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Himmelsphänomene
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Sternwarten in Heilbronn und Weikersheim ermöglichen im Winter detaillierte Planeten-Bilder

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Observatorien in Heilbronn und Weikersheim ermöglichen faszinierende Blicke in den klaren Winterhimmel. Die Beobachtungsabende sind begehrt. Deshalb ist eine Anmeldung empfehlenswert. Diese Phänomene sind gerade zu erspähen:

Tobias Müller, Geschäftsführer der Robert-Mayer-Volks- und Schul-Sternwarte Heilbronn, stellt das Okular für Besucher ein. Foto: Jörg Kühl
Tobias Müller, Geschäftsführer der Robert-Mayer-Volks- und Schul-Sternwarte Heilbronn, stellt das Okular für Besucher ein. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg
Sternwarte der Astronomischen Vereinigung Weikersheim e.V. Die Langzeitbelichtung ermöglicht die Aufnahme eines Meteroritenschauers.
Sternwarte der Astronomischen Vereinigung Weikersheim e.V. Die Langzeitbelichtung ermöglicht die Aufnahme eines Meteroritenschauers.  Foto: Astronomische Vereinigung Weikersheim

Zugegeben: Die winterliche Kälte lockt gerade niemanden aus dem Haus. Doch für Liebhaber der Sterne, Monde und Planeten ist die kalte Jahreszeit ein echter Geheimtipp. Denn jetzt ist der Nachthimmel so klar wie sonst selten.

In der Region gibt es mehrere Sternwarten, die einen Besuch lohnen. Hervorzuheben sind die Robert-Mayer-Volks- und Schul-Sternwarte Heilbronn auf dem Dach des gleichnamigen Gymnasiums, die Sternwarte auf dem Dach des Sciencecenter Experimenta und die Sternwarte der Astronomischen Vereinigung Weikersheim. In Künzelsau arbeitet der Förderverein „ESA-Astronaut Alexander Gerst Sternwarte“ am Aufbau einer eigenen Himmelsbeobachtungsstation.

Sternwarte der Astronomischen Vereinigung Weikersheim e.V. Wegen der abgeschiedenen Lage (geringe Lichtverschmutzung) gelingen hier imposante Nachtaufnahmen, wie die des Orionnebel.
Sternwarte der Astronomischen Vereinigung Weikersheim e.V. Wegen der abgeschiedenen Lage (geringe Lichtverschmutzung) gelingen hier imposante Nachtaufnahmen, wie die des Orionnebel.  Foto: Astronomische Vereinigung Weikersheim

Mit welchem Kniff die Teleskope in Heilbronn und Weikersheim das Licht einfangen

Technisch sind die Sternwarten so gut ausgerüstet, dass selbst in der stark besiedelten Heilbronner Region faszinierende Himmelsbeobachtungen möglich sind. Die beiden Heilbronner Haupt-Teleskope sind baugleich und verfügen über 20-zöllige Spiegel mit etwa 50 Zentimetern Öffnung.

Das Weikersheimer Spiegelteleskop hat eine Öffnung von 46 Zentimetern. Die etwas geringere Zahl wird aber durch die abgeschiedene Lage auf dem etwa zwei Kilometer außerhalb des Ortes gelegenen Observatorium mehr als wett gemacht, bestätigt Rainer Zierlein, erster Vorsitzender des Betreibervereins. „Wir sind bekannt als das Hohenloher Fenster zum Weltall.“

Was der Nachthimmel aktuell bietet, ist einen recht guten Blick auf Mond, Saturn und Jupiter. Sehr gut zu erspähen sind auch das Sternbild Orion, die Plejaden sowie die Nachbargalaxie Andromeda.

Einem Hobbyastronom gelang auf der RMG-Sternwarte ein besonderer Coup

Die Robert-Mayer-Sternwarte hat 2024 mit dem CDK20 ein lichtstarkes Teleskop erworben, das an sich schon erstaunliche Einblicke ins Weltall ermöglicht. Wegen der relativ hohen Lichtverschmutzung Heilbronns hat der Betreiberverein einen optischen Filter angeschafft, erläutert der Geschäftsführer des Vereins Tobias Müller. „Unserem Mitglied Andriy Melnykov gelang es sogar, den Pulsar im Krebsnebel mit unserem neuen, großen Halbmeter-Teleskop zu visualisieren“, berichtet Führungsleiter Andreas Kerste. Das sei „eine echte Neuheit“: Mit einer komplizierten Elektronik konnte so nicht nur der Rest eines im Jahr 1054 explodierten Sterns nachgewiesen werden, sondern auch seine rasche Rotation: Er dreht sich sehr schnell, was nun am Monitor gezeigt werden konnte – bislang war das eher großen Profi-Teleskopen vorbehalten. „Das im letzten Jahr eingeweihte neue Hauptteleskop der Robert-Mayer-Sternwarte wird also nicht nur für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt“, schwärmt Kerste.

Deshalb können Sterne im Winter besonders gut beobachtet werden

Tageshimmel Wenige hundert Meter westlich der Robert-Mayer-Sternwarte befindet sich auf dem Dach der Experimenta das Himmelsobservatorium des Sciencecenters. Jetzt durch das Teleskop zu blicken, hält der Teamleiter Sternwarte Stephan Fichtner für eine „definitiv gute Idee“. Wenn es klirrend kalt ist, seien die meisten Wassermoleküle der Luft als Niederschlag auf den Boden gefallen, die Sicht nach oben also frei. Weil die Experimenta-Sternwarte sehr viel häufiger tagsüber als nachts besucht wird, hat sich das Team um Fichtner technisch auf Himmelsobjekte spezialisiert, die auch bei Licht zu entdecken sind. Der Winterhimmel ermögliche andere Perspektiven als der Himmel im Sommer.

Das sind die nächsten ausgewählten Termine zur Himmelsbeobachtung

Und das sind die nächsten Termine für die Himmelsbeobachtung: Robert-Mayer-Sternwarte: „Der Mond“ am 28. Januar um 19 Uhr. „Planeten am Abendhimmel“ am 3. Februar um 19 Uhr. Telefon 07131 81299.Experimenta: Sternwarte während der Öffnungszeiten des Sciencecenters. Abendbesuche im Rahmen der Sky-Night. Nächster Termin 15. Januar um 19 Uhr. Telefon 07131  887950.Observatorium Weikersheim: Am 3. Januar und 7. Februar, je um 19 Uhr. Telefon 07934 1365.

Andromeda-Galaxie: Von der Sternwarte des Robert-Mayer-Gymnasiums Heilbronn aus gelang diese Aufnahme. Foto: Andreas Kerste
Andromeda-Galaxie: Von der Sternwarte des Robert-Mayer-Gymnasiums Heilbronn aus gelang diese Aufnahme. Foto: Andreas Kerste  Foto: Andreas Kerste
Sternwarte auf dem Dach des Sciencecenter Experimenta Heilbronn: Besucherbetreuer Thomas Griesinger (links) und Teamleiter Sternwarte Stephan Fichter bedienen das große Spiegelteleskop mit seiner 50-Zentimeter-Öffnung. Foto: Jörg Kühl
Sternwarte auf dem Dach des Sciencecenter Experimenta Heilbronn: Besucherbetreuer Thomas Griesinger (links) und Teamleiter Sternwarte Stephan Fichter bedienen das große Spiegelteleskop mit seiner 50-Zentimeter-Öffnung. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg



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