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Heilbronn

Neugestaltung von Turmstraße und Zehentgasse: Millionen für grüne Achsen zum Neckar 

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Der Umbau von Turmstraße und Zehentgasse in Heilbronn zu Aktivitäts- und Ruhezonen kostet über acht Millionen Euro. Im Gemeinderat wird zugleich der Erhalt von Parkplätzen gefordert.


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Sommerzone, höhere Aufenthaltsqualität, Rad- und Fußverkehr sind die Stichworte, die die Gemeinderäte mit Blick auf die Turmstraße seit Jahren beschäftigen. Denn eigentlich sollte die eher unschöne, wenig attraktive Straße entlang der nordwestlichen Achse der Heilbronner Innenstadt längst in eine Grüne Zone mit hoher Aufenthaltsqualität umgewandelt sein.

Nach Verzögerung: Heilbronn beschließt Umbau von Turmstraße und Zehentgasse

Schon im Oktober 2022 hatte der Gemeinderat einen Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung der Straße und der benachbarten Zehentgasse, die zur Neckarmeile führen, genehmigt. Doch seither ist an beiden Straßen, die als wichtige Verbindungsachsen zwischen der Fußgängerzone Sülmerstraße und dem Neckar gelten, praktisch nichts passiert.

Ab 2027 beginnt der Umbau der Turmstraße in Heilbronn.
Ab 2027 beginnt der Umbau der Turmstraße in Heilbronn.  Foto: Mario Berger

Nun hat der Gemeinderat in seiner Sitzung die Entwurfsplanung und die Kosten für den Umbau mit großer Mehrheit gebilligt. Baustart für die Turmstraße soll im ersten Quartal 2027 sein. „Wir wollen das Projekt unbedingt im nächsten Jahr starten, in dem wir auch Green-Capital-Stadt sind“, betont Baubürgermeister Andreas Ringle bei der Vorstellung.

Heilbronn plant grüne Oasen: Millioneninvestition in Turmstraße und Zehentgasse

Die Kosten für den Um- und Ausbau der Straßen sind allerdings enorm. Für die Neugestaltung der Turmstraße, in der zuvor noch Fernwärmeleitungen verlegt werden müssen, veranschlagt die Stadt gut 4,7 Millionen Euro. Die Zehentgasse soll im Anschluss für knapp 3,6 Millionen Euro umgebaut werden. Für beide Projekte rechnet die Stadt mit Fördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“. Die Fertigstellung der Arbeiten sind für die Turmstraße für das Jahr 2029 geplant, die Zehentgasse soll Anfang des nächsten Jahrzehnts fertiggestellt sein. Ziel der Stadt ist „eine möglichst starke Durchgrünung“, wie es in der Entwurfsplanung heißt.

Die Zehentgasse soll für knapp 3,6 Millionen Euro umgebaut werden. Geplant sind schattige Ruhezone mit Flächen für Fußgänger und Radfahrer, Trinkbrunnen und Sitzmöglichkeiten.
Die Zehentgasse soll für knapp 3,6 Millionen Euro umgebaut werden. Geplant sind schattige Ruhezone mit Flächen für Fußgänger und Radfahrer, Trinkbrunnen und Sitzmöglichkeiten.  Foto: Mario Berger

Dazu soll die Turmstraße zu einer Aktivitätszone mit Aufenthaltsbereichen, Spieleangeboten und Mobilitätspunkten umgebaut werden. Die Zehentgasse soll mit einem hohen Anteil an unversiegelten Flächen zu einer schattigen Ruhezone mit Flächen für Fußgänger und Radfahrer, Trinkbrunnen und Sitzmöglichkeiten werden.

Für das Projekt gab es im Rat parteiübergreifende Zustimmung. „Endlich, endlich geht es los“, freut sich Elke Roth. Dabei werde den Anwohnern viel abverlangt. „Die ganze Innenstadt wird schon zu einer Baustelle“, mahnt die CDU-Stadträtin. Sie fordert zudem die Bewahrung einer „Mindestanzahl an Parkplätzen und den Ausbau der Paula-Fuchs-Allee zur Entlastung der Gerberstraße“.

„Wir finden die Pläne gut und stimmen zu“, betont SPD-Stadtrat Herbert Tabler kurz und knapp. „Die meisten Anregungen der Bürger wurden aufgenommen“, lobt Ulrike Morschheuser. Die Grünen-Stadträtin freut sich auch „über den Erhalt des Baumbestands und die Umsetzung des Schwammstadtprinzips“. Musab Sarpkaya lobt vor allem, dass durch den Umbau der beiden Straßen „echte Lebensqualität“ geschaffen werde.

Die Turmstraße und die Zehentgasse verbinden die Fußgängerzone Sülmerstraße mit dem Neckar. Diese und weitere Achsen will die Stadt auch mit Blick auf den geplanten Bildungscampus Süd ausbauen und neu gestalten. Die Straßen sind derzeit mit Gehwegen, Fahrbahn, Parkstreifen und Grünflächen im Mittelbereich konventionell gestaltet. Sie sollen nun nachhaltig, biodivers und klimaresilient umgebaut werden. Die Geschäftsinhaber in diesen Bereichen fürchten dagegen durch den Wegfall von Parkplätzen Einbußen beim Umsatz und im Kundenverkehr. zim

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„Wir freuen uns riesig auf diesen Impuls und verlassen uns darauf, dass die angekündigten Kurzzeitparkplätze auch kommen“, unterstreicht Gottfried Friz. Der FDP-Stadtrat sei vor allem auf den Umbau der Zehentgasse gespannt, sagt er. „Von einem Schritt in die richtige Richtung“, spricht Marion Rathgeber-Roth. Auch die Stadträtin der Unabhängigen für Heilbronn betont die Bedeutung der Kurzzeitparkplätzen für das Viertel. Am Ende stimmen die Räte mit großer Mehrheit und fünf Gegenstimmen der AfD-Stadträten den Plänen zur Neugestaltung von Turmstraße und Zehentgasse zu.




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