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Heilbronner Stoffmarkt ist das Mekka für Fans erlesener Textilien

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Besucher loben die Vielfalt des Deutsch-Holländischen Stoffmarkts. In der Unteren Neckarstraße in Heilbronn treffen sich regelmäßig die Kreativen. Das ist das Geheimnis der Traditionsveranstaltung.

Selina Nasrallah, Heidrun Schoch und Petra Nasrallah (von links) begutachten mit kundigem Blick bedruckte Jerseystoffe.
Foto: Ralf Seidel
Selina Nasrallah, Heidrun Schoch und Petra Nasrallah (von links) begutachten mit kundigem Blick bedruckte Jerseystoffe. Foto: Ralf Seidel  Foto: Ralf Seidel

Schiff einrichten, Theaterkostüme schneidern, Design studieren: Was haben diese Tätigkeiten gemeinsam? Der Deutsch-Holländische Stoffmarkt in der Unteren Neckarstraße in Heilbronn bietet für alle Projekte das passende Material.

Dabei sah es am Samstag wettertechnisch gar nicht danach aus, dass die zwei je 800 Meter langen Reihen überdachter Buden an der Unteren Neckarstraße genügend Zulauf bekämen. Doch die Kundschaft ließ sich von den kalten Temperaturen nicht abhalten. So wie Familie Weinstok aus Bönnigheim.

„Wir besuchen den Heilbronner Textilmarkt seit Jahren ganz gezielt“, erzählt Marcel Weinstok, der mit seiner Frau Eva-Maria und den drei Töchtern (elf, neun und vier Jahre alt) zum Stöbern gekommen war. „Meine Frau hat drei Nähmaschinen und schneidert viel, zum Beispiel für den TSV Hohenstein“, so der Familienvater.


Das bietet der Heilbronner Stoffmarkt für ganz außergewöhnliche Zwecke 

Eine prall gefüllte XXL-Tüte voller Stoff schleppte Susanne Schwäble mit sich rum. Der Inhalt: hellblaue strapazierfähige Stoffbahnen im Farbton Niagara. „Die sind für mein Schiff.“ Die Fleinerin möchte damit das Interieur ihres Wasserfahrzeuges aufhübschen. Den Stoffmarkt am Neckarufer schätzt die Textilfreundin: „Die Stoffe hier sind wirklich sehr außergewöhnlich und toll.“

Ein Mutter-Tochter-Gespann ist ebenfalls einkaufen: Selina Nasrallah trägt einen exklusiv gestalteten langen Rock. In einer Umhängetasche befindet sich mattglänzend schwarzer Samtstoff, der für eine Übergangsjacke bestimmt ist. „Dazu kombiniere ich eine lila Stoffbahn.“ Selina Nasrallahs Blick ist fachkundig, die junge Frau studiert  Modedesign an der Akademie für Kommunikation in Heilbronn. Auch ihre Mutter Petra Nasrallah kennt sich mit Textilien aus: „Ich bin in der Näh-Gang“, lacht sie. Ihr nächstes Projekt sei ein Hoodie.

Warum Stammkunden den Heilbronner Stoffmarkt für eine Institution halten

Aus beruflichem Interesse ist Marcina Kirschbaum zum Stoffmarkt gekommen. Die Frau mit der modischen schwarzen Hornbrille arbeitet in der Kostümabteilung des Theaters. Am Samstag schlenderte sie an den Ständen vorbei, auf der Suche nach Inspirationen. Der Stoffmarkt sei größer und vielfältiger als der, der gelegentlich hinter dem Rathaus veranstaltet werde, sagt die Expertin.

Else Legner ist mit ihrer Schwester zwischen Knöpfen und Flechtbändern unterwegs. Der Trolley der Frauen ist bis oben hin mit frisch erworbenen Stoffen bepackt. Ein grüner Leinenballen ist für eine Hose bestimmt. Ein geblümter Stoff soll die Innentaschen adrett hervorheben. Und da gibt es noch einen etwas dickeren Stoff: für die neue Softshell-Jacke Marke Eigenschnitt. „Der Stoffmarkt hier ist eine Institution, der darf nie fehlen“, so die ambitionierte Hobbynäherin.




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