Freibad Gesundbrunnen öffnet – kam die Neckarhalde bei Badegästen an die Kapazitätsgrenze?
Bei Temperaturen weit über 30 Grad Celsius war das Freibad Neckarhalde am Wochenende sehr voll. Auch deshalb, weil das zweite große Freibad der Stadt, der Gesundbrunnen, noch geschlossen war. Das ändert sich schon bald auch mit neuen Öffnungszeiten.

Seit Wochen herrscht Hochsommer in der Region. Der Wunsch nach Abkühlung ist groß, sehr groß. Dementsprechend stark war der Andrang vor allem am Sonntag (09.07.) in der Heilbronner Neckarhalde. Auch, weil das zweite große Freibad der Stadt, der Gesundbrunnen, erst am kommenden Montag (17.07.) seine Tore öffnet.
Die Frage, ob diese Entscheidung in der Hitzewelle richtig war, stelle sich allerdings gar nicht, betont Ursula Stiefken, Bäderleitung bei den Stadtwerken. "Wir brauchen das Personal aus dem Soleo, um den Gesundbrunnen öffnen zu können." Gute Nachrichten hat sie aber auch: Statt wie vorgesehen erst ab 13 Uhr, wird das Freibad bereits ab 10 Uhr geöffnet sein.
Freibad Neckarhalde in den vergangenen Hitzetagen nicht überfüllt
Kinder planschten und quietschten, Schwimmer zogen unverdrossen ihre Bahnen, Jugendliche stürzten sich vom Zehner und dazwischen glitzerte das blaue Wasser in den Becken. Für manchen Beobachter wirkte die Neckarhalde am Wochenende extrem voll. "Es waren normale Zahlen bei der Wetterlage", beschwichtigt Ursula Stiefken. Mit knapp 4000 Besuchern liege man noch weit unter den Kapazitäten des Bades. Vor zehn, 15 Jahren gab es auch mal 8000 bis 10 .000 Badefreunde am Tag und davon sei man heutzutage, wie auch alle anderen Freibäder, weit entfernt. "Es gibt inzwischen einfach mehr Alternativen."
Trotzdem fiel den Stadtwerken die Entscheidung im April nicht leicht, den Gesundbrunnen erst ab dem 17. Juli zu öffnen, das Freibad Kirchhausen steht seit dem 26. Mai zum Schwimmen bereit. "Wir hätten weitere elf Vollzeitstellen besetzen müssen, um Gesundbrunnen und Soleo gleichzeitig in Betrieb zu haben."
Es fehlt in allen Bereichen, sowohl beim Aufsichtspersonal als auch in der Reinigung und an der Kasse. In Kirchhausen hilft die DLRG bei der Aufsicht aus. Das könne man nicht mit ein bisschen Hin- und Herschieben ausgleichen, es habe schlicht und einfach keine Chance bestanden. "Wir müssen schließlich auch unserer Aufsichtspflicht nachkommen."
So steht etwa in der Neckarhalde immer eine Person konstant am Sprungbecken. Es gibt genaue Regelungen, wann welches Brett freigegeben wird, um das Unfallrisiko so klein wie möglich zu halten. Zwei Mitarbeiter belegen die Früh-, zwei die Spätschicht, dazu kommt einer in der Mitte. Bei entsprechender Wetterlage wird weiter aufgestockt, entweder mit Angestellten oder mit Helfern der DLRG. "Unsere Mitarbeiter sind sehr gut aufgestellt, am Wochenende bekommen sie außerdem Unterstützung von Security-Leuten. Deswegen haben wir auch keine Probleme, die Menschen in den Griff zu bekommen", betont Stiefken.
Das Soleo wird wegen umfangreicher Betoninstandhaltungsarbeiten jetzt für acht statt der sonst üblichen drei Wochen geschlossen werden. Das schafft Kapazitäten. Dank ausreichend Personal wird das Freibad am Gesundbrunnen nun also doch wie gewohnt täglich von 10 bis 20 Uhr den Schwimmern zur Verfügung stehen.
Es wird gefeiert
Kaum sind alle drei Freibäder im Stadtgebiet offen, stehen auch schon die ersten Veranstaltungen vor der Tür. Am 23. Juli steigt die Sparkassen Schools-Out-Party kurz vor Ferienbeginn im Gesundbrunnen mit XXL-Wasserspielgeräten und Partymusik, am 29. Juli lädt der Förderverein zum Sommerfest ins Freibad nach Kirchhausen. Dort findet dann am 6. August eine Fun & Action Poolparty statt, ebenso am 19. August in der Neckarhalde.
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Kommentare
Markus Henkel am 15.07.2023 10:15 Uhr
Es ist sehr erfreulich und zu begrüßen, dass das Freibad Gesundbrunnen ab 17. Juli direkt ab 10 Uhr öffnet und nicht wie erst vorgesehen um 13 Uhr. Leider bleibt ein bitterer Beigeschmack, dass die Hälfte der Saison eines der beiden großen Freibäder direkt neben Heilbronns größtem Stadtteil Böckingen auch bei den vergangenen Hitzetagen geschlossen blieb.
Natürlich ist das zuerst einmal auf die Personalknappheit zurückzuführen. Aber die Frage bleibt, warum es Freibäder in den Landkreis-Kommunen besser gelingt, Personal zu aquirieren. Offensichtlich sind die Arbeitsbedingungen in Heilbronn im Vergleich nicht attraktiv genug. Noch teurer ist es allerdings, das schöne Freibad in der größten Sommerhitze einfach leer zu lassen. Eine Saisonkarte rechnet sich weniger, wenn man statt früher drei Freibäder nur noch zweieinhalb für den gleichen Preis bekommt. Der Gesundbrunnen ist immerhin mit 11 von 20 Wochen die halbe Saison geschlossen.
Die Heilbronner Bürger möchten sich abkühlen und drängen dann alle in die Neckarhalde. Am Dienstag waren die Zustände dort grenzwertig. Ich habe größten Respekt vor der Belastung für das Personal, das auch Dienstag Abend dort noch freundlich und professionell war. Nächstes Jahr muss es eine bessere Alternative geben, als ein Bad geschlossen zu lassen.