Heilbronner Walderlebnispfad bald um ein Erlebnis größer
Die Stationen auf dem Heilbronner Walderlebnispfad sind derzeit wegen Corona gesperrt. Unterdessen wird ein neues Projekt geplant.

Zwischen Jägerhaus und Köpfertal gelegen, zählt er auf einer Strecke von rund vier Kilometern 24 Stationen. Die Rede ist vom Heilbronner Walderlebnispfad, der 1970 erstmals ins Leben gerufen und seither ständig vergrößert worden ist. Immanuel Schmutz, Leiter der Abteilung Forst und Landwirtschaft der Stadt Heilbronn, weiß: "Der Pfad wird bei den Menschen sehr gut angenommen."
Der absoluter Renner unter den Waldbesuchern ist Schmutz zufolge die Kugelbahn. Auf einer 100 Meter langen Strecke können Besucher Murmeln aus Holz über gehobelte Eichenstämme rollen lassen. Über 30.000 Holzmurmeln seien in den vergangenen fünf Jahren bereits verbraucht worden. Für Nachschub sorgt gewöhnlich die Stadt – jedoch nicht in Zeiten des Coronavirus.
"Der Ansturm war einfach zu groß, die Leute standen dicht aufeinander gedrängt. Uns blieb nichts anderes übrig, als die Stationen abzusperren." Kugelbahn und Co. sind seit Wochen von rot-weißem Trassierband umzäunt, die ehemaligen Kaugummiautomaten mit den Holzmurmeln – geleert. "Die Waldwege können aber weiterhin genutzt werden", so Schmutz.
Ungewohnte Situation für die Freunde des Waldes
Die Sperrung der 24 Stationen ist für die Freunde des Waldes eine ungewohnte Situation. Seit neun Jahren treffen sich die ehrenamtlichen Helfer im Ruhestand einmal in der Woche im Heilbronner Stadtwald und schauen auf dem Walderlebnispfad nach dem Rechten. Morsche Hölzer müssen ausgetauscht, die Stationen gepflegt und unterhalten werden.

"Es gibt immer was zu tun", sagt Berthold Ansel, Organisator der neunköpfigen Gruppe. "Umso mehr vermissen wir die Arbeiten im Freien." Von morgens bis abends hätten sie jeden Dienstag aktiv im Wald gewerkelt, mittags zusammen Pause gemacht und gegrillt. "Es fehlt was", so der 73-Jährige.Aber sein Blick ist nach vorne gerichtet.
Neue Station ist geplant
Die Freunde des Waldes planen eine neue Station: Anhand von Struktur und Maserung sollen Besucher bald schon lernen können, wodurch sich Baumarten unterscheiden. Wie sieht Fichtenholz aus? Und was ist der Unterschied zur Birke? Fragen, auf die die neue Station bald schon spielerisch eine Antwort geben könnte. "Wir sind mitten drin, ein Konzept zu erarbeiten. Die Arbeiten sind sehr aufwendig und zeitintensiv", so Ansel. "Wir müssen die Stämme trocknen, bearbeiten und konservieren." Auch der genaue Standort stehe noch nicht fest.

Die Freunde des Waldes sind also mitten drin, ein Konzept zu erarbeiten. Wenn die Stationen nach Corona nicht mehr von Absperrband, sondern von Waldbesuchern umgeben sein werden, dann sollen die Arbeiten weitergehen.
Neben der permanenten Instandhaltung der aktuellen Stationen soll auch die Kugelbahn erweitert werden: "Wir hängen ein paar Meter dran", gibt Ansel einen Ausblick.
Forst-Abteilungsleiter Immanuel Schmutz betont: "Diese Arbeiten nehmen viel Zeit in Anspruch. Wir sind froh, dass uns die Freunde des Waldes so tatkräftig unterstützen."

Stimme.de
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