Stimme+
Heilbronn

Neue Pfarrerin in Friedensgemeinde Heilbronn

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Dorothee Godel wurde am Sonntag als neue geschäftsführende Pfarrerin der Heilbronner Friedensgemeinde in ihr Amt eingeführt. Die Theologin hat über die ersten Predigten Friedrich Schleiermachers promoviert. Sie ist Nachfolgerin von Dr. Richard Mössinger.

Von Gertrud Schubert
Alle zwei Woche wird Dorothee Godel in der Wichernkirche predigen. Zum Kindergottesdienst will sie noch häufiger zur Stelle sein. Foto: Dennis Mugler
Alle zwei Woche wird Dorothee Godel in der Wichernkirche predigen. Zum Kindergottesdienst will sie noch häufiger zur Stelle sein. Foto: Dennis Mugler  Foto: Mugler, Dennis

Mit einem musikalischen Gottesdienst hat die Friedensgemeinde Heilbronn gestern Pfarrerin Dr. Dorothee Godel willkommen geheißen. Im Mittelpunkt stand wie in es sich in der evangelischen Kirche gehört die Predigt. Ihr galt am Sonntag vielleicht noch mehr Aufmerksamkeit als sonst. Hat sich doch die neue Pfarrerin der Kunst der kurzen Ansprache besonders verschrieben. Dorothee Godel promovierte über die ersten Predigten von Friedrich Schleiermacher (1768 - 1834). In der rhetorischen und inhaltlichen Analyse seiner Texte schärfte sie ihr Predigthandwerk.

So mag es keinen wundern, dass sich die Theologin von der Heilbronner Friedensgemeinde angezogen fühlt. Ihr Vorgänger Dr. Richard Mössinger nahm die Auslegung der Bibel gerade so wichtig. Er ist - nicht nur unter Pfarrern in Württemberg - als Autor und Hüter der Predighilfen in "Arbeit und Besinnung" bekannt.

Heilbronn ist der Theologin noch unbekannt

Denn Heilbronn, das muss Dorothee Godel gestehen, ist bisher ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. "Man sagt, die Menschen sind offen", dass das stimmt, erfährt sie jetzt im fast täglichen Miteinander in ihrer Gemeinde. Landschaftlich findet sie die Region reizvoll, die Kilianskirche hat sie sofort erkundet, inklusive Turmbesteigung und -führung. Das städtische Umfeld gefällt ihr, die Nähe zum Theater. "Ich war schon im Triadischen Ballett, das war superklasse."

An ihrer Kirchengemeinde freut sie der theologische Gesprächskreis, die aktive Kinderkirche, das kollegiale Miteinander mit den Pfarrkollegen David Terino und Christine Jeno. Für 1700 evangelische Christen da zu sein und sie seelsorgerlich zu begleiten, das Gespräch zu suchen und Lebenserfahrung zu teilen - so versteht sie ihre Aufgabe: "Die Theologie interessiert mich und die Arbeit mit den Menschen." Dorothee Godel übernimmt im Pfarrerteam der Friedenskirchengemeinde mit ihren 4300 Mitgliedern das Amt der geschäftsführenden Pfarrerin.

Seit ihrer Konfirmandenzeit wollte Godel Pfarrerin werden

Kinderkirche, der sonntägliche Gottesdienst, die Patentante, die Leiterin der Altpietistischen Gemeinschaft war, so beschreibt Dorothee Godel die kirchlichen Bezüge ihrer Kindheit in Warmbronn. Ihr Vater war Schreiner, arbeitete bei Daimler. Schon in der Konfirmandenzeit wusste sie, dass sie Pfarrerin werden will. Obwohl pietistisch geprägt ist sie Mitglied der Offenen Kirche.

Sie studierte in Heidelberg und Tübingen, war Vikarin in Degerloch und von da an, weil sie mit einem Pfarrer verheiratet war, damals auf halbe Stellen gezwungen. Dabei wollte sie durchstarten. Also war sie Religionslehrerin an einer Realschule, Repetentin am Tübinger Stift, Assistentin am Lehrstuhl für praktische Theologie und zuletzt wegen der Promotion nur auf einer halben Stelle im Oberkirchenrat Fachreferentin für Ethik und Weltanschauung.

Erst im November wird umgezogen

Noch wohnt Dorothee Godel in Kirchentellinsfurt. Sie pendelt mit dem Zug, solange das Pfarrhaus renoviert wird. Für 9./10. November hat sie ihren Umzug terminiert.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben