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Strom aus erneuerbaren Quellen: Stadtwerke Heilbronn und Zeag kooperieren

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Wasserkraftwerke und mögliche Windräder bei Heilbronn-Kirchhausen kommen in neue Gesellschaft. Das steckt hinter dem Deal der Stadtwerke Heilbronn und der Zeag.

Windpark kommt in neue Gesellschaft: Stadtwerke Heilbronn und Zeag Energie AG kooperieren ein weiteres Mal. Das neue Unternehmen nimmt am 1. Januar 2025 den Betrieb auf. Bis dahin ist über den Windpark bei Kirchhausen nichts entschieden.
Windpark kommt in neue Gesellschaft: Stadtwerke Heilbronn und Zeag Energie AG kooperieren ein weiteres Mal. Das neue Unternehmen nimmt am 1. Januar 2025 den Betrieb auf. Bis dahin ist über den Windpark bei Kirchhausen nichts entschieden.  Foto: Federico Gambarini

Die Stadt Heilbronn will beim Energieeinsatz in absehbarer Zeit treibhausgasneutral auskommen. Sprich: Nur noch so viele Treibhausgase sollen ausgestoßen werden, wie auch abgebaut werden können. Die Verwaltung solle das bis 2030 schaffen, die Stadt bis 2035. An diese Vorgaben im Klimaschutz-Masterplan erinnerte Oberbürgermeister Harry Mergel, als Stadtwerke Heilbronn und Zeag Energie AG eine neue Kooperation vorstellten. Die Beteiligten, allen voran OB Mergel, waren begeistert davon. Der OB sprach von einem "Meilenstein". Mit der Kooperation, der finanziellen Zusammenarbeit, werde der "CO2-Ausstoß bilanziell reduziert". Und: "Die gesamte Wertschöpfung bleibt in der Region", freute sich der Rathauschef.

Die Gesellschaft nimmt Anfang 2025 ihren Betrieb auf, und zu Beginn wird sie lediglich zwei bestehende Anlagen nutzen: das Neckarkraftwerk Heilbronn und die Stromproduktion des Laufwasserkraftwerks bei Heilbronn-Horkheim. Hinzu kommen auf lange Sicht die geplanten Windkraftanlagen, die im Wald bei Heilbronn-Kirchhausen entstehen sollen. Mit fünf rechnen derzeit die Verantwortlichen bei Zeag und Stadtwerken, allerdings laufen gerade erst naturschutzrechtliche Untersuchungen. Weitere Analysen, beispielsweise zum Schattenwurf auf die Wohnbebauung, folgen. Ob der Windpark kommt, ob in dieser Größe: Das werden die nächsten Monate zeigen. 

Stellen die neue Gesellschaft vor (von links): Alexander Bürkle, Franc Schütz, Harry Mergel, Erik Mai und Martin Diepgen.
Stellen die neue Gesellschaft vor (von links): Alexander Bürkle, Franc Schütz, Harry Mergel, Erik Mai und Martin Diepgen.  Foto: Gajer, Simon

Zeag und Stadtwerke arbeiten zusammen: Dahin fließt der Strom

Der Strom aus den erneuerbaren Anlagen fließt auch zu den Stadtwerken - "ein energieintensives Unternehmen", wie Geschäftsführer Erik Mai bei der Vorstellung der Kooperation sagte. Der Strombedarf von zehn Gigawattstunden Strom im Jahr 2023 verdoppelt sich bis 2035. Der Geschäftsführer führte das unter anderem auf den öffentlichen Personennahverkehr zurück, bei dem in den nächsten Jahren ein Großteil der Busflotte auf Elektrobusse umgerüstet wird. Auch die Wasserversorgung benötigt mehr Strom, weil aufgrund der heißen Sommer die Stadt Heilbronn mehr eigenes Wasser fördern und aufbereiten will. Mit der Kooperation werde der komplette Strombedarf gedeckt. So werde auch das Risiko minimiert, das es gäbe, würde weiterhin die benötigte Energie auf dem freien Markt gekauft. Für Erik Mai ist die Gründung der Gesellschaft ein "strategischer Schritt, um die Energiewende lokal voranzutreiben".

In einem ersten Schritt beteiligen sich die Stadtwerke für 7,1 Millionen Euro mit 25,1 Prozent an der neuen Gesellschaft, den Rest hält die Zeag. Stadt und Stadtwerke können zusammen langfristig diesen Anteil auf bis zu 49,9 Prozent erhöhen. Die Mehrheit bleibt beim Energieversorger Zeag.

Zeag setzt bei Windparks regelmäßig auf Betreibergesellschaften

Für die Zeag sind diese Kooperationen ein üblicher Schritt, wenn es um den Ausbau erneuerbaren Energien in der Region geht. In Kommunen, in denen das Unternehmen Windparks errichtet, werden parallel dazu Betreibergesellschaften gegründet, an denen sich auch Kommunen und Genossenschaften beteiligen können. "Die Energiewende bekommen wir nur gemeinsam hin", sagte Zeag-Vorstand Franc Schütz. Diese Kooperationen lohnen sich seinen Angaben zufolge auch finanziell für die Standort-Gemeinden: Die Gewerbesteuer fließe in die Orte, auch am Ergebnis seien die Gesellschafter beteiligt. 

Zeag und Stadtwerke kooperieren bereits an anderer Stelle zusammen. Dazu gehört beispielsweise das kürzlich eröffnete Parkhaus im Neckarbogen, wo die Zeag-Tochter Wärmegesellschaft Heilbronn die Energiezentrale mit Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk und PV-Anlage betreibt.

Das ist bei Kirchhausen geplant

Aktuell wird geprüft, fünf Windkraftanlagen im Wald bei Heilbronn-Kirchhausen zu errichten. Die Anlagen können jeweils 12 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Ob der Windpark in dieser Größe kommt, zeigen die nächsten Monate. Entscheidend dabei sind auch die Pläne in der Nachbarschaft: Diese fünf sind nur auf Heilbronner Gemarkung geplant. Weitere Ideen gibt es für Nachbarorte Bad Rappenau, Schwaigern und Massenbachhausen. Ob alle Pläne umgesetzt werden können, gilt als unklar.




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