Klaus-Peter Axmann prägte das Heilbronner Gesundheitsamt
Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel verabschiedet Amtsarzt Klaus-Peter Axmann in den Ruhestand. Im jetzt begonnenen Pensionärsleben wird es dem Mann mit der Löwenmähne nicht langweilig.

Mit der Corona-Krise hat Dr. Klaus-Peter Axmann nicht gerechnet: "Das war nicht abzusehen", sagt der langjährige Leiter des städtischen Gesundheitsamts Heilbronn beeindruckt, auch wenn man hinter der hellblauen Schutzmaske seinen ernsten Gesichtsausdruck nur schwer erkennen kann. Das Virus hat denn auch dafür gesorgt, dass der 65 Jahre alte Mediziner seinen mehrwöchigen Resturlaub dem Amt und seinem Nachfolger Dr. Peter Liebert uneigennützig zur Verfügung gestellt hat: "Die Pensionierung konnte warten, zumal auch der Helsinki-Urlaub storniert werden musste. Es galt, Heilbronn gut durch die Pandemie zu bringen."
In Rheinberg in Nordrhein-Westfalen wird Klaus-Peter Axmann am 31. August 1954 geboren. Es ist der Ort, in dem der Underberg seine Wiege hatte. "Wenn es dem Magen nicht gut geht, greife ich gerne zu diesem Hausmittelchen", grinst der Genussmensch, der deutsche, asiatische, griechische und französische Küche über alles liebt. Eine Hand klopft liebevoll auf den kleinen Bauchansatz.
Er wollte nie niedergelassener Arzt werden
Die Jugendjahre des jungen Klaus-Peter sind, bedingt durch den Bundeswehrdienst seines Vaters, durch Umzüge geprägt: Limburg an der Lahn, Bruchsal und Karlsruhe sind die Stationen. Er baut sein Abitur, leistet als "eher geborener Zivilist" als Sanitätssoldat seinen Wehrdienst ab und studiert in Heidelberg Medizin. Das Land Baden-Württemberg fördert den Individualisten mit hohen fachlichen Qualitäten mit einem Stipendium. "Die paar Hundert Mark haben jeden Monat gutgetan", erinnert sich Axmann an die "erfolgreiche und schöne Zeit".
Doch das Studium ist dem geselligen und humorvollen Menschen nicht genug. Er widmet sich der Kinderneurologie, arbeitet am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und kommt 1984 zum damals noch Staatlichen Gesundheitsamt Heilbronn, an dem Dr. Erich Koßmann wirkt. Ein Jahr später schließt Axmann die Amtsarzt-Prüfung mit der Note 1,8 ab und ist fortan Arzt für das öffentliche Gesundheitswesen und Sozialmedizin. Eine Praxis als niedergelassener Arzt wollte er nie: "Ich bin Amtsarzt aus Leidenschaft. Die Vielfalt der Menschen hat mich stets beeindruckt", sagt er heute wie selbstverständlich.
Axmann wird Leiter des Gesundheitsamts

Als Arzt beim Land angestellt, wird er 1989 als stellvertretender Leiter zum Staatlichen Gesundheitsamt Schwäbisch Hall abgeordnet. 1990/91 wirkt er beim Regierungspräsidium im Referat für ärztliche Angelegenheiten und erstellt 1992/93 im Sozialministerium ein Geriatriekonzept. 1995 werden die Staatlichen Gesundheitsämter in Baden-Württemberg kommunalisiert.
Dank des Einsatzes des damaligen Sozialbürgermeisters Harald Friese bekommt Heilbronn sein eigenes Gesundheitsamt. Klaus-Peter Axmann wird dessen Leiter. Personell baut er das Amt von 14 auf 21 Stellen aus. Eng mit seinem Namen verbunden sind sein besonnenes Wirken in der Stadt nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl, der Aufschwung des DRK-Ortsvereins sowie der Aufbau des Drogenkontaktladens und der Heilbronner Gesundheitskonferenz.
Im jetzt begonnenen Pensionärsleben wird es dem Mann mit der Löwenmähne nicht langweilig: "Diese Haarpracht habe ich mir Zentimeter um Zentimeter bei meinen Eltern während der Beatles-Zeit erkämpft und bis heute beibehalten", sagt er stolz. Verstärkt nachgeben wird er seinem Drang zum Reisen. Er wird Gutachten erstellen, Vorträge halten und malen: "Das kam zuletzt etwas zu kurz." Und dann hat Klaus-Peter Axmann noch ein weiteres Hobby: Ein Fuß drückt fast immer auf das Gaspedal - der sportliche Wagen aus baden-württembergischer Produktion ist längst bestellt.

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