Von Experimenta bis Weindorf: Diese Highlights locken Besucher nach Heilbronn
Ob Experimenta, Weindorf oder Neckarpromenade: Tourismuschef Steffen Schoch erklärt, welche Besuchermagnete Gäste in Heilbronn begeistern – und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt.
Heilbronn, eine Stadt, die nicht nur für ihre Weingüter und den Neckar bekannt ist, zieht Jahr für Jahr eine zunehmende Zahl von Touristen an. Doch was genau lockt die Gäste hierher? Und wie entwickelt sich der Tourismus in Heilbronn? Steffen Schoch, Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH, gibt Einblicke in die aktuellen Trends und Herausforderungen.
„Der Großteil unserer Übernachtungsgäste kommt aus Deutschland selbst, vor allem aus Baden-Württemberg und Hessen“, erklärt Steffen Schoch. Auch Nordrhein-Westfalen und Bayern seien stark vertreten. „International gesehen haben wir vor allem Gäste aus der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und den USA.“
Von der Experimenta bis zum Weindorf: So läuft Heilbronns Tourismus
Die Sommerzeit benennt Schoch zweifellos als die Hochsaison. Zwischen Mai und September zieht Heilbronn zahlreiche Besucher an, vor allem aufgrund der Vielzahl an Outdoor-Veranstaltungen und touristischen Angeboten rund um den Wein.

Besonders in den Schulferien, von Mitte Juni bis Mitte September, strömen laut Schoch Familien und Freizeittouristen in die Stadt. „Viele kommen über die Radwege wie den Weinradweg oder den Neckartalradweg an Heilbronn vorbei und machen dabei auch mal Station über Nacht.“ In den kühleren Monaten, von Herbst bis Winter, dominierten dagegen vor allem Geschäftsreisende.
Experimenta ist Heilbronns „unangefochtener Besuchermagnet“
Die Experimenta ist laut Schoch mit über 433.000 Gästen im Jahr 2024 der unangefochtene Besuchermagnet. Deutschlands größtes Science Center positioniere Heilbronn als Bildungs- und Wissenschaftsstandort – nicht nur für Kinder und Jugendliche.
„Sie ist für uns eine der zentralen Säulen im touristischen Marketing und wird gezielt eingebunden, wo auch immer wir Heilbronn als Tourismusziel bewerben. So zum Beispiel innerhalb touristischer Führungen, bei Pressereisen sowie Roadshows und Regionaltagen.“
Touristische Heilbronn-Führungen gewinnen an Zulauf
Daneben zählen in der Innenstadt der Marktplatz mit Kilianskirche, dem Historischen Rathaus sowie die Neckarpromenade zu den am meisten besuchten Orten. Auch andere Sehenswürdigkeiten wie der Marktplatz, die Kilianskirche und die Neckarpromenade erfreuen sich laut Schoch großer Beliebtheit. Auch Schifffahrten mit dem Cabrioschiff MS Käthchen auf dem Neckar und die Fahrten mit dem Hop-on-Hop-off Bus ziehen laut Schoch Besucher an.
Aber auch der Bollwerksturm und der Götzenturm würden als touristisches Ziel gut angenommen, berichtet Schoch, ebenso wie Veranstaltungen wie das Lichterfest, der Trollinger Marathon und das Weindorf. „Zudem sehen wir, dass touristische Führungen immer häufiger gebucht werden“, so der Geschäftsführer.
Heilbronner Ipai hat „Potenzial, ein Ort mit großer Strahlkraft zu werden“
Der Ipai hat laut Schoch „das Potenzial, ein touristischer Ort mit großer Strahlkraft zu werden, vor allem im Bereich Wirtschafts- und Bildungstourismus“. Ob es ein klassischer Touristen-Hotspot wird, hängt davon ab, wie offen und erlebbar das Gelände auch für die Öffentlichkeit gemacht werde.
„Wenn es wie geplant die hochattraktive Seilbahn sowie Angebote wie Besucherzentren, Ausstellungen oder Events geben wird, die auch für ein breites Publikum zugänglich sind, wird daraus sicherlich ein spannender Ort werden.“
Weintourismus in Heilbronn: Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen steigt
Der Weintourismus hat in Heilbronn nach wie vor einen festen Platz. Schoch betont: „Weintourismus ist ein Trendthema, das weiterhin stark nachgefragt wird. Wir bieten viele Weinwanderwege, Erlebnisführungen auf Weingütern und Veranstaltungen wie das Weindorf an.“ Aber: „Wir beobachten jedoch durchaus einen Wandel: Die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen und regionalen Produkten steigt. Wir arbeiten eng mit Winzern und Gastronomen zusammen, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden“, erklärt Schoch.
Nicht nur der Wein, auch der Neckar sei ein zentraler Bestandteil des Heilbronner Tourismus. Schoch verweist auf „zahlreiche Freizeitmöglichkeiten“, wie Schifffahrten, Kanufahrten und Stand-up Paddling oder Veranstaltungen wie das Lichterfest. „Die gastronomische Neckarmeile ist außerdem für die Lebensart und das Lebensgefühl Heilbronns unverzichtbar.“
Radtourismus und Angebote für Wohnmobilreisende in Heilbronn „ausbaufähig“
Trotz guter Entwicklungen bleiben einige Baustellen offen, wenn es darum geht, die Stadt langfristig als attraktives Reiseziel zu positionieren. Beispielsweise bei der digitalen Bereitstellung von Informationen fehle es mancherorts an Benutzerfreundlichkeit – insbesondere für internationale Gäste.
Verbesserungspotenzial sieht Schoch auch in der Vernetzung der Angebote und Akteure. Kultur, Bildung, Gastronomie und Handel könnten laut ihm stärker zusammenspielen – sowohl in der Innenstadt als auch in den Stadtteilen.
Auch der Radtourismus sei noch ausbaufähig und werde derzeit weiterentwickelt. Einen Ausbau sollten auch Angebote für Wohnmobilreisende erfahren. „Die Stellplätze in Heilbronn sind regelmäßig ausgebucht.“
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