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Heilbronn

Heilbronner Töpfermarkt kommt am Ausweichstandort gut an

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Statt wie bislang an der Sülmerstraße findet der Markt dieses Jahr auf dem Platz am Bollwerksturm statt. So können die Corona-Auflagen eingehalten werden. Mehr als tausend Besucher kommen am Samstagvormittag. Die HMG hofft auf 5000 Gäste bis Sonntag.

Die fröhlichen Punkte sind am Stand von Birgit Palte auf dem Heilbronner Töpfermarkt Programm. Über das Regenwetter am Samstagvormittag tröstete das lustige Design allemal hinweg.
Die fröhlichen Punkte sind am Stand von Birgit Palte auf dem Heilbronner Töpfermarkt Programm. Über das Regenwetter am Samstagvormittag tröstete das lustige Design allemal hinweg.  Foto: Möllers, Linda

Sie machen einfach gute Laune, die lustigen Punkte auf dem Porzellan, die Birgit Palte an ihrem Stand auf dem Heilbronner Töpfermarkt verkauft. Und für einen Moment lassen sie den wolkenverhangenen Himmel und die dicken Regentropfen vergessen, die den Traditionsmarkt am Samstagvormittag im Griff halten.

Dem Besucherstrom tut das keinen Abbruch: Rund 1000 Menschen kommen innerhalb der ersten vier Stunden – so viele, wie es am Freitag insgesamt waren. 2000 könnten es an diesem Samstag noch werden, schätzt Alexander Ghassemi von der Heilbronn Marketing GmbH (HMG). Seit gut fünf Jahren ist er für den Töpfermarkt zuständig. Der Sonntag ist erfahrungsgemäß der besucherstärkste Tag. „Morgen soll es auch besseres Wetter geben.“

Ghassemi zeigt sich zufrieden. Zum einen erwartet er, dass sich die Gesamtbesucherzahl von 5000, mit der die HMG diesmal statt der üblichen 20 000 rechnet, erreichen lässt. Zum anderen freut sich Ghassemi, dass der Markt in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden kann.

Voraussetzung dafür war, dass der Markt von seinem angestammten Standort entlang der Sülmerstraße an den Platz am Bollwerksturm verlegt wird – eingezäunt, um den Besucherstrom besser zu kontrollieren, unter Auflage der gängigen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen und mit maximal 400 Personen. Zusätzlich ordnet die HMG eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht an, trotz dass der Markt im Freien stattfindet – um auf Nummer sicher zu gehen.

Schwierige Zeiten für Marktverkäufer

Vorkehrungen, die sowohl Besucher als auch Verkäufer in Kauf nehmen. Trotz der unsicheren Lage hat die Mehrheit der Aussteller – etwa 40 sind auf dem Markt vertreten – ihr Kommen fest zugesagt. Weil viele Märkte wegen Corona in diesem Jahr nicht stattfinden, sind außerdem vier neue Teilnehmer hinzugekommen, sagt Marktleiter Alexander Ghassemi.

Birgit Palte aus Offenbach am Main verkauft seit gut einem Jahrzehnt auf dem Töpfermarkt. Der neue Standort am Bollwerksturm sei durchaus vorteilhaft, befindet sie: „In der Fußgängerzone ist er einfach zu entzerrt, viele Passanten kommen zufällig vorbei. Jetzt steuern uns viel mehr kaufbereite Kunden an.“

Viele Stammkunden hätten sich außerdem vorab bei ihr erkundigt, ob der Markt überhaupt stattfinden kann, erzählt Birgit Palte. „Es ist derzeit wirklich schwer für uns Verkäufer“, sagt sie durch ihre Maske hindurch, die ein Axolotl-Muster ziert. „Es ist nicht einfach, Märkte zu finden, die auch stattfinden“, sagt auch Sebastian Schöllhorn aus dem bayerischen Türkheim, der die Keramik-Einzelstücke seiner Frau Andile feilbietet.

Regen hält die hartgesottene Besucher nicht ab

Um die Verkäufer zu unterstützen, kommen Petra Beckbissinger und ihre Schwester eigens aus Lauffen zum Hafenmarkt. Die beiden schlendern an irdenen, kunterbunten und liebevoll handgemachten Haushalts-, Deko- und Gartenartikeln vorbei. Die Einzäunung – nun ja, damit können sie leben. Und vom Regen und den Corona-Auflagen wollten sich die beiden Frauen auch nicht abschrecken lassen – kurze Zeit später klart der Himmel schließlich auf.

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