem vor allem auch an Krücken und Rollstühlen“, schildert die 41-Jährige.
Demonstration an der Flügelnuss

Auf das Leid im Land wollen die Vereinsmitglieder weiterhin aufmerksam machen. „Es wird zur Zeit zwar viel von Frieden geredet, aber in der Ukraine werden Dörfer und Städte mit Raketen angegriffen und Infrastruktur zerstört“, betont Vira Marushchak, die ebenfalls im Vereinsvorstand aktiv ist. Die Hoffnung auf Frieden sei zwar angesichts der jüngsten Verhandlungen da, aber Putin traue man nicht, sagt die Frau, die aus Mykolajiw stammt. Eine Preisgabe besetzter ukrainischer Gebiete an Russland käme für alle Vereinsmitglieder ohnehin nicht in Frage. Auch deshalb geht die Deutsch-Ukrainische-Gesellschaft am heutigen 8. Mai, dem 80. Jahrestag der Kapitulation von 1945, wieder in Heilbronn auf die Straße gehen, um für Frieden und Freiheit in der Ukraine zu demonstrieren. Die Kundgebung wird ab 18 Uhr auf dem Platz an der Flügelnuss neben der Harmonie stattfinden.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare