Handballer schmeißen einmalige Faschingsparty
Handballer gelten in den Heilbronner Stadtteilen nach wie vor als Garanten für eine gute Faschingsparty. Das könnte am Teamgeist der Sportler liegen.
Eine Erdbeere auf zwei Beinen, Familie Feuerstein und ein bemanntes Jamaika-Boot - das kann nur eines bedeuten: Der Handballer-Fasching ist in vollem Gange. Am Samstagabend ist in Sachen Fasching in den Stadtteilen einiges geboten: Der TSB Horkheim feiert in der Stauwehrhalle und der SV Heilbronn am Leinbach lockt die Faschingsfans in die Frankenbacher Gemeindehalle. Die Handballer sind es, die die Faschingsszene in Heilbronn mit unvergesslichen Partys beleben.
In der Stauwehrhalle wird in stimmungsvoller Atmosphäre geschunkelt, gelacht und geflirtet. "Wir wollen den Fans etwas zurückgeben", meinen Sven Grosser und Sebastian Huber vom TSB-Veranstaltungsausschuss. Dabei packen viele Vereinsmitglieder mit an: Die Mannschaften bewirten an Motto-Bars. Um die Clown-Bar, die nach dem Sponsor benannte Distelhölle, der Piraten-Bar und der Hunters-Theke der ersten Herren-Mannschaft tummeln sich fröhlich Besucher. "Wir nutzen die Einnahmen, um den Spielbetrieb zu finanzieren", sagt Grosser.
Dass die einst so beliebte Veranstaltung immer weniger Besucher verzeichnet, ist auch an der Halledekoration zu bemerken: Netze hängen an der Decke und die Bühne ist im Eck aufgestellt. So entstehe eine gemütlichere Stimmung. Dass es die Veranstaltung weiterhin geben wird, ist für die Organisatoren klar. "Alle sind motiviert am Werk und wollen weiter machen", meint Huber. "Die große Handballer-Familie" setzte weiterhin auf Erfolg. Mehr als 700 bunt Besucher werden erwartet.
Bei der Verkleidung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ob Engel, Indianer oder Buga-Zwerg: Von A bis Z ist alles dabei. Der Trend geht zum Selbstgemachten: Nicole Kuszej (30) aus Neckarsulm und Schwägerin Larissa Schäfer (29) aus Talheim sind als Bade-Girls verkleidet. Dafür haben sie auf ihre pinkfarbenen Bademäntel Styroporkugeln geklebt, die Schaum darstellen sollen. Vervollständigt wird der Look mit einem Kulturbeutel als Handtasche und Gummistiefeln.
Ein besonderer Hingucker ist ein Huckepackkostüm, das den Anschein erweckt,als werde da jemand im Huckepack getragen. Tiere, insbesondere flauschige Einhörner und Affen tummeln sich in dem Trubel. Warm werden könnte es Daniel Bejar (24) aus Horkheim: In voller Eishockey-Ausrüstung will er bis zum Ende bleiben. Gegen halb elf geht es dann ab. Die Live-Band Gravity aus Künzelsau lockt mit aktuellen Charthits Tanzwütige aus der Reserve. Der DJ Double D legt bis drei Uhr nachts auf.
Klein, aber fein ist der familiäre Fasching in der Gemeindehalle Frankenbach, eine wichtige Einnahmequelle für den Verein. Das Motto "Zicke zacke, zicke zacke, hoi, hoi, hoi" lockt 280 Besucher an. Durchaus mehr als in den letzten Jahren, wie der stellvertretende Abteilungsleiter Matthias Künzel feststellt: "Wir sind ein eingeschworener Haufen, der gerne feiert." Das spüren die Besucher. Die Stimmung ist ausgelassen.
Mit selbstgemachtem Essen, einer Fotowand und einer liebevoll geschmückten Halle lässt es sich gut feiern. Besonderer Programmpunkt ist der Auftritt der Gundelsheimer Guggenmusik Kuhbergecho. Zudem heizt die Band The Heartbreakers aus Hardthausen mit Schlagern die Stimmung an. Verkleidet als Süßigkeiten, Polizisten, Gladiatoren und als Märchenfigur feiert hier Jung und Alt gemeinsam. Matthias Künzel schaut sich um und resümiert: "Wir sind zufrieden".
Den Horkheimer Handballer-Fasching gibt es bereits zum 80. Mal, dagegen ist der SV Heilbronn am Leinbach mit knapp über 15 Jahren ein Newcomer. Warum Handballer so beliebte Faschingpartys schmeißen können? Dazu gehören vor allem Engagement und Zusammenhalt der Sportlerinnen, Sportler und Vereinsmitglieder.


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