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Heilbronn

Im Einsatz für den Ausbau des europäischen Radverkehrs

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Die Grüne EU-Abgeordnete Anna Deparnay-Grunenberg will das Fahrrad zum vollwertigen Verkehrsmittel machen. Und sie hofft darauf, dass die EU-Kommission bald ein "Europäisches Jahr des Fahrrads" ausruft.

Seit 2019 ist Anna Deparnay-Grunenberg Mitglied im Europäischen Parlament. Im nächsten Jahr tritt die Stuttgarterin wieder für die Grünen an.
Foto: Ralf Seidel
Seit 2019 ist Anna Deparnay-Grunenberg Mitglied im Europäischen Parlament. Im nächsten Jahr tritt die Stuttgarterin wieder für die Grünen an. Foto: Ralf Seidel

Die Grünen-Abgeordnete im Europaparlament Anna Deparnay-Grunenberg will den Radverkehr europaweit als vollwertiges Verkehrsmittel etablieren. Große Hoffnungen setzt die Stuttgarterin auf den ersten EU-Fahrradplan, den das Europäische Parlament im Februar dieses Jahres verabschiedet hat. Nun ist die EU-Kommission gefragt, den Ausbau der europäischen Radinfrastruktur voranzutreiben.

Wo investiert wird, steigen die Menschen aufs Rad um

Als positive Beispiele nennt Deparnay-Grunenberg die Niederlande und Dänemark, "da wird seit Jahrzehnten in die Radinfrastruktur investiert". Auch in Deutschland sei zu beobachten, dass die Menschen dort, wo am meisten investiert wird, auf das Fahrrad umsteigen. "Das heißt nicht unbedingt, dass sie kein Auto mehr besitzen. Aber sie nutzen es einfach weniger. Und das ist es, worauf es ankommt", sagt sie beim Redaktionsbesuch in Heilbronn.


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Die europäische Fahrradindustrie soll gefördert werden

Nicht nur die Radinfrastruktur soll europaweit ausgebaut werden, auch die Fahrradindustrie soll unterstützt werden. "Wir wollen da industriepolitisch rangehen, etwa in dem wir die Mehrwertsteuer senken oder harmonisieren", sagt die Grüne. Umsetzen müssten das dann die Mitgliedsstaaten. Man müsse die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung in der europäischen Fahrradindustrie stärker in den Blick nehmen.

Deparnay-Grunenberg ist zuversichtlich, dass sich hier bald etwas tut. "Die EU-Kommission hat für diesen Herbst angekündigt, eine europäische Fahrraddeklaration vorzulegen." Die EU-Abgeordnete denkt dabei an eine stärkere Einbindung des Radverkehrs in kommunale Klimaschutz- und Verkehrspläne, für die es dann EU-Fördergelder geben könnte.

Mehr Impulse für das Europäische Radwegenetz

Am Herzen liegt der Stuttgarterin, die auch einen französischen und Schweizer Pass hat, zudem der Ausbau des europäischen Radwegenetzes "Euro-Velo", das derzeit 17 Radrouten mit insgesamt 45 000 Kilometern Länge umfasst. Deparnay-Grunenberg hat die "Bio.Vélo.Route" zwischen Straßburg und Stuttgart ins Leben gerufen. "Wir haben das komplett digital gemacht. Es gibt keine Schilder." Denn an vielen Strecken kümmere sich niemand mehr um die Beschilderung, hat sie beobachtet.

Eher schwierig wird es mit dem Vorhaben, das Jahr 2024 als "Europäisches Jahr des Fahrrads" auszurufen. "Weil im nächsten Jahr Europawahlen sind, sagt die Kommission, das Thema Fahrrad sei zu politisch", erläutert Deparnay-Grunenberg, die daher auf 2025 hofft. Denn mit dem "Europäischen Jahr des Fahrrads" wären konkrete Maßnahmen, finanzielle Mittel und viele Veranstaltungen verbunden, um das Thema stärker in der Öffentlichkeit zu verankern.

Ausbau der Bahnangebote und Schutz der Wälder als wichtige Themen

Gleiches gilt auch für die beiden anderen Lieblingsthemen der Forst- und Umweltwissenschaftlerin: der Einführung einer paneuropäischen Buchungsplattform für die Bahn und den Schutz der Wälder.

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