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Die Zukunft der Arbeit? Das hat es mit New Work auf sich

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Sinnstiftung und Wohlbefinden bei der Arbeit stärken − New Work. Ein überstrapazierter Trend oder steckt doch viel Potenzial dahinter? Und was hat es mit dem Work-Life-Blending auf sich? DHBW-Professor Uwe Schirmer gibt Einblick.

Von Peter Klotz
Sinnstiftung und Wohlbefinden bei der Arbeit stärken − New Work. Ein überstrapazierter Trend oder steckt doch viel Potenzial dahinter? Das sagt der DHBW-Professor Uwe Schirmer dazu.
Sinnstiftung und Wohlbefinden bei der Arbeit stärken − New Work. Ein überstrapazierter Trend oder steckt doch viel Potenzial dahinter? Das sagt der DHBW-Professor Uwe Schirmer dazu.  Foto: privat/dpa; Montage: stimme.de

Der Begriff "New Work" tauchte erstmals in den 70er Jahren auf und kennzeichnete alle Veränderungen im bislang überwiegend maschinenbestimmten Arbeitsalltag in Richtung menschengerechtere Ausrichtung. Neue Impulse bekam dieses Konzept durch Corona und die damit wachsende Bedeutung von Homeoffice.


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Das Ziel, Sinnstiftung und Wohlbefinden bei der Arbeit zu stärken, verbindet Roman Gorovoy, Geschäftsführer des schwäbischen Mittelständlers Electrostar, und Professor Uwe Schirmer, wissenschaftlicher Leiter des Masters Personalmanagement und Wirtschaftspsychologie am DHBW CAS in Heilbronn. Beide schätzen den Trend aus ihrer akademischen und unternehmerischen Perspektive ein.

Die Zukunft der Arbeit? Das hat es mit New Work auf sich

Dabei geht es nicht nur um die Abgrenzung der Arbeit vom Zuhause und der Präsenzpflicht im Büro. Für Uwe Schirmer gibt es ein ganzes Arsenal an Methoden, mit denen Unternehmen arbeiten können, um auf die strukturellen Veränderungen in der Arbeitswelt und die Anforderungen der jüngeren Generation nach mehr Teilhabe zu reagieren. "Dies muss allerdings an die spezifischen Unternehmensanforderungen angepasst und von einer guten Kommunikation begleitet werden."

Das sind Herausforderungen von New Work für Unternehmen

Roman Gorovoy kennt die Herausforderungen von New Work aus dem eigenen Unternehmen. "Wenn Führungskräfte beispielsweise nicht vorleben, was sie von den Teams verlangen und zu sehr in den alten Mustern von Kontrolle verbleiben, kann das Personal nicht selbst bestimmt und eigenverantwortlich arbeiten. New Work erfordert Vertrauen."


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Gerade in den vergangenen Tagen haben sich Unternehmer wie Wolfgang Grupp und Elon Musk sehr kritisch über das selbst bestimmte Arbeiten geäußert. Und sicher sollen vor allem kreative Aufgaben nicht nur im Van-Office, Café oder Hüttenbüro erledigt werden. Die mögliche Inspiration durch soziale Kontakte auf dem Flur, in der Kantine und im Großraumbüro hat man durchaus erkannt und möchte die mit einbauen.

Work-Life-Blending statt Work-Life-Balance

Aber von der viel diskutierten Work-Life-Balance ist man inzwischen beim Work-Life-Blending angekommen, so die Einschätzung von Uwe Schirmer. Das heißt: Arbeit und Freizeit gehen ineinander über. Auf dem Weg zum Kundentermin schnell den Wochenendeinkauf erledigen, im Urlaub an einem virtuellen Meeting teilnehmen, abends auf dem Sofa ein paar geschäftliche E-Mails beantworten: Diese Vorgehensweisen werden bald selbstverständlich sein.

Hinzu kommt, dass sich die Kräfteverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit wegen des Fachkräftemangels verschieben. Der kreative und talentierte Mitarbeiter ist nicht mehr dauerhaft mit einem Unternehmen verbandelt, es gibt zunehmend Projektarbeit von Selbstständigen und Freiberuflern, die weltweit unterwegs sind und ihr Wissen dort einbringen, wo es gefragt ist. Fachkräfte aus der Generation Y oder Z werden laut Uwe Schirmer nicht vom Wirtschaftswachstum oder dem neuesten Produkt angesprochen: Für sie stehe das beste Produkt im Zentrum.

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