Bauprojekte in Böckingen: Neues Schulhaus und neuer Discounter geplant
Die Grundschule Alt-Böckingen erhält bis 2026 einen modernen Erweiterungsbau. Der Heilbronner Gemeinderat stimmte dem Projekt zu. Warum es dennoch mit der Verwaltung Abstimmungsprobleme gibt.

Auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Klingenberger und Ludwigsburger Straße in Böckingen realisieren die Stadt Heilbronn und die Stadtsiedlung einen Gebäudekomplex zur Erweiterung der unmittelbar angrenzenden Grundschule Alt-Böckingen sowie eines Lebensmittelmarkts. Inbetriebnahme soll in der zweiten Hälfte des Schuljahres 2025/2026 sein.
Der Gemeinderat billigte in seiner Sitzung am Montag bei zwei Enthaltungen (Herbert Tabler/SPD und Konrad Wanner/Linke) die Entwurfsplanung der Heilbronner Architektengemeinschaft Krummlauf Teske Happold, die zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro Hink aus Schwaigern das Projekt entwickelt. Genehmigt hat das Gremium ferner die Kosten für die Schulerweiterung von rund 14,7 Millionen Euro. Der Bau des Discounters kostet weitere etwa sechs Millionen Euro.
Eine Unterrichtung der Bürger gibt es nicht
Einstimmig gaben die Stadträte außerdem grünes Licht für den erforderlichen Bebauungsplan, der im sogenannten beschleunigten Verfahren aufgestellt wird. Von der frühzeitigen Unterrichtung und Erörterung der Bevölkerung und der Behörden kann somit abgesehen werden.
Das städtebauliche Konzept, das von den Fraktionen und politischen Gruppierungen durchweg gelobt wurde, sieht einen dreigeschossigen Baukörper vor. Von der Ludwigsburger Straße aus ist der zweigeschossige, quadratische Schulneubau sichtbar. Im Erdgeschoss befinden sich die Eingangshalle, die Mensa mit Aufwärmküche und ein Bewegungsraum.
Platz für 180 zusätzliche Schüler
Im Obergeschoss liegen vier Räume für die Ganztagsbetreuung, vier Klassenzimmer, ein Raum für eine Vorklasse sowie ein Kurszimmer. Künftig kann die Schule bis zu 430 Schüler aufnehmen. Das sind rund 180 mehr als zurzeit. Entlang der Ludwigsburger Straße werden Stellplätze für das Schulgebäude errichtet.
Der Discounter liegt als Sockelelement unter der in Holz-Hybridbauweise entstehenden Schule und hat eine Verkaufsfläche von 850 Quadratmetern. An den überdachten Eingangsbereich mit Flächen für Einkaufswagen und 18 Fahrradstellplätze schließt sich eine Marktzone mit Kiosk und Leergutannahme an. Der Parkplatz, der eine Fahrspur parallel zur Klingenberger Straße erhalten wird, verfügt über 22 Stellplätze, davon zwei Behindertenstellplätze und ein Familienstellplatz.
Ehemalige Metzgerei Moderer wird abgerissen
Der bestehende Lebensmittelmarkt an der Schuchmannstraße (Penny) stößt an seine Kapazitäten und soll deshalb erweitert werden. Das leerstehende Gebäude Klingenberger Straße 74 (ehemalige Metzgerei Moderer) wird abgerissen.
Breiten Raum nahm in der Debatte der von den Stadträten Susanne Schnepf (CDU) und Herbert Tabler (SPD) eingebrachte Antrag ein, in dem gefordert wurde, die Treppe im Seitenbereich von der Ludwigsburger zur Klingenberger Straße so herzustellen, dass die Steigung mit Kinderwagen, Rollator, Fahrrad oder Roller überwunden werden kann. Zudem sollte Rollstuhlfahrern ein barrierefreier Zugang ermöglicht werden. Außerdem forderten sie, dass die Tore zum Schulhof tagsüber und in den frühen Abendstunden geöffnet bleiben. Die Schulleitung hatte sich für das Schließen stark gemacht.
Stadtrat Tabler fordert, klare Kante zu zeigen
Vor allem Herbert Tabler kämpfte vehement für den barrierefreien Weg und die Schulhof-Öffnung: "Der Verbindungsweg führt zu Haltestellen, Kitas, katholischem Gemeindehaus, Bürgerhaus, Ärzten und Apotheken. Und auf der Schanz ist kein Schulbereich abgesperrt." Er legte sich mit dieser Haltung mit Ulrike Morschheuser (Grüne) an, die es für zumutbar hielt, dass Passanten während der Schulzeit "einen kleinen Umweg in Kauf nehmen können". Tabler wiederum sagte Richtung Schulleitung: "Wir sind Hausherr und müssen auch mal klare Kante fahren."
Hinter die Forderung von CDU und SPD stellten sich im Laufe der Diskussion Alfred Dagenbach (Pro), Herbert Burkhardt (FW) und Konrad Wanner (Linke). Bürgermeister Andreas Ringle sagte zu, die Probleme nochmals zu besprechen.
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