Heilbronner Stadtzeitung erscheint künftig in der Heilbronner Stimme
Nach der Einstellung der Wochenzeitung "Echo am Mittwoch" erscheint das Produkt künftig in der Heilbronner Stimme. Die Stadtverwaltung reagiert damit auch auf eine veränderte Mediennutzung. Der Gemeinderat fordert weitere Verteil-Alternativen.

Die "Heilbronner Stadtzeitung", das Amtsblatt der Stadtverwaltung, wird ab 31. Mai nicht mehr im Halbformat, sondern als Beilage im Format der Heilbronner Stimme veröffentlicht. Nach der Einstellung der kostenlosen Wochenzeitung "Echo am Mittwoch" endet damit der Vertrieb an alle Heilbronner Haushalte. Der Erscheinungstag in der Zeitung bleibt jedoch wie gewohnt der Mittwoch. Dies beschloss der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung einstimmig.
Stadtverwaltung will Digitalisierung vorantreiben
Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass die Stadt Heilbronn die Digitalisierung in allen Bereichen vorantreiben und damit auf die sich verändernden Gewohnheiten der Gesellschaft reagieren will. So durchlaufen die Mediennutzung und die Lesegewohnheiten der Menschen einen großen Wandel: Nachrichten werden jederzeit und überall über das Smartphone oder andere digitale Geräte konsumiert.
Digitales Nachrichtenportal soll erweitert werden
Damit einhergehend wird die Verwaltung perspektivisch die digitale Aufbereitung von Informationen aus der Gemeinderats- und Rathausarbeit weiter ausbauen. So ist unter anderem geplant, auf der Webseite der Stadtverwaltung den Bürgerservice auszubauen und ein erweitertes digitales Nachrichtenportal aufzubauen.
Das heißt, dass die Stadtzeitung außer in der Heilbronner Stimme auch künftig im Internet unter www.heilbronn.de als kostenloser Download zur Verfügung stehen wird. Darüber hinaus wird im wöchentlichen Newsletter der Stadt ein Link zur jeweils aktuellen Ausgabe der Stadtzeitung im Internet führen. Zudem wird die "Heilbronner Stadtzeitung" in allen Bürgerämtern kostenlos ausgelegt.
Verwaltung soll Auslegungskonzept erarbeiten
Der Mehrheit des Gemeinderats gingen die Ausführungen der Verwaltung aber nicht weit genug. So beantragten SPD, CDU, Grüne und FDP unter anderem, die Verwaltung möge ein Konzept erarbeiten, wie die Verteilung/Auslegung der Stadtzeitung künftig neben den Bürgerämtern in Metzgereien, Bäckereien, im Einzelhandel, Stadtbussen, Quartierszentren, Vereinsheimen und Vereinsgaststätten oder in öffentlich zugänglichen Zeitungskästen möglich ist. Zudem regten die vier Fraktionen die Möglichkeit eines Abos der Stadtzeitung zum Selbstkostenpreis an.
Neue Wege in der Informationspolitik zu beschreiten, ist Thomas Randecker (CDU) wichtig. Eva Luderer (Grüne) regte an, Neubürger bei ihrer Anmeldung auf das Instrument "Stadtzeitung" aufmerksam zu machen. Auch Supermärkte kommen für sie als Ausleg-Alternative in Betracht. Dass die Verwaltung nach weiteren Verbreitungsalternativen sucht, ist für Nico Weinmann (FDP) ein wichtiger Aspekt im Rahmen der Neuordnung.
Fairness bei der Öffentlichkeitsarbeit gefordert
"Nicht glücklich" über die Änderung ist Alfred Dagenbach (AfD). Für ihn geht die Intention, alle Bürger zu informieren, verloren. Herbert Burkhardt (FWV) sieht dies anders: "Glauben Sie ja nicht, dass in der Stadtzeitung alle Beiträge von allen Bürgern gelesen wurden." Er sieht das neue Produkt in der Stimme gut aufgehoben. Dass die gedruckte Form im Zeitungsformat erhalten bleibt, würdigte Konrad Wanner (Linke). Von der Verwaltung forderte er Fairness bei der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu Oberbürgermeister Harry Mergel: "Wir wollen, dass die Bürger gut informiert werden."
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