Heilbronner Stadträte Dagenbach und Seher lassen Pro Heilbronn aufleben
Die Bürgerbewegung Pro Heilbronn wird bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 antreten. Mit den Stadträten Alfred Dagenbach und Michael Seher soll der Wiedereinzug in den Gemeinderat gelingen. Damit neigt sich die AfD-Ära der beiden Stadträte dem Ende entgegen.

Die 2006 von Alfred Dagenbach (75) gegründete Bürgerbewegung Pro Heilbronn erlebt einen kommunalpolitischen Neustart. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wird die Wählervereinigung, die aktuell etwa 60 Mitglieder zählt, mit einer eigenen 40er-Liste antreten. Neben Initiator und Stadtrat Alfred Dagenbach (75) wird Stadtrat Michael Seher (64) dann auf Stimmenfang gehen.
Damit endet im Sommer 2024 für die beiden parteilosen Kommunalpolitiker die Mitgliedschaft in der AfD-Fraktion. Die Pro-Bewerberliste wird, wie Dagenbach im Gespräch mit der Heilbronner Stimme sagte, nach den Sommerferien zusammengestellt.
Dagenbach war stellvertretender Bundesvorsitzender von Pro Deutschland
Mit 8843 Stimmen war Dagenbach 2019 auf der Liste von Pro Heilbronn in den Gemeinderat gewählt worden. Ein Jahr später hatte sich der parteilose Stadtrat der AfD-Fraktion angeschlossen. Er trug sich sogar mit dem Gedanken, in die AfD einzutreten. Doch dazu kam es nicht: "Immer wieder ist mir zu Ohren gekommen, dass der Kreisvorstand um Rainer Podeswa mich nicht in der Partei haben will."
Begründet worden sei dies mit Abgrenzungsproblemen aufgrund seiner früheren Tätigkeit als stellvertretender Bundesvorsitzender von Pro Deutschland.
Dagenbach und die AfD? "Die wollten mich nicht"
Die Heilbronner AfD-Fraktion setzte sich jedoch über die Haltung des Kreisverbands hinweg. Ende 2002 fragte sie an, ob Dagenbach 2024 auf die AfD-Liste wolle. "Ich war sogar bereit, mich erneut der AfD anzuschließen", erklärt Dagenbach. Heute sagt der selbstständige Gärtnermeister aus Böckingen: "Auf meinen Aufnahmeantrag gab es seitens der Partei keine Reaktionen. Die wollten mich nicht. Wo man mich nicht will, da gehe ich nicht hin", zieht er einen Schlussstrich.
Somit setzt Alfred Dagenbach wieder auf die Bürgerbewegung Pro Heilbronn, deren Vorsitzender er nach wie vor ist. Er fügt damit seiner bewegten kommunalpolitischen Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu. Mit der Kommunalpolitik in Kontakt kam er über die Freie Wählervereinigung beim Harmonie-Tiefgaragenstreit 1969. Jahrzehnte später gründete er Pro Heilbronn, wurde Mitglied bei den Republikanern und wurde über deren Liste 1989 erstmals in den Heilbronner Gemeinderat sowie 1996 und 2001 in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Nach Querelen mit der REP-Parteispitze wurde er 2008 aus der Partei ausgeschlossen. Seine politische Heimat fand er wieder bei Pro.
Seher: Heilbronn fällt grünen Ideologien zum Opfer
Eigentlich hatte Michael Seher das Kapitel "Gemeinderat", das er 2019 aufgeschlagen hatte, schon wieder zugeschlagen. Der Immobilienkaufmann, der im Sommer 2021 aus der AfD ausgetreten war, wollte nicht mehr: "Im Gemeinderat fehlen Respekt und Umgangsformen uns gegenüber."
Dann kam das Dagenbach-Angebot. Der gebürtige Lauffener, der einst bei der Jungen Union Politik machte, dachte um. Heute sagt Seher: "Ich kann nicht zuschauen, wie meine Stadt der grünen Ideologie zum Opfer fällt. Ich kandidiere wieder, weil ich sehe, wie einseitig schlecht sich die Stadt entwickelt. Es muss eine Opposition her." Für die Kommunalwahl 2024 rechnen Dagenbach und Seher mit zwei Mandaten. Pro Heilbronn stufen sie als "wertkonservativ und nationalliberal" ein.

Stimme.de
Kommentare