Stimme+
Heilbronn

Nach 19 Jahren an der Spitze: Neue Ära bei Haus und Grund Heilbronn angebrochen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Klaus Pfizenmayer, der 19 Jahre lang die Interessenvertretung Haus und Grund Heilbronn geführt hat, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist der Rechtsanwalt Albrecht Berroth. Der Verein zählt heute mehr als 6800 Mitglieder.

Beim Haus- und Grundeigentümerverein Heilbronn und Umgebung endete eine Ära: Nach 19 erfolgreichen Jahren in der Führungsverantwortung der 1908 gegründeten Interessenvertretung gab Rechtsanwalt Klaus Pfizenmayer jetzt altershalber das Amt des Vorsitzenden ab.

Für seine Verdienste zeichnete ihn Ottmar Wernicke, Geschäftsführer von Haus und Grund Württemberg, mit der Goldenen Ehrennadel aus. Die Gemeinschaft der Haus- und Grundeigentümer unterstützt Pfizenmayer weiterhin als einer von mittlerweile zehn Rechtsberatern aus verschiedenen Kanzleien und wirkt im Landesverbandsausschuss mit. Nachfolger von Pfizenmayer ist der Fachanwalt Albrecht Berroth (52) aus Flein.

Mehrfach als Verein des Jahres ausgezeichnet

„Vorsitzender von Haus und Grund zu sein, das hat mir immer Spaß gemacht. Der Verein ist mein Hobby geworden“, blickt Klaus Pfizenmayer (69) auf fast zwei Jahrzehnte zurück. In diesem Zeitraum hat sich die Mitgliederzahl von damals knapp 3100 auf nunmehr 6800 Personen mehr als verdoppelt und ist deutschlandweit mehrfach zum „Verein des Jahres“ gewählt worden.

Pfizenmayer führt diese Entwicklung vor allem auf das harmonische Miteinander innerhalb des Gesamtensembles zurück. Auf- und ausgebaut wurde unter seiner Ägide die Geschäftsstelle an der Gymnasiumstraße und die Rechtsberatung. Geschätzt wurde von den Mitgliedern, dass Pfizenmayer stets ein sachliches und kollegiales Verhältnis zum Mieterverein Heilbronn gepflegt hat: „Da ist es nie zu einem Dauerkonflikt gekommen.“

Solidarität darf keine Einbahnstraße sein

Die Themen „bezahlbarer Wohnraum“ und „energetische Sanierung“ rückte Albrecht Berroth in den Mittelpunkt und sagte: „Wenn stets der Begriff Solidarität bemüht wird, dann muss auch klar sein, dass Solidarität keine Einbahnstraße ist“.


Mehr zum Thema


Dann müsse klar sein, dass man einem Vermieter nicht durch das Außerkraftsetzen von Marktmechanismen einerseits durch die Mietpreisbremse Einnahmen wegnehme, andererseits aber durch immer mehr Auflagen zusätzliche Ausgaben abverlange. Nicht jeder Haus- und Grundeigentümer sei mit umfangreicher Liquidität gesegnet.

Das Bauen muss erleichtert werden

„Wenn Solidarität eingefordert wird, dann von allen Steuerzahlern“, bezog Berroth Position. Wenn Mieter nicht in der Lage seien, ihre Miete zu bezahlen, dann müsse das Wohngeld aufgestockt werden: „Es kann nicht sein, dass der Vermieter auf einen Teil seines vertraglichen Anspruchs verzichten muss“, machte der Fachanwalt unter anderem für Miet- und Wohneigentumsrecht deutlich.

Wenn Menschen nicht in der Lage seien, eine bezahlbare Wohnung zu finden, müsse das Bauen erleichtert und nicht erschwert werden. Berroth bedauerte, dass Kritik von Haus und Grund in der Politik „keine oder nur eine verschwindend geringe Resonanz findet“.

Haus und Grund ist finanziell gesund

Finanziell ist Haus und Grund gut aufgestellt. So sprach Geschäftsführer Helmut Meyer von Mitgliedseinnahmen in 2021 von rund 415.000 Euro und einem Jahresüberschuss von 14.000 Euro. Das Vermögen bezifferte Kassier Reinhold Borchardt auf 155.000 Euro.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben