Stimme+
Heilbronn
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Mangelnde Sicherheit? Umzug des Familiengerichts sorgt für schlechte Laune bei Richtern

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die Abteilungen des Amtsgerichts Heilbronn ziehen schrittweise von der Rollwag- in die Knorrstraße um. Den Anfang hat das Familiengericht gemacht. Doch jetzt wird Kritik laut.

Eingang B im ehemaligen Knorr-Verwaltungsgebäude: Von hier geht es künftig unter anderem auch zum Familiengericht des Amtsgerichts Heilbronn.
Eingang B im ehemaligen Knorr-Verwaltungsgebäude: Von hier geht es künftig unter anderem auch zum Familiengericht des Amtsgerichts Heilbronn.  Foto: Seidel, Ralf

Der gerade stattfindende Umzug des Familiengerichts von der Rollwag- in die Knorrstraße stößt nicht bei allen Beschäftigten auf ungeteilte Freude und Zustimmung. Kritik übte jetzt im Gespräch mit der Heilbronner Stimme eine Mitarbeiterin, die ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie befürchtet berufliche Nachteile.

Neben dem Baulärm bemängelt die Familiengerichts-Mitarbeiterin, dass es keine Parkplätze gebe: "Warum sorgt man nicht für Stellplätze für Richter, Verfahrensbeteiligte und Anwälte?", fragt sie empört.

Das Amt Vermögen und Bau Baden-Württemberg, zuständig für staatliche Baumaßnahmen, habe es versäumt, Parkplätze im Umfeld des ehemaligen Knorr-Verwaltungsgebäudes anzumieten. Es könne nicht sein, dass vor Prozessbeginn Beteiligte noch Parkplätze suchen müssten. Ärgerlich sei auch, dass kein Besprechungsraum vorhanden sei.

Kritik: Eingangsbereich nicht behindertenfreundlich, Sicherheitsdienst fehlt

Unerfreulich ist für die Kritikerin der gesamte Eingangsbereich: "Die kleine Drehtür und die Stufen sind für Personen mit Handicap oder Kinderwagen ungeeignet." Ein Hinweis, dass es am Hintereingang, der über den Hof zu erreichen ist, eine Rampe gebe, fehle.

Mit Nachdruck fordert die Mitarbeiterin die dauerhafte Anwesenheit eines Justizwachtmeisters im Eingangsbereich und einen professionellen Sicherheitsdienst, der nach Dienstschluss für die Sicherheit im Gebäude sorgt: "Wir fühlen uns nicht gut aufgehoben und hoffen, dass die Mängel zeitnah behoben werden."

Der Umzug ist nur vorübergehend

"Verwundert" darüber, dass der Weg über die Presse gewählt wurde, zeigten sich Frank Berkenhoff, Leiter des Amts Vermögen und Bau, und Till Jakob, Präsident des Amtsgerichts. Sie bedauern, dass die Qualität, die auch für das Familiengericht gerade an der Knorrstraße geschaffen wird, nicht gesehen werde. Wert legen beide auf die Feststellung, dass es sich um einen temporären Umzug handelt: "Die Abteilungen werden wieder auf das Gerichtsareal zurückkehren."

Bei der Parkplatz-Problematik verweist Berkenhoff auf die Philosophie des Landes mit der Stärkung des ÖPNV. Die baurechtlich erforderlichen Stellplätze seien vorhanden. Zum Thema Sicherheit erklären Berkenhoff und Jakob: "Es gibt einen Schließdienst, der um 19 Uhr das Gebäude abschließt. Mitarbeiter kommen aber rein." Zudem habe jeder Beschäftigte einen Schlüssel, um sein Büro abzusperren. Unverständlich ist ihnen, dass es bei elf Sitzungssälen keinen Besprechungsraum geben soll. "Das Raumkonzept funktioniert", sagt der Amtsgerichtspräsident.

Das Amtsgericht wird aufwendig saniert

Dass es beim aktuellen Bauzustand Kinderkrankheiten gibt, räumen Berkenhoff und Jakob ein. Sie versichern, dass sie beseitigt werden. Montiert werden auch die fehlenden Hinweise." Der Umzug wird nötig, weil das Amtsgericht über mehrere Jahre saniert wird. Die Strafabteilung wird deshalb die Räume des Familiengerichts an der Rollwagstraße nutzen. An die Knorrstraße umziehen werden in den nächsten Wochen noch die Amtsgerichtsverwaltung, die Zivil- und Zwangsvollstreckungsabteilung sowie das Ausbildungszentrum.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben