Wie die Stadt Heilbronn Neubürger einbinden will
Die Heilbronner Integrationsbeauftragte zeigt auf Antrag der Grünen im Gemeinderat Angebote der städtischen Willkommenkultur für Neubürger aus dem Ausland auf. In der Stadt leben Menschen aus 150 Nationen.

Heilbronn ist bunt und wird immer bunter, nicht nur durch Flüchtlinge. Hochschulen und Firmen bis hin zum Ipai ziehen Fachkräfte und Studenten aus aller Welt an. Inzwischen leben Menschen aus 150 Nationen in der Stadt. Auf Antrag der Grünen berichteten Bürgermeisterin Agnes Christner und die Integrationsbeauftragte Denise Farag im Gemeinderat, welche Möglichkeiten der Teilhabe es für neue Bürger gibt.
Kulturförderrichtlinien unterstützen auch internationale Gruppen
Einen wichtigen Pfeiler bilden die 2021 neu gefassten Kulturförderrichtlinien, über die auch internationale Kulturschaffende oder Projekte unterstützt werden. Gleichzeitig können sich Migranten und ihre Selbstorganisationen (MSO) in Veranstaltungsreihen einklinken: vom Klassik Open Air übers Lichterfest bis zur Nacht der Kulturen. Zudem strebt man über das Projekt 360? der Bundeskulturstiftung eine "diversitätsorientierte Öffnung von Kultureinrichtungen" an.
Netzwerk der Kulturen
Mit einer Projektförderung des Forums der Kulturen sei der MSO-Dachverband "Netzwerk der Kulturen" mit Workshops zu Themen wie Gewinnung von Nachwuchs, Förderung sowie Fundraising unterstützt worden, was künftig verstärkt der Fall sein soll. Außerdem werde, so hieß es, "generell die Umsetzung von Einzelprojekten oder Planungen der Vereine unterstützt".
Welcome Center speziell für Firmen und Fachkräfte
Das Thema "Willkommenskultur" werde auch in Kooperation mit dem Welcome Center und vielen anderen Partnern organisiert. Das Center berät und unterstützt internationale Fach- und Führungskräfte sowie Firmen. Außerdem gibt es Willkommensbroschüre und eine Webside mit Infos in mehreren Sprachen. Natürlich gebe es auch Einzelberatung über verschiedene städtische Stellen, auch seitens der Arge Flüchtlingsarbeit.
Nicht zuletzt der Heilbronn Marketing wachse eine wichtige Rolle zu: Messen, Märkte und Events seien so ausgerichtet, dass damit " eine breite gesellschaftliche Schicht" angesprochen wird, etwa durch Speisen, Musik und andere Kulturbeiträge oder Formate, die den Austausch fördern. Alle Aktivitäten zielten darauf ab, "das Zusammenleben in der diversen Stadtgesellschaft zu gestalten", eine exklusive Förderung für Migrantengruppen gebe es nicht.
Rege Ratsdebatte mit Aggressioen zwischen rechts und links
Heilbronn brauche "dringend" neue Bürger, die aber nicht nur zum Arbeiten kommen, sondern auch sozial und kulturell abgeholt und eingebunden werden müssten, so Isabell Steidel (Grüne). Sie vermisste in der Auflistung die Volkshochschule und Stadtbibliothek, aber auch Zahlen. Alle Ansätze könnten nur ein Anfang sein, schließlich handle es sich um eine gemeinsame Aufgabe, "damit Heilbronn eine Wohlfühlstadt bleibt".
Von einem breiten Angebot, das von Haupt-, aber auch von Ehrenamtlichen getragen werde, sprach Verena Schmidt (CDU), die neben Quartierszentren auch Schulen und Firmen eine wichtige Rolle zuschrieb. "Es wird tatsächlich schon viel getan, lobte auch Anna Christ-Friedrich (SPD). Zum geglückten "Wir-Gefühl" gehöre von beiden Seiten "Dialogbereitschaft, Begegnung, Offenheit". Um "Hochkaräter" im Bereich Bildung/IT zu binden, müsse die Stadt im Bereich Kultur und Sport noch attraktiver werden, sagte Isabell Dörr-Nill (FDP).
Raphael Benner (AfD) sah vor allem Defizite im Bereich der privaten Kreativszene und im Nachtleben, um sich gleichzeitig gegen "Planwirtschaft" und "totalitäre linke Ideologien" auszusprechen. Alfred Dagenbach (Pro) nannte den Grünen-Antrag "Schau". Solche Beiträge zeigten, wie wenig aufgeschlossen manche seien, meinte Konrad Wanner (Linke). Er zeigte sich froh über die jüngste Demonstration, wo "solchem Gedankengut Schranken aufgezeigt" worden seien.
Schade, dass die vielen Bemühungen noch nicht überall in der Wirklichkeit angekommen seien, meinte Herbert Burkhardt (FW), der unter anderem das Fest "Treffpunkt Europa" vermisse und die Einbindung von Migranten in den Weihnachtsmarkt anregte.
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