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Im Heilbronner "Backstüble" geht eine Ära zu Ende

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Nach 20 Jahren verabschiedet sich Wirt Torsten Horn und eröffnet in Norddeutschland ein Lokal. Im "Hörner Kroog" im Ammerland wird er gehobene Küche und Schwäbisch-Deftiges zusammenführen. Der Betrieb im "Backstüble" geht aber nahtlos weiter.

Torsten Horn steht zum letzten Mal am Zapfhahn im "Backstüble". Den Gastronomen zieht es in den Norden, wo er ein eigenes Lokal eröffnet. Foto: Mario Berger
Torsten Horn steht zum letzten Mal am Zapfhahn im "Backstüble". Den Gastronomen zieht es in den Norden, wo er ein eigenes Lokal eröffnet. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Im "Backstüble", einer der kultigsten Heilbronner Szenekneipen, endet eine Epoche: Torsten Horn hört nach zwei Jahrzehnten als Wirt der urig-gemütlichen Schenke an der Herbststraße auf. Ihn zieht es in den hohen Norden. In Wiefelstede im Ammerland, 20 Kilometer nördlich von Oldenburg gelegen, hat der Gastronom aus Leidenschaft das Restaurant "Hörner Kroog" gekauft und wird ab 1. Oktober öffnen.

Im "Backstüble", dessen Name an die ehemalige Bäckerei Bolch erinnert, geht es aber nahtlos weiter. Rebecca Espert wird sich als künftige Wirtin zusammen mit Köchin Iris Schieß ab sofort um das Wohl der Gäste kümmern.

20 schöne Jahre erlebt

Bei Torsten Horn schwingt Wehmut mit: "20 Jahre kann man nicht so einfach wegwischen. Da sind Freundschaften entstanden", sagt der gebürtige Spreewälder mit Melancholie in der Stimme. Für diese "schöne Zeit" dankt er den Gästen bei einem geselligen Umtrunk. Zum letzten Mal steht der 56-Jährige an diesem Freitag mit Jung und Alt am Zapfhahn des "Backstübles" zusammen.

Wirt zu werden, das sieht die Lebensplanung von Torsten Horn, der in Lübbenau in der ehemaligen DDR aufwächst, nicht vor. Gleich nach dem Fall der Mauer 1989 bricht er in den Westen auf und arbeitet zunächst in Reutlingen auf dem Bau. Dann reizt ihn der Wechsel. Er zieht durch die Republik und landet schließlich bei der Frießinger Mühle in Bad Wimpfen. Er macht sich als Fuhrunternehmer selbstständig. Fünf Lkw hat Horn auf der Straße. Heute sagt er: "24 Stunden auf dem Bock unterwegs zu sein, das war ein Knochenjob."

Mit dem "Milljöh" hat alles angefangen

Torsten Horn will sesshaft werden und pachtet im August 1998 die kleine Eckkneipe "Milljöh" an der Mathildenbadstraße in Bad Wimpfen. Die Jahrtausendwende feiert er als Wirt vom "Cantina" im Gewerbegebiet Böckingen-West. Dann kreuzen sich die Wege von Torsten Horn und Peter Schmid. Der Chef des gleichnamigen Automatenbetriebs vermittelt die "Sendepause". Die kleine Kneipe an der Kilianstraße boomt. Immobilienbesitzer Ulrich Rank wird auf ihn aufmerksam und macht Torsten Horn das "Backstüble" schmackhaft. Es ist Liebe auf den ersten Blick.

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Torsten Horn malocht. Sieben Tage die Woche ist die Kneipe geöffnet. Er steht in der Küche, er zapft kühles Bier und serviert süffigen Wein. Die Gäste kommen zuhauf, um zu essen, zu trinken, sich zu unterhalten und um Sport live am großen Bildschirm zu schauen. Eine schöne Geste ist, als Torsten Horn nach dem Tod von Lothar Hesser Mitarbeiterinnen der "Kernerhöhe" übernimmt.

Liebe auf den ersten Blick

20 Jahre "Backstüble" und Torsten Horn sind Geschichte. Mit dem "Hörner Kroog" wartet eine neue Herausforderung auf den Gastronomen und seine Partnerin Pamela Dieterich. Dass er das Lokal gekauft hat, daran hat seine Schwester Ramona großen Anteil - sie lebt in der 16.000-Einwohnerstadt Wiefelstede.

Und wie seinerzeit beim "Backstüble" war es auch beim "Hörner Kroog" Liebe auf den ersten Blick: "Ich war sofort begeistert", lacht Horn und hört auf sein Innerstes: "Mein Bauchgefühl sagt, es funktioniert." Gehobene Küche und Schwäbisch-Deftiges werden im Ammerland Einzug halten.

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