Spielerisches Faschingsvergnügen in Kirchhausen
Die Prunksitzung des Karneval Clubs Kirchhausen (KCK) überzeugt vor allem mit Gastbeiträgen der befreundeten Faschingsvereine und einer menschlichen Pyramide.
Die Stimmung in der Deutschordenshalle kocht, als die Waschlappen Glunker aus Neuhausen auf und vor der Bühne Stellung beziehen. Die Guggenmusiker, rund 30 gestandene Männer, sind allesamt im 70er Jahre-Look gekleidet, mit langhaarigen Perücken und glitzernden Schlaghosen. Unter der Leitung von Markus Novak stimmen sie ein Abba-Medley an und bringen das faschingsbegeisterte Publikum zum Tanzen. Es ist ein Anblick der anderen Art: Fast schon automatisch bewegen sie ihre Hüften und Instrumente zu "Dancing Queen" und "Waterloo", bei "Mamma Mia" singt der ganze Saal mit.
Alles außer Rand und Band
Damit ist die Prunksitzung des Karneval Clubs Kirchhausen (KCK) unter dem Motto "Außer Rand und Band im Spielzeugland" im vollen Gange. Mit einer Mischung aus eigenen Darbietungen und Auftritten von befreundeten Karnevalsvereinen aus dem Unterland und der Region Stuttgart verstehen es die Narren, die 200 Zuschauer von den Stühlen zu holen.
In diesem Jahr erfolgt der Einmarsch erst nach dem KCK-Lied, gesungen von Rebecca Stemmer. Diese Änderung tut der stimmungsgeladenen Atmosphäre keinen Abbruch. Immer wieder stimmt Sitzungspräsident Steffen Stemmer das kräftige KCK-Helau an, und bekommt lautstarkes Echo aus dem Publikum.
Prinzessinnen mit gemeinsamem Lied
Prinzessin Sandra I. vom Stuttgarter Rössle begeistert mit ihrer Schlager-Gesangseinlage: Gemeinsam mit der amtierenden KCK-Prinzessin Judith I. Hüpfer von der Kinderwelt steht sie auf der Bühne und animiert mit "Himmelblauen Augen" die Menge zum Mitschunkeln.
KCK-Präsident Heinz Benker ist schon vorab fest überzeugt, dass das Programm gut ankommen wird. Es sei immer wieder etwas Besonderes, "was wir da auf die Bühne bringen", sagt er. Damit soll er Recht behalten: Die Kükengarde legt in wallenden Prinzessinnenkostümen einen ebenso gelungenen Auftritt auf die Bühne, wie auch die Schloss-, Junioren- und Prinzengarde des Vereins. Auch die Tanzmariechen Selina (11) und Jenny (18) sowie die fünfjährige Lea zeigen jeweils in ihren Soli mühelos Spagat, Überschlag und jede Menge Ausdauer.
Dialog etwas zu lang geraten
Bei den Büttenreden behilft sich der KCK mit Akteuren des Narrenbunds Neuhausen. So spricht das Duo Alma und Wilma in einem etwas zu lang geratenen Dialog über das Älterwerden und Probleme in der Ehe, während das Vater- und Sohn-Gespann von Ronald und Justin Witt mit viel Charme und Witz politischen Themen auf den Grund geht.
Donnernde Paukenschläge, kunterbunte Kostüme und gemütliche Schunkelrunden: Der KCK fährt das volle Programm auf. Da fällt es gar nicht so auf, dass ein Drittel der Plätze im Saal leer bleiben. Unter den Besuchern sind Michael Schick (56) mit Tochter Michelle (21) sowie das Ehepaar Carmen (52) und Ralph Veit (53). Sie kommen vom Obergimperner Carnevalsverein d"Brüggegossler und sind begeistert von der guten Stimmung. Auch verbindet sie eine gute Freundschaft mit dem KCK. "Die wird hier sehr großgeschrieben", sagt Carmen Veith.
Auf das Männerballett ist Verlass
Unter viel Applaus bringt die Ranzengarde, das Männerballett des KCK, ihren Auftritt auf die Bühne: Unter dem Titel "Toy Story" stellen sie die Traumwelt eines kleinen Mädchens dar. Einen weiteren Hingucker bietet auch die menschliche Pyramide der Maskentanzgruppe des Narrenbunds Neuhausen.
Den krönenden Abschluss bildet der finale Tanz des KCK: Jung und Alt schwingen die Hüften zu "TickiTacka" von Micha von der Rampe.

Stimme.de
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